Am 31. Oktober 2026 sind in mehreren deutschen Großstädten Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner Regierung zu äußern. Die Aktionen wurden von der Jugendbewegung „Gen Z hat genug!“ koordiniert, die zu Protesten in gleich zwölf Städten des Landes aufgerufen hatte. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich insgesamt über 68.000 Menschen an den Kundgebungen, obwohl offizielle polizeiliche Gesamtdaten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vorlagen.

Geografie und Teilnehmerzahlen

Die größte Konzentration von Demonstranten wurde in Berlin verzeichnet, wo sich schätzungsweise rund 5.000 Menschen versammelten. In Stuttgart gingen etwa 3.000 Teilnehmer auf die Straße, in Hamburg waren es mehr als 2.000. Behörden und Polizeibehörden in einigen Städten nannten niedrigere Zahlen als die Veranstalter, weshalb das finale bundesweite Bild vorläufig bleibt und mit dem Eintreffen weiterer Daten aus allen zwölf Städten aktualisiert wird.

Forderungen und Losungen

Zu den Kernforderungen der Demonstranten gehören die Senkung der Lebenshaltungskosten, mehr Bildungsinvestitionen und Klimaschutz. Die Jugend wendet sich zudem gegen steigende Rüstungsausgaben, Kürzungen im sozialen Bereich und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Auf Plakaten und Transparenten waren Parolen wie „Bildung statt Aufrüstung“ und „Keine Wehrpflicht“ zu lesen, während in der Menge wiederholt der Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz gefordert wurde. Die Teilnehmer beklagten eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität und führten diese auf den Kurs der amtierenden Regierung zurück.

Ablauf der Proteste und Zusammenstöße mit der Polizei

Der Charakter der Proteste fiel von Stadt zu Stadt unterschiedlich aus. In Wesel begann die Demonstration am frühen Vormittag an einer Werft und verlief mehrere Stunden lang weitgehend friedlich, unterbrochen nur kurz durch einige maskierte Personen. Gleichzeitig kam es in Hamburg zu schweren Ausschreitungen: In der Menschenmenge wurden Mülltonnen und Barrikaden angezündet, Einsatzkräfte wurden mit Gegenständen beworfen sowie Feuerwerkskörper und Pyrotechnik gezündet, woraufhin die Polizei die Menge auflöste. Berichten zufolge errichteten Demonstranten Barrikaden, zündeten Pyrofackeln und warfen Böller, während Aktivisten palästinensische Flaggen schwenkten. In einer Situation setzte die Polizei zwei Wasserwerfer gegen die Menge ein. Am Zentralen Omnibusbahnhof bewarfen Teilnehmer die Einsatzkräfte mit Pyrotechnik und Flaschen, woraufhin sich die Polizisten auf mehrere Straßen verteilten und Schaulustige Richtung Hauptbahnhof abdrängten. Wegen der Eskalationsgefahr sicherten Inhaber ihre Schaufenster ab.

Einschätzungen und weiterer Kontext

Die Initiative Gen Z regelt spricht öffentlich von über 68.000 Teilnehmern in zwölf Städten, während polizeiliche Zahlen bundesweit noch ausstehen und in einzelnen Städten unter den Angaben der Organisatoren liegen. Die genaue Teilnehmerzahl bleibt somit Gegenstand unterschiedlicher Einschätzungen. Im größeren Kontext reihen sich die Proteste in Deutschland in eine Welle jugendlicher Kundgebungen in Europa ein: Zuvor hatte es Berichte über Protestforderungen in Tschechien sowie über gewaltsam eskalierte Demonstrationen in Barcelona gegeben.