September und die erste Hälfte des Oktobers sind das Zeitfenster, in dem Beerensträucher noch Zeit haben, sich vor dem Einfrieren des Bodens zu verwurzeln, ohne dabei so viel Wasser zu benötigen wie im Sommer. Laut der Redaktion von Styler (ein Projekt von RBC-Ukraine) ist für die meisten Regionen der Ukraine genau der Ende September bis die erste Dekade des Oktobers optimal, wobei der entscheidende Maßstab nicht der Kalender, sondern das Wetter ist: Die Pflanzung sollte etwa 15–20 Tage bevor der Boden zu frieren beginnt, abgeschlossen sein. Wenn die Wettervorhersage ein starkes und anhaltendes Kälteeinbruch verspricht, sollte man nicht zu lange warten – ein zuletzt gepflanzter Setzling schafft es nicht, ein ausreichendes Wurzelsystem zu entwickeln, und läuft Gefahr, im Winter zu erfrieren.
Bodenvorbereitung und Besonderheiten der einzelnen Kulturen
Bevor die Pflanzen gesetzt werden, wird das Beet von Unkraut befreit und der Boden aufgelockert; hinzu kommt Kompost oder gut verrotteter Mist. Frischer Mist sollte nicht verwendet werden, da er die Wurzeln überhitzt und junge Pflanzen verbrennen kann. Himbeeren brauchen Sonne und Feuchtigkeit, vertragen aber absolut keine Staunässe. Stachelbeeren werden in fruchtbaren Boden gepflanzt; Schwarze Johannisbeeren darf man leicht tiefer setzen – das fördert die Bildung neuer Triebe an der Basis des Strauchs. Stachelbeeren wiederum benötigen einen hellen Standort und ausreichend Platz, damit die wachsende Krone benachbarte Pflanzungen nicht beschattet.
Fünf Fehler, die das Anwachsen der Sträucher behindern
Der erste und häufigste Fehler ist es, die Pflanzung zu verzögern: Wenn bis zum Einfrieren des Bodens nur noch wenig Zeit bleibt, können sich die Wurzeln nicht festigen. Der zweite Fehler ist die Wahl eines staunassen Standorts, wo überschüssiges Wasser das Wurzelsystem zerstört. Der dritte Fehler ist der Kauf ausgetrockneter Setzlinge, insbesondere mit offenem Wurzelsystem, die besonders sorgfältig geprüft werden müssen. Der vierte Fehler ist die Überdüngung: Eine große Menge Dünger garantiert kein schnelles Wachstum, sondern belastet nur die junge Pflanze. Der fünfte Fehler ist es, die Sträucher zu dicht beieinander zu pflanzen: Die Setzlinge wirken jetzt winzig, aber mit der Zeit wachsen sie stark und konkurrieren um Licht und Feuchtigkeit.
Pflege nach der Pflanzung und Vorbereitung auf den Winter
Unmittelbar nach der Pflanzung werden alle Sträucher reichlich gegossen und mit Kompost oder verrottetem Mist gemulcht. Die Mulchschicht erhält die Feuchtigkeit und schützt die Wurzeln vor Temperaturschwankungen, sollte aber nicht direkt an den Trieben aufgeschüttet werden; nach starken Regenfällen muss man prüfen, ob die Wurzeln nicht wegen des Absinkens des Bodens freiliegen. Das Schlüsselprinzip der Herbstpflege besteht darin, die jungen Sträucher nicht in trockenem Boden in den Winter gehen zu lassen; dabei müssen Himbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren nicht vollständig abgedeckt werden – eine übermäßige Abdeckung erzeugt zu viel Feuchtigkeit und schadet den Pflanzen. Im Frühjahr sollten die Sträucher sorgfältig geprüft und bei Bedarf je nach Kultur und Sorte zurückgeschnitten werden.
Bestätigung der Anbauempfehlungen durch Experten
Die Empfehlungen der ukrainischen Redaktion stimmen mit der Position des bekannten britischen Gärtners Monty Don überein, der die Bedeutung des Gleichgewichts zwischen Feuchtigkeit und Drainage beim Himbeeranbau betont. Nach seinen Worten kann diese Kultur im Herbst nur dann gepflanzt werden, wenn der Boden weder gefroren noch übermäßig feucht ist. Somit ist der gemeinsame Maßstab für alle drei Kulturen einfach: feuchter, aber nicht staunasser Boden, rechtzeitige Pflanzung zwei bis drei Wochen vor den Frösten und maßvolles Mulchen – ohne Fanatismus und ohne übermäßige Düngung.