Nach der Ernte im Garten bleiben unweigerlich viele Dinge übrig, die auf den ersten Blick unnötig erscheinen: herabgefallene Blätter, Unkräuter, Kraut, gemähtes Gras und abgeschnittene Äste. Gerade im Herbst erhält der Komposthaufen den größten Anteil an wertvoller organischer Masse, und davon, wie man ihn befüllt, hängt die Qualität des Humus für die nächste Saison ab. Laut dem Magazin Styler eignen sich die meisten Herbstabfälle gut für die Kompostierung, aber ein Teil davon kann bei falscher Einlage Krankheiten und Unkräuter auf die Beete bringen. Wir erklären, was man getrost in den Haufen geben darf und was besser außerhalb bleiben sollte.

Was man getrost in den Herbstkompost geben darf

Herabgefallene Blätter sind eines der offensichtlichsten Materialien für die Herbstkompostierung. Man kann sie in den allgemeinen Haufen geben oder separat sammeln, um Blatthumus herzustellen. Die Zersetzungsgeschwindigkeit hängt von der Baumart ab: dünne und weiche Blätter verrotten schneller, während dichte Blätter besser vorab zerkleinert werden. Das Kraut gesunder Gemüsepflanzen – Stängel von Bohnen, Erbsen, Gurken und anderen Kulturen – kann ebenfalls verwendet werden, sofern die Pflanzen keine Krankheitsanzeichen aufwiesen. Einjährige Unkräuter ohne Samen, insbesondere junge mit weichen Stängeln, eignen sich gut für den Haufen, während es riskant ist, Pflanzen mit Samen hinzuzufügen, wenn der Kompost nicht auf hohe Temperaturen erhitzt wird. Gemähtes Gras kann in den Kompost gegeben werden, aber nicht in dicken Schichten: frisches Gras verdichtet sich schnell, wird feucht und fängt an, unangenehm zu riechen, daher sollte es mit trockenen Blättern, zerkleinerten Ästen oder Karton vermischt werden.

Grün und Braun: das Gleichgewicht, das alles entscheidet

Dünne abgeschnittene Äste und trockene Stängel sind der wichtige „braune“, kohlenstoffreiche Teil des Komposts. Am besten zerkleinert man sie mit Scheren, einem Astschneider oder einem Gartenhäcksler, um die Zersetzung zu beschleunigen. Herabgefallene Früchte und verdorbenes Gemüse können verwendet werden, wenn sie einfach überreif sind oder ohne Anzeichen einer schweren Krankheit zu verderben beginnen; große Früchte sollte man vor dem Hinzufügen zerkleinern. Karton und Papier ohne Glanzbeschichtung sind ein weiteres nützliches Herbstmaterial: Man zerreißt oder zerkleinert sie und gibt sie in kleinen Portionen zusammen mit feuchten grünen Abfällen hinzu, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Der bekannte britische Gärtner Monty Don betont ein einfaches Prinzip: Guter Kompost besteht nicht aus nur einer Art von Abfällen – stickstoffreiche „grüne“ Materialien müssen mit kohlenstoffreichen „braunen“ kombiniert werden, sonst wird die Masse zu feucht und luftundurchlässig.

Was man auf keinen Fall in den Haufen zu Hause geben sollte

Die erste Regel – keine kranken Pflanzen in den Hauskompost geben, wenn man nicht sicher ist, dass das System eine ausreichend hohe Temperatur erreicht. Krankheitserreger können die Kompostierung überleben und zusammen mit dem fertigen Humus in den Garten zurückkehren; der RHS rät in solchen Fällen, infiziertes Material zur speziellen industriellen Kompostierung zu geben. Man sollte auch keine Wurzeln mehrjähriger Unkräuter – Quecke, Beifuß, Spitzwegerich – hineinlegen: Ein gewöhnlicher Haufen wird nicht so heiß, dass sie abgetötet werden, und sie können auf dem Grundstück erneut keimen. Vorsicht ist auch bei Unkräutern geboten, die bereits Samen gebildet haben, sowie bei Pflanzen, die mit Herbiziden in Kontakt gekommen sind: Einige chemische Mittel bleiben in der organischen Masse erhalten und schädigen empfindliche Kulturen auch nach der Kompostierung. Dicke Äste und große Holzstücke sind nicht „giftig“, aber sie zersetzen sich sehr langsam, daher ist es besser, sie zu zerkleinern oder für andere Zwecke zu verwenden.

Wie man Fehler vermeidet: einfache Orientierungspunkte

Der wichtigste Orientierungspunkt für den Gartenbesitzer ist die Vielfalt der Zusammensetzung: Grüne Abfälle liefern Stickstoff, trockene – Kohlenstoff, und moderate Feuchtigkeit sowie Luftzugang schaffen die Bedingungen für die Arbeit der Mikroorganismen. Im Herbst sollte man nicht alles, was nach der Aufräumungsarbeit übrig geblieben ist, in den Haufen schütten: Eine große Menge nasser Blätter oder frischen Grases ohne trockene organische Masse macht den Kompost zu feucht, und dann muss trockenes Material hinzugefügt und die Masse umgerührt werden. Die Einhaltung dieser Regeln ermöglicht es, Herbstabfälle in einen wertvollen Dünger zu verwandeln, statt sie zu einer Quelle von Problemen für die nächste Saison zu machen.