In der Mitte des Sommers scheint das tägliche Gießen von Garten und Gemüsegarten eine unbestreitbare Notwendigkeit zu sein, und mit den ersten Abkühlungen räumen viele Gartenbesitzer im Gegenteil den Schlauch und die Gießkanne sofort und endgültig in die Scheune. Laut Styler, mit Verweis auf einen Beitrag von Martha Stewart, ist genau dieses plötzliche Beenden der Bewässerung einer der häufigsten und schädlichsten Fehler. Die Fachleute betonen: Selbst wenn es draußen nicht mehr heiß ist und der oberirdische Teil der Pflanzen visuell «erstarrt» wirkt, entwickelt sich ihr Wurzelsystem weiterhin aktiv, solange die Bodentemperatur günstig bleibt. Die Ignorierung dieses Prozesses beraubt die Pflanzen der Feuchtigkeit in einer kritischen Phase der Vorbereitung auf den Winter.
Wurzeln wachsen, auch wenn die Krone «einschläft»
Das Hauptargument der Experten ist einfach: Die sichtbare Ruhe einer Pflanze bedeutet nicht biologische Ruhe. Solange der Boden nicht durchgefroren ist, nehmen die Wurzeln an Masse zu und festigen sich, und dafür benötigen sie Feuchtigkeit. Die Herbstbewässerung wird besonders kritisch für neu gepflanzte Bäume, Sträucher und neue Rasenflächen – genau sie brauchen Wasser, um ein starkes Wurzelsystem vor dem Einsetzen der anhaltenden Kälte zu bilden. Ohne ausreichende Befeuchtung überstehen junge Pflanzungen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Winter nicht.
Plan statt Kalender: drei Regeln der Herbstbewässerung
Die Herbstbewässerung sollte nicht zur täglichen Routine werden – und das ist ein grundlegender Unterschied zum Sommermodus. Da bei sinkenden Temperaturen das Wasser deutlich langsamer verdunstet, ändert sich der Bewässerungsplan grundlegend. Erste Regel: sich an dem Zustand des Bodens orientieren, nicht am Kalender. Wenn der Boden in einigen Zentimetern Tiefe feucht ist, sollte die Bewässerung übersprungen werden. Zweite: ausschließlich am Morgen gießen, damit das Wasser Zeit zum Eindringen hat und die Blätter bis zur abendlichen Abkühlung abtrocknen – das schützt die Pflanzen vor Pilzkrankheiten. Dritte: das Beet nicht überschwemmen, da das Ziel darin besteht, Feuchtigkeit zu den Wurzeln zu bringen und nicht das Beet in ein Sumpfgebiet zu verwandeln, in dem die Wurzeln zu faulen beginnen.
Mulch und der «Stöckchen»-Test: wie man nicht zu viel gießt
Um den Bedarf an häufigem Gießen zu verringern und gleichzeitig die Pflanzen vor den ersten Kälteeinbrüchen zu schützen, empfehlen die Experten das Mulchen. Eine Schicht aus herabgefallenen Blättern, Stroh oder Rindenmulch mit einer Dicke von 5–7 cm um die Stämme von Bäumen und Sträuchern hält die Feuchtigkeit im Boden und schafft eine Art «Decke» für das Wurzelsystem. Zur Kontrolle der Feuchtigkeit wird eine einfache «Holzstäbchen»-Regel vorgeschlagen: Stecke einen gewöhnlichen Holzspieß 10–15 cm tief in die Erde. Wenn er schmutzig und feucht herauskommt, ist kein Gießen nötig; wenn er trocken ist, ist es Zeit, den Boden zu befeuchten.
Widersprüchliche Daten
In der Fachwelt gibt es zum Thema Herbstbewässerung polarisierte Schwerpunkte, die man berücksichtigen sollte, damit der Nutzen des Verfahrens nicht zunichte gemacht wird. Einerseits bestehen Martha Stewart und die damit verbundenen Empfehlungen darauf: Die Herbstbewässerung ist lebensnotwendig, besonders für junge Pflanzungen, und der Verzicht darauf ist ein Fehler. Andererseits warnen eine Reihe von Fachzeitschriften (darunter ein Beitrag von pravda.ru), dass übermäßige Herbstbewässerung «Feuchtigkeit in ein Gift für die Wurzeln verwandeln» kann und deren Fäulnis in der kalten und schlecht belüfteten Erde verursacht. Beide Positionen widersprechen sich im Wesentlichen nicht: Sie beschreiben verschiedene Extreme. Gefährlich sind sowohl Unter- als auch Überbewässerung, daher wird die regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchtigkeit per «Stöckchen»-Test und das obligatorische Mulchen, das gleichzeitig Feuchtigkeit hält und vor übermäßiger Nässe schützt, zur universellen Lösung.
Wann den Punkt setzen: Frost oder Durchfrieren des Bodens
Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, dass die Bewässerung sofort nach den ersten Frösten beendet werden muss. Die Experten widersprechen: Wenn nach dem Frost eine trockene Phase eintritt, brauchen neu gepflanzte Pflanzen weiterhin Feuchtigkeit. Das endgültige und einzige Signal für die vollständige Beendigung der Bewässerung ist das Durchfrieren des Bodens. Wenn die Erde stabil gefriert und hart wird, verliert das zusätzliche Gießen jeden Sinn, da die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die moderate, an dem Zustand des Bodens orientierte Befeuchtung ein Instrument, das dem Garten hilft, ruhig in den Winter einzutreten.