Das lang erwartete Super-Schwergewichts-Duell zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua, das beide Parteien vorläufig für November vereinbart hatten, steht nun ernsthaft in Frage. Nach vorliegenden Informationen könnte der Kampf aufgrund heftiger Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Austragungsortes und der finanziellen Bedingungen ausfallen. Beide Boxer haben Verträge mit der saudischen Organisation Sela unterzeichnet, doch der Promoter von Joshua, Eddie Hearn, besteht darauf, dass der Kampf in Großbritannien stattfindet, während die Organisatoren das Event auf der legendären Arena Madison Square Garden in New York abhalten möchten. Genau dieser Knoten aus Widersprüchen wurde zur Hauptursache des Scheiterns der Verhandlungen.
Vertragliche Verpflichtungen und der Streit um den Austragungsort
Der Hauptkonflikt dreht sich um den Ort der Austragung. Einerseits sind die saudischen Investoren von Sela, deren Verträge beide Athleten unterzeichnet haben, daran interessiert, den Kampf in den USA, insbesondere in der Madison Square Garden, abzuhalten. Andererseits orientierte sich das Team von Joshua über Eddie Hearn ursprünglich auf eine britische Arena. Hearn erklärte demnach, dass eine Verlegung des Kampfes in die USA nur unter der Bedingung zusätzlicher Zahlungen möglich ist, die durch die hohe US-Steuerlast und die Änderung der ursprünglichen Vertragsbedingungen bedingt sind. Somit verwandelt sich auch die formale Zustimmung zum US-Standort in eine neue Runde des Geldhandels.
Anforderungen von Eddie Hearn und der Steuerfaktor
Die Promoterfirma von Joshua hat eine Reihe von Bedingungen für die Durchführung des Kampfes aufgestellt. Im Mittelpunkt steht die Kompensation der Steuerkosten und die Überprüfung der ursprünglichen finanziellen Vertragsparameter. Laut Logik von Hearn machen die US-Gesetzgebung und ihre spezifische Besteuerung die ursprünglichen Zahlen nicht mehr praktikabel; daher ist das Team von Joshua ohne Zusatzzahlungen nicht bereit, den Deal zu fixieren. Dies verwandelt die Diskussion über den Austragungsort in eine rein finanzielle Frage: Es geht nicht mehr darum, wo gekämpft wird, sondern wer die Kosten für die Verlegung des Events in die USA in welcher Höhe kompensiert.
Die scharfe Antwort von Tyson Fury
Tyson Fury wartete nicht ab und veröffentlichte am Freitag, dem 21. August, ein Video auf Instagram, in dem er das Team des Gegners der Gier beschuldigte und erklärte, dass der Kampf ausfallen könnte. „Es sieht so aus, als würden sie den Kampfvertrag nicht unterschreiben. Es sieht so aus, als würde es nicht passieren. Alles nur, weil Eddie Hearn und sein Team mehr Geld wollen“, erklärte der „Zigeunerkönig“. Laut ihm ist er bereit, sich mit allen Bedingungen bezüglich des Austragungslandes einverstanden zu erklären, doch wenn Joshua und sein Promoter das Unterzeichnen weiter hinauszögern, wird er schnell einen anderen Gegner für November finden. Somit hat Fury den Gegnern faktisch ein Ultimatum gestellt: Entweder Fixierung des Deals oder Ersatz des Gegners.
Der Faktor Dana White und Zuffa Boxing
Das zusätzliche Spannungspotenzial in der Situation wird durch die mögliche Beteiligung des UFC-Chefs Dana White über die Firma Zuffa Boxing an der Organisation des Events erzeugt. Fury hat White bereits öffentlich aufgefordert, sich seinem Team als Berater anzuschließen und betont, dass es ihm egal ist, wer genau zu den Organisatoren gehört – Hauptsache, der Kampf findet statt. Diese Erklärung kann als Signal interpretiert werden: Der „Zigeunerkönig“ ist bereit, die organisatorische Infrastruktur rund um den Kampf zu ändern, falls der aktuelle Sackgasse mit Sela und Hearn nicht gelöst wird.
Widersprüchliche Daten
In den verfügbaren Quellen gibt es eine Diskrepanz darüber, wie genau die Position von Hearn zum Austragungsort formuliert wird. In einer Version besteht der Promoter von Joshua darauf, den Kampf in Großbritannien abzuhalten, und betrachtet die USA nur als Alternative bei Zusatzzahlung. In einer anderen Darstellung stellt derselbe Hearn eine Liste von Anforderungen auf, die für die Durchführung des Kampfes genau in New York notwendig sind, also verhandelt er faktisch über den US-Standort und nicht über den britischen. Der Unterschied in den Akzenten beeinflusst die Interpretation: Im ersten Fall geht es um die „Heimat-Arena“, im zweiten um den Preis des US-Shows. Da die Parteien noch kein einheitliches offizielles Dokument veröffentlicht haben, bleiben beide Interpretationen gültig, und der Leser sollte diese Ungewissheit berücksichtigen.
Was kommt als nächstes?
Das Schicksal des lang erwarteten Duells hängt nun davon ab, ob Eddie Hearn und die saudischen Investoren von Sela einen Kompromiss bei den finanziellen Bedingungen und dem Austragungsort finden können. Wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten, wird sich Fury, laut seiner eigenen Aussage, auf einen anderen Gegner für November konzentrieren, und der Kampf mit Joshua riskiert, auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz abgesagt zu werden. In den nächsten Tagen wird das Erscheinen eines unterschriebenen Vertrags oder neuer öffentlicher Erklärungen beider Parteien der entscheidende Indikator sein.