Der Sommer 2026 neigt sich dem Ende zu, und die ukrainischen Schülerinnen und Schüler bereiten sich darauf vor, wieder an ihre Schreibtische zurückzukehren. Die Kyiw City State Administration (KMSA) hat offiziell die Struktur des neuen Schuljahres 2026/2027 veröffentlicht, einschließlich eines vorläufigen Zeitplans für die Herbst-, Winter- und Osterferien. Die Information wurde von der Pressestelle der KMSA unter Verweis auf die Kabinettsverordnung Nr. 847 vom 1. Juli 2026 offengelegt, die die Dauer des Schuljahres in Einrichtungen der allgemeinen Sekundarbildung unter Kriegsbedingungen festlegt.
Struktur des Schuljahres und Semestersystem
Dem genehmigten Dokument zufolge dauert das Schuljahr in den Schulen der Hauptstadt vom 1. September 2026 bis zum 30. Juni 2027. Die meisten Einrichtungen der allgemeinen Sekundarbildung in Kiew arbeiten nach dem Semestersystem, was die Logik der Verteilung der Ferienzeiten bestimmt. Die Bildungs- und Wissenschaftsabteilung der KMSA hat gemeinsam mit der Vereinigung der Schulleiter der Ukraine einen empfohlenen Ferienzeitplan ausgearbeitet, der vorläufigen Charakter hat und je nach lokalen Gegebenheiten auf der Ebene einzelner Bildungseinrichtungen angepasst werden kann.
Wichtige Daten: zusätzliche Ferien und der „Letzte Schultag“
Für die Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen sind zusätzliche Ferien vom 15. bis 21. Februar 2027 vorgesehen – eine Maßnahme, die darauf abzielt, die Eingewöhnung der jüngeren Grundschüler zu erleichtern. Die feierliche Veranstaltung „Letzter Schultag“ (Abschlussgong) in den Einrichtungen der allgemeinen Sekundarbildung der Hauptstadt wird für den 28. Mai 2027 empfohlen. Im Zeitraum vom 31. Mai bis 30. Juni 2027 können die Schulen zusätzliche Bildungs- und Erziehungsvorhaben für die Schülerinnen und Schüler organisieren.
Sicherheit als oberste Priorität
„Unter Kriegsbedingungen bleibt die Sicherheit aller Beteiligten des Bildungsprozesses die oberste Priorität“, betonte die Direktorin der Bildungs- und Wissenschaftsabteilung der KMSA, Jelena Fidanjan. Ihren Worten zufolge können je nach der operativen Sicherheitslage in jedem konkreten Bezirk die Unterrichtsformen, der Stundenplan und die Organisation der Ferienzeiten angepasst werden. Die regionalen und die Kyiwer Stadt-Militär- (Staats-)Verwaltungen tragen gemeinsam mit den Trägern der Bildungseinrichtungen die Verantwortung dafür, dass der Schuljahresbeginn unter Berücksichtigung der Sicherheit in jeder administrativ-territorialen Einheit gewährleistet wird.
Unterstützung von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften: von „Wissenskreisen“ bis zur psychischen Gesundheit
Im neuen Schuljahr wird besonderes Augenmerk auf den Ausgleich der während des Zeit der umfassenden Invasion angesammelten Bildungslücken gelegt. Die Abteilung empfiehlt den Schulen, das Netz der „Wissenskreise“ auszubauen, die den Schülerinnen und Schülern helfen, verpasste Themen nachzuholen und zu festigen. Bei der Organisation des Bildungsprozesses wird zudem empfohlen, die Ergebnisse der Monitoringuntersuchungen des Jahres 2026 zu berücksichtigen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle des psychologischen Dienstes der Bildungseinrichtungen und die Unterstützung der psychischen Gesundheit der Lehrkräfte. Ein wichtiges Anliegen bleibt auch die Unterstützung von Kindern, die sich gezwungenermaßen außerhalb der Ukraine befinden: Dafür ist in den Schulen der Hauptstadt ein ukrainistischer Bestandteil vorgesehen, der auf die Bewahrung der nationalen Identität abzielt.
Pädagogische Praktiken und Managemententscheidungen
Im Abschluss empfiehlt die Bildungs- und Wissenschaftsabteilung der KMSA den Bildungseinrichtungen, moderne pädagogische und Managementpraktiken aktiv einzusetzen, die von den hauptstädtischen Lehrkräften und den Spezialisten des Instituts für Fortbildung des Kyiwer Stadtuniversitäts Boris Hrinchenko erarbeitet wurden. Dies zeigt das Bestreben des Bildungssystems der Hauptstadt, sich nicht nur an die Bedingungen der Kriegszeit anzupassen, sondern auch die Qualität des Unterrichts und die Steuerung des Lernprozesses systematisch weiterzuentwickeln.