Der September ist ein Schlüsselsond für Rosen: Das aktive Sommerwachstum verlangsamt sich, und die Sträucher müssen die kalte Jahreszeit überstehen. Genau jetzt wird ihre Winterhärte bestimmt, daher ist es für Gärtner wichtig, eine Reihe von Maßnahmen nicht zu verpassen, die Pflanzen aber auch nicht zu überlasten. Laut Styler besteht die zentrale Aufgabe im Herbst in einer schrittweisen Vorbereitung: Kontrolle des Strauchzustands, Anpassung der Bewässerung, maßvolle Rückschnitt, Krankheitsvorbeugung und rechtzeitiges, aber nicht zu frühes Abdecken.
Aufräumen und Kontrolle des Strauchzustands
Als Erstes sollten Sie im September regelmäßig die herabgefallenen Blätter um die Rosen entfernen und diese sorgfältig auf Flecken und andere Krankheitsanzeichen untersuchen. Pflanzliche Reste sollten nicht in der Nähe der Sträucher gelassen werden: Sie verfaulen und schaffen ein günstiges Milieu für die Ausbreitung von Krankheiten. Kranke Blätter empfiehlt es sich separat zu entsorgen und nicht in den Kompost zu geben, um die Infektion nicht auf andere Pflanzen zu übertragen.
Bewässerung: weniger, aber richtig
Mit dem Einsetzen der Kälte brauchen Rosen nicht mehr die sommerliche Bewässerung. Wenn der September regnerisch ist, kann zusätzliche Bewässerung ganz entfallen. Bei trockenem Wetter werden die Pflanzen zwar noch gegossen, aber die Häufigkeit wird schrittweise reduziert, wobei man eine übermäßige Feuchtigkeit an der Basis des Strauchs vermeidet. Wichtig ist, das Wasser auf den Boden und nicht auf Blätter und Blüten zu geben, um Pilzbefall nicht zu fördern.
Schrittweiser Herbstrückschnitt
Der Rückschnitt im September und weiter im Herbst sollte besser schrittweise und nicht an einem Tag erfolgen. Mit dem Einsetzen der nächtlichen Fröste entfernt man die verbliebenen Knospen, schwache, beschädigte und zu lange Triebe sowie Äste, die in den Strauch hineinwachsen. Bis zu den stabilen Frösten sollte man 3–5 stärkste Triebe mit gut verholzter Rinde und 3–4 mit entwickelten Knospen belassen. Ein übermäßiges Entfernen von Trieben im Herbst kann den Strauch vor dem Winter schwächen.
Vorbeugung von Pilzkrankheiten
Nach dem Herbstrückschnitt sollten die Rosen untersucht und bei Bedarf gegen Pilzkrankheiten behandelt werden – insbesondere wenn im Laufe der Saison auf Blättern oder Trieben Flecken, Belag oder andere Befallsanzeichen auftraten. Hierfür verwendet man kupferbasierte Präparate: eine 5%-ige Kupfervitriollösung oder eine 3%-ige Bordeaux-Flüssigkeit. Die Konzentration sollte nicht „zur Sicherheit“ erhöht werden – das Mittel wird streng nach Anleitung zubereitet und angewendet, wobei nicht nur die Triebe, sondern bei Bedarf auch der Boden um die Pflanze behandelt wird.
Abdecken: nicht eilen
Ein vollständiges Abdecken der Rosen Anfang September ist nicht nötig: Bis zu einer stabilen Abkühlung wird den Sträuchern Zeit gegeben, das aktive Wachstum schrittweise abzuschließen. Das Anhäufen von Erde und die endgültige Wintervorbereitung erfolgen näher an den Kälteperioden. Zum Schutz des Wurzelsystems wird trockener Torf oder ein anderes geeignetes Material verwendet; dabei darf das Abdeckmaterial keine übermäßige Feuchtigkeit an der Basis des Strauchs erzeugen.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, den Unterschied zwischen den Quellen ehrlich zu benennen. Styler empfiehlt, den Herbstrückschnitt schrittweise im Zeitraum etwa von September bis November durchzuführen, wobei man sich nach Wetter und Zustand der Pflanze richtet. Die britische Royal Horticultural Society (RHS) vertritt eine andere Position: Nach ihren Empfehlungen sollte der Hauptschnitt vieler Rosensorten besser Ende Winter – Anfang Frühling erfolgen, und kein starker Rückschnitt Anfang des Herbstes. Die RHS betont zudem, dass es kein einheitliches universelles Szenario gibt: Zeitpunkte und Tiefe der Arbeiten hängen von der konkreten Sorte ab. Bei der Bewässerung sind die Positionen ähnlich, doch die RHS merkt zusätzlich an, dass ausgewachsene Rosen dank ihres tiefen Wurzelsystems in der Regel keine ständige zusätzliche Bewässerung benötigen und Wasser vorwiegend in trockenen Perioden erhalten. Bei der Düngung rät die RHS, nicht zu eilen: Rosen, die im Boden wachsen und sich gut entwickeln, benötigen in der Regel keine zusätzlichen Düngemittel.
Der wichtigste Rat der Experten
Die Empfehlungen beider Quellen zusammenfassend, lässt sich ein gemeinsames Prinzip herausstellen: Nicht versuchen, mit den Rosen alles auf einmal zu erledigen. Im September ist es besser, den Zustand der Sträucher aufmerksam zu beobachten, beschädigte Teile zu entfernen, die Bewässerung zu kontrollieren und die Pflanzen schrittweise auf die Kälte vorzubereiten. Die konkreten Zeitpunkte für Rückschnitt und Winterschutz sollten unter Berücksichtigung der Rosensorte und des tatsächlichen Wetters bestimmt werden; für den Winterschutz rät die RHS, Mulch im späten Herbst – im Winter einzubringen, wobei man ihn nicht dicht an die Stiele legt und einen freien Raum an der Basis der Pflanze lässt.