Das Pecherskyj-Richtungsgericht in Kiew hat Untersuchungshaft für zwei Militärangehörige und ehemalige Strafverfolger – Harmasch und Lymar – angeordnet. Laut Ermittlungsversion sind sie an dem Vorfall mit dem ehemaligen Kommandeur des 47. separaten mechanisierten Bataillons „Magura“, Alexander Schirschin, beteiligt. Für beide Beschuldigte ordnete das Gericht Untersuchungshaft bis zum 8. November an, mit der Möglichkeit, eine Kaution in Höhe von jeweils 12,6 Millionen Hrywnja zu leisten. Damit verbleiben bis Mitte Herbst bereits alle drei Verdächtigen in diesem hochbrisanten Fall unter Haftbedingungen mit Kautionsoption.
Wesentliche Anklage: Drogenfalle im Fahrzeug
Die Ermittler werfen Harmasch und Lymar vor, möglicherweise Drogen in das Fahrzeug von Alexander Schirschin geschmuggelt zu haben. Der Fall geht auf einen großen Skandal in Charkiw zurück: Polizisten stoppten das Fahrzeug des Militärangehörigen und gaben an, Drogen daraus beschlagnahmt zu haben. Genau diese Kontrolle und die anschließenden Maßnahmen der Strafverfolger wurden zum Ausgangspunkt der Ermittlung, in der nun drei Verdächtige – zwei Militärangehörige und ein ehemaliger Strafverfolger – sowie der zuvor festgenommene Aliew genannt werden.
Dritter Beschuldigter und Gesamtbild der Festnahmen
Am Vortag überprüfte das Gericht auch die Haftmaßnahme für den dritten Verdächtigen im Fall – Aliew. Auch er wurde bis zum 8. November in Untersuchungshaft genommen, wobei seine Kaution auf 14 Millionen 976 Tausend Hrywnja festgesetzt wurde. Insgesamt befinden sich im Fall der Drogenfalle gegen den Ex-Kommandeur der „Magura“ drei Personen unter Haftbedingungen mit Kautionsoption, was auf den Umfang und die Ernsthaftigkeit hinweist, mit der die Ermittler die Version einer geplanten Provocation prüfen.
Widersprüchliche Angaben
Rund um den Vorfall existieren zwei direkt gegensätzliche Narrative, von denen keines als endgültig anerkannt ist. Alexander Schirschin selbst behauptet, ihm seien Drogen während der Kontrolle untergeschoben worden, und bezeichnet das Geschehen als geplante Provokation. Gleichzeitig lautete die ursprüngliche Position der Nationalpolizei, dass bei der Fahrzeugkontrolle Drogen beschlagnahmt wurden, und eine Reihe von Veröffentlichungen präsentierte den Vorfall als möglichen Drogenhandel durch den ehemaligen Bataillonskommandeur. Als Reaktion auf diese Aussagen ordnete die Nationalpolizei eine interne Überprüfung der Maßnahmen der beteiligten Strafverfolger an. Die Version „Falle/Provokation“ und die Version „rechtmäßige Beschlagnahmung“ koexistieren also vorerst parallel, und das Gericht hat durch die Haftanordnung für drei Verdächtige faktisch die Arbeitsversion der Ermittler über einen Fallversuch bestätigt – endgültige Schlussfolgerungen zum Fall liegen jedoch noch nicht vor.
Prozessualer Status und weitere Schritte
Derzeit befinden sich alle drei Verdächtigen – Harmasch, Lymar und Aliew – bis zum 8. November in Untersuchungshaft mit Kautionsoption (12,6 Millionen Hrywnja für die ersten beiden und rund 14,98 Millionen Hrywnja für Aliew). Die weitere Entwicklung des Falls hängt vom Verlauf der Ermittlungen und den Ergebnissen der internen Überprüfung bei der Nationalpolizei ab: Diese sollen die Behauptungen Schirschins über eine geplante Provokation bestätigen oder widerlegen. Bis zur Erlassung entsprechender prozessualer Entscheidungen bleiben beide Versionen des Geschehens öffentlich in Kraft.