Am 1. September beginnt in der Ukraine das neue Schuljahr, auf das sich laut dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium mehr als 25.000 Bildungseinrichtungen vorbereiten. Wie Bildungsminister Andrei Butenko mitteilte, bleibt für das Ministerium die maximale Rückkehr der Kinder zum Präsenzunterricht dort, wo die Sicherheitslage es zulässt, der zentrale Maßstab. Gleichzeitig betone der Minister, dass die Entscheidungen keine zusätzlichen Risiken für Schüler, Vorschulkinder und Bildungsfachkräfte schaffen dürften; deshalb werde das Arbeitsformat jeder Einrichtung in erster Linie nach der örtlichen Lage und dem Vorhandensein eines sicheren Raums bestimmt.

Präsenzunterricht hat Vorrang – aber ohne Risiko

In jenen Regionen und Gemeinden, in denen Präsenzunterricht derzeit nicht möglich ist, werden Misch- oder Fernformate angewendet. In die Klassenzimmer zurückkehren können die Kinder, sobald angemessene Sicherheitsbedingungen geschaffen wurden. Damit legt der Staat ein flexibles Modell fest: Es gibt kein einheitliches „gemeinsames“ Format für das ganze Land, sondern die endgültigen Entscheidungen werden vor Ort entsprechend der realen Lage getroffen.

Schutzräume: 82 % der Kinder sind bereits geschützt

Zu Beginn des neuen Schuljahres haben mehr als 82 % der Vorschulkinder und Schüler Zugang zu Schutzräumen verschiedener Art. Es geht um mehr als 9.000 Einrichtungen der Vorschulbildung und mehr als 11.000 Schulen. Nach Abschluss der für dieses Jahr geplanten Arbeiten werden 87 % der Kinder Zugang zu Schutzräumen haben; bis Ende 2027 beabsichtigt das Ministerium, diesen Wert auf 92 % zu erhöhen.

6 Milliarden Hrywnja und die ersten unterirdischen Kindergärten

Der Staat investiert weiterhin in die Schaffung einer sicheren Bildungsumgebung: In diesem Jahr hat die Regierung für die entsprechenden Maßnahmen 6 Milliarden Hrywnja vorgesehen. Davon wurden erstmals 1 Milliarde Hrywnja für den Bau unterirdischer Kindergärten aufgewendet – die erste solche Einrichtung funktioniert bereits in der Oblast Charkiw. In den grenznahen Regionen funktionieren rund 100 Strahlenschutzräume, in denen ein vollwertiger Bildungsprozess durchgeführt werden kann; weitere 131 solche Schutzräume werden mit Mitteln aus dem Staatshaushalt gebaut, darunter 18 unterirdische Kindergärten.

Kiew und die Oblast Kiew: fast 90 % unter Schutz

In Kiew verfügen 528 Einrichtungen der Vorschulbildung über Schutzräume, und in den Schulen funktionieren 435 Schutzräume, was es ermöglicht, 91 % der Vorschulkinder und Schüler der Hauptstadt zu schützen. 23 Kindergärten und 20 Schulen haben keine eigenen Schutzräume – für die Organisation des Unterrichts werden dort angemietete sichere Räume genutzt. In der Oblast Kiew gibt es in den Kindergärten 507 Schutzräume und in den Schulen 658, was laut dem Minister mehr als 90 % der Vorschulkinder und Schüler der Oblast mit Schutzräumen versorgt.

Grenznahen Gemeinden: keine einheitliche Lösung

Am schwierigsten bleibt die Lage in den grenznahen Gemeinden, wo, wie Butenko betonte, es keine einheitliche Lösung für alle geben kann. In einigen Gemeinden werden die Kinder im Fernformat lernen, in anderen werden Fern- und Präsenzformat kombiniert, einschließlich der Nutzung von Strahlenschutzräumen. Die endgültigen Entscheidungen werden vor Ort entsprechend der realen Sicherheitslage getroffen.

Verpflegung und Logistik des Schuljahres

Separat hat das Ministerium eine Lösung für den Fall vorgesehen, dass aufgrund von Sicherheitsbedrohungen eine vollwertige warme Verpflegung nicht organisiert werden kann: Die Kinder sollen ein vollwertiges Menü aus verzehrfertigen Produkten erhalten. Parallel dazu wurden in Kiew verschiedene Formate für die mögliche Organisation des Unterrichts in den Schulen erarbeitet, und die Eltern werden gebeten, gemeinsam mit den Kindern vor Beginn des Unterrichts „einfache, aber wichtige Dinge“ zu besprechen.