Das Ende des Sommers bedeutet keineswegs, dass das Gartengerät bis zum Frühling weggeräumt werden muss. Im Gegenteil: September gilt als eines der besten Zeitfenster für die Pflanzung frostharter Kulturen, die bei niedrigen Temperaturen kräftig wachsen und den Gärtner bis in den späten Herbst hinein mit frischer Ernte versorgen können. Dies berichtet das Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) unter Verweis auf die britische Zeitung Daily Express. Die Landschaftsdesign-Expertin im Caragh-Baumschulbetrieb, Jo McGarr, nannte vier Gemüsesorten, die noch eine reichliche Ernte liefern, wenn man sie genau zu diesem Zeitpunkt pflanzt.
Spinat: pflegeleichte Blattgrün bis tief in den Winter
Oben auf der Liste steht der Spinat. Diese Kultur ist völlig unempfindlich gegenüber kühlem Wetter und fühlt sich auf den herbstlichen Beeten prächtig wohl. Wählt man frostharte Sorten, lassen sich frische Blätter den gesamten Herbst über ernten. Bei mildem Wetter und der richtigen Standortwahl liefern manche Pflanzen sogar noch mit Einbruch des Winters Ernte, was den Spinat zu einer der zuverlässigsten Optionen für die späte Aussaat macht.
Rucola: schnelle pikante Ernte
Die zweite Kultur ist die beliebte pikante Blattgrün, der Rucola. Er wächst sehr schnell, sodass man in kürzester Zeit eine vollwertige Herbst-Ernte ernten kann. Bei stark sinkenden Temperaturen verlangsamt sich das Wachstum der Rucola, doch eine Pflanzung an einem geschützten, vor kaltem Wind geschützten Ort – etwa an einer Hauswand oder einem Zaun – verlängert die Saison erheblich und bewahrt den charakteristischen scharfen Geschmack der Blätter.
Schalotten: kompakte Kultur für freie Zwischenräume
Die dritte Empfehlung sind Schalotten. Dies ist eine ideale kompakte Kultur, die sich hervorragend in die nach der Ernte der Sommergemüse leergebliebenen Zwischenräume auf dem Beet pflanzen lässt. Die September-Pflanzung gibt den Zwiebeln genug Zeit, sich zuverlässig zu verwurzeln und zu kräftigen, bevor die eigentlichen Kälte die Erde festfriert – im Frühjahr sind sie also gut vorbereitet.
Salat: knackige Blätter in den kalten Monaten
Die vierte Kultur ist der Salat, eine ausgezeichnete Wahl für alle, die auch in den kalten Monaten frische, knackige Blätter zur Hand haben möchten. Experten raten, ihn an geschützten Standorten zu pflanzen und die Methode der schrittweisen Ernte anzuwenden: Statt die Pflanze auszureißen, bricht man einfach die benötigte Anzahl der äußeren Blätter für das aktuelle Mittagessen ab. So wächst der Busch weiter und liefert länger Ernte.
Schutz vor Frost: Gartenvlies nach der Methode von Charles Dowding
Um die September-Aussaat zuverlässig vor den für den Herbst typischen plötzlichen Nachtfrostwellen zu schützen, sollte man rechtzeitig ein leichtes weißes Gartenvlies bereitlegen. Der bekannte britische Experte für ganzjähriges Gemüseanbau und Begründer der organischen No-Dig-Methode, Charles Dowding, rät, immer Gartenvlies zu verwenden. Laut ihm ist dies „der einfachste Weg, das Wetter zu täuschen“: Das Vlies lässt Luft und Feuchtigkeit durch, ohne schädlichen Kondensat zu bilden, hält aber gleichzeitig die Wärme zurück, die vom tagsüber erwärmten Boden aufsteigt. Das Abdecken junger Pflanzen auf der Nacht erzeugt den Effekt einer atmenden Mini-Gewächshaus, das zarte Blattgrün vor kurzzeitigen Temperaturschwankungen bis −3 °C schützen kann. Dieser einfache Schritt verlängert das Leben des Herbstgemüsegartens um mindestens drei bis vier Wochen.