Faule Äpfel am Baum gehören zu den häufigsten Problemen, mit denen Hobbygärtner im Spätsommer und Herbst konfrontiert sind. Besonders schnell verbreitet sich der Prozess, wenn die Früchte beschädigt sind, lange feucht bleiben oder bereits befallene Exemplare am Baum hängen. Laut dem britischen Royal Horticultural Society (RHS) kann sogar ein einzelner befallener Apfel zur Infektionsquelle für benachbarte Früchte werden, insbesondere wenn diese sich berühren. Wir erklären die wichtigsten Ursachen und praktische Schritte, die helfen, eine Wiederholung der Situation in der nächsten Saison zu vermeiden.

Monilia – der Hauptverursacher der Fäule

Eine der häufigsten Ursachen ist die Fruchtfäule, auch Monilia genannt. Diese Pilzkrankheit führt zu einem braunen Fleck, der sich allmählich vergrößert und schließlich den gesamten Apfel erfasst. Auf der Oberfläche des Apfels können sich hellbraune „Kissen“ mit Sporen bilden. Anschließend schrumpft die Frucht, trocknet aus und hängt oft in Form einer sogenannten „Mumie“ am Ast. Genau diese ausgetrockneten Früchte sind gefährlich: In ihnen kann der Pilz den Winter überleben und im Frühjahr erneut zur Infektionsquelle werden.

Schäden an der Schale – das Tor für Infektionen

Der Pilz dringt am leichtesten durch beschädigte Schale ein. Schon ein kleines Loch wird zum Tor für die Pilzinfektion. Besonders gefährdet sind Äpfel, die von Vögeln, Insekten (insbesondere Raupen des Apfelwicklers) oder Hagel geschädigt wurden. Durch diese Schäden dringen Sporen ein, woraufhin die Frucht zu faulen beginnt. Deshalb kann man an einem einzigen Baum mehrere faule Äpfel neben völlig gesunden Exemplaren sehen.

Apfelbrand und feuchtes Wetter

Ein weiteres Problem ist der Apfelbrand (Schwarzfäule). Zunächst erscheinen auf den Früchten schwarze oder olivfarbene Flecken, und während der Apfel wächst, reißen die betroffenen Stellen auf. Durch diese Risse erhält die Fruchtfäule leichten Zugang zum Fruchtfleisch, weshalb Brand und Fäulnis oft gleichzeitig auftreten. Die Krankheit verbreitet sich besonders aktiv bei feuchtem Wetter, wenn Früchte und Blätter lange nass bleiben.

Dichter Wipfel und schlechte Belüftung

Wenn der Wipfel eines Apfelbaums sehr dicht ist, zirkuliert die Luft im Inneren schlechter. Nach dem Regen oder bei anhaltender Feuchtigkeit bleiben Früchte und Blätter länger nass – das sind günstige Bedingungen für die Entwicklung von Pilzkrankheiten. Das Problem kann nicht nur in der Krankheit selbst liegen, sondern auch darin, wie gut der Baum belüftet wird. Die RHS-Experten empfehlen, den Wipfel so zu formen, dass mehr Licht nach innen gelangt und die Luft gut zirkuliert, und bei der Schnittarbeit Äste zu entfernen, die in die Mitte des Baumes wachsen oder sich kreuzen.

Was im Herbst zu tun ist: sanitäre Behandlung

Damit sich das Problem nicht wiederholt, muss im Herbst eine einfache sanitäre Arbeit im Garten durchgeführt werden. Untersuchen Sie den Baum regelmäßig und entfernen Sie sofort alle faulen und beschädigten Früchte – lassen Sie sie nicht bis zum Frühling an den Ästen. Räumten Sie im Herbst die gefallenen Blätter und Früchte unter dem Baum auf, und lassen Sie keine befallenen Äpfel oder „Mumien“ an den Zweigen. Führen Sie rechtzeitig einen Schnitt durch und entfernen Sie trockene, kranke und überflüssige Äste, ohne den Baum zu überlasten: Die Wipfelformung sollte schrittweise erfolgen. Wichtig ist, nicht zu warten, bis sich die Fäule auf einen großen Teil der Ernte ausgebreitet hat.