Teure gekauft Dünger ist für nicht jedes Beet nötig. Ein erheblicher Teil der organischen Abfälle, die wir täglich auf der Küche produzieren, kann wiederverwendet werden – als Kompost oder in Form von Hausdüngern. Die zentrale Botschaft, die Gärtner betonen, lautet: Der Wert der Küchenabfälle liegt nicht im bloßen Entsorgen, sondern darin, was daraus nach der richtigen Zersetzung wird. Im Folgenden finden Sie praktische Regeln, die diesen Prozess pflanzenfreundlich gestalten.
Was in den Kompost darf und was unbedingt nicht
Die einfachste Form der Verwertung besteht darin, pflanzliche Schalen und andere organische Küchenabfälle dem Kompost zuzuführen. Gemüse- und Fruchtschalen, Kaffeesatz und pflanzliche Reste zusammen mit Gartenkraut werden Teil des zukünftigen Komposts. Dabei warnt der bekannte britische Gärtner Monty Don: Fleisch, Fett und zubereitete Speisen – insbesondere gekochte Kartoffeln, Reis oder Nudeln – gehören nicht in den Kompost. Das Grundprinzip eines hochwertigen Komposts lautet: verschiedene Arten von organischem Material zu mischen und nicht einfach alles in einen Haufen zu werfen.
Kaffeesatz und Bananenschalen: zwei unterschätzte Ressourcen
Besonders nützlich kann Kaffeesatz sein. Experten der Royal Horticultural Society (RHS) raten, ihn nicht in dicken Schichten direkt unter die Pflanzen zu streuen, sondern vor allem dem Kompost beizufügen: In großen Mengen bildet frischer Kaffeesatz eine dichte Schicht, die den Zugang von Wasser und Luft zu den Wurzeln behindert. Ähnlich verhält es sich mit Bananenschalen – sie können zerkleinert und dem Kompost zugesetzt oder in die Erde eingegraben werden, wo sie sich allmählich zersetzen. Laut RHS liefert die Schale beim Zerfallen organische Substanz und eine Reihe von Nährstoffen, insbesondere Kalium, in den Boden.
Flüssigdünger: die richtigen Verdünnungsverhältnisse
Aus pflanzlichen Materialien lässt sich auch ein flüssiger Hausdünger herstellen. Dafür empfiehlt sich die Verwendung grüner Blätter und weicher Stängel; der fertige Sud muss vor der Anwendung unbedingt mit Wasser verdünnt werden. Laut RHS werden pflanzliche Sude ohne Wasserzusatz etwa im Verhältnis 1:20 verdünnt, Sude, die mit Wasser zubereitet wurden, im Verhältnis 1:10. Die fertige Lösung sollte etwa die Farbe schwachen Tees haben. Dieser Dünger ist schwächer als viele Fertigdünger, daher wird er häufiger, aber nicht konzentrierter ausgebracht.
Monty Donts Geheimnis: Kompost als Weg, den Boden zu beleben
Monty Don rät, Kompost nicht nur als Möglichkeit zu betrachten, sich von Küchenabfällen zu trennen, sondern als Weg, den Boden zu beleben. Nach seinen Worten liegt das Geheimnis des Komposts im Leben des Bodens selbst: Bakterien, Pilze, Würmer und andere Organismen verarbeiten die organische Substanz allmählich. Deshalb empfiehlt der Gärtner, den Kompost regelmäßig umzudrehen: Das vermengt nicht nur die Masse, sondern lässt auch Sauerstoff hinein, den die Mikroorganismen zur Zersetzung der organischen Substanz benötigen.
Häufige Fehler, die den Pflanzen schaden
Die wichtigste Regel lautet: Hausdünger nicht auf trockene Erde gießen und die Lösung nicht „für eine bessere Wirkung“ konzentrierter ansetzen. Ein Überschuss an Nährstoffen kann den Pflanzen schaden, eine zu starke Lösung die Wurzeln verbrennen. Gedüngt werden sollte auch nicht „zur Sicherheit“, sondern nur dann, wenn die Pflanze es wirklich braucht: Für Gemüse und Kübelpflanzen ist Düngung nützlich, während Pflanzen, die im Boden gut wachsen, oft genug Nährstoffe aus der Erde selbst beziehen. Auch das Mulchen mit fertigem Kompost sollte nicht vergessen werden – die RHS nennt Hauskompost eine der besten Möglichkeiten, gleichzeitig die Bodenstruktur zu verbessern, Feuchtigkeit zu halten und die Pflanzen allmählich zu ernähren.