In der Ukraine müssen Patienten, die eine Herztransplantation benötigen, oft monatelang und sogar jahrelang auf ein Spenderorgan warten. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass ein geeigneter Spender manchmal überraschend schnell gefunden wird – und dann bleibt den Transplantologen keine Zeit zum Nachdenken. Im Interview mit RBC-Ukraine erzählte der Kardiologe und Transplantologe des Zentrums für Kardiologie und Herzchirurgie des ukrainischen Gesundheitsministeriums, Serhij Mohnatyj, von den Schicksalen von Patienten, die jahrelange Behandlungen, nächtliche Anrufe über einen Spender und Operationen durchlitten haben, von denen man nicht zurückweichen kann.
Der Patient, den man „bereits nicht mehr operieren wollte“
Eine der eindrucksvollsten Geschichten, die Mohnatyj erzählte, ist das Schicksal eines Patienten, der 11 Jahre lang wegen einer schweren Herzerkrankung behandelt wurde. Die Ärzte berücksichtigten seinen angeborenen Herzfehler, die anatomischen Besonderheiten, mehrere durchlittene Operationen und Episoden des Herzstillstands. „Angesichts seines Fehlers, der anatomischen Besonderheiten, der mehreren durchlittenen Operationen und der mehreren Herzstillstände haben wir bereits nicht mehr gehofft, dass wir ihn operieren können“, räumte der Herzchirurg ein. Dennoch stand der Patient auf der Warteliste für eine Transplantation, und etwa einen Monat nach der Aufnahme in die Liste wurde er nachts angerufen: Es gab einen Spender, der in allen Parametern perfekt passte. Die Transplantation wurde im Notfallmodus durchgeführt, und die Operation verlief erfolgreich.
Zwei Transplantationen in drei Tagen: Wenn die Warteschlange „zusammenbricht“
Diese Zeit war für das Team des Zentrums besonders arbeitsreich. Am Montag führten die Mediziner eine Transplantation bei einem erwachsenen Patienten durch, und bereits in der folgenden Nacht erhielten sie Informationen über einen kindlichen Spender. „Am Mittwoch haben wir auch diese Transplantation durchgeführt. Zwei Transplantationen in drei Tagen. Aber so etwas kommt ziemlich selten vor. Patienten müssen manchmal jahrelang warten“, betonte Mohnatyj. Laut seinen Worten ist jede solche Operation für das chirurgische und anästhesiologische Team eine enorme emotionale und physische Belastung, aber es ist unmöglich, die Möglichkeit, ein Leben zu retten, abzulehnen: „Zuerst erkennt man die ganze Komplexität, und dann versteht man, dass es keine anderen Optionen gibt: Wenn man ablehnt, weiß man nicht, wann die nächste Chance kommt“.
Wenn der Spender nicht kommt: Die Geschichte eines Mädchens auf ECMO
Nicht alle Geschichten enden erfolgreich. Mohnatyj erzählte von einem Mädchen, das lange Zeit auf dem Gerät der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) auf ein Spenderherz wartete, aber nicht wartete. „Leider kommt es vor, dass Patienten das Organ nicht erwarten“, bemerkte der Arzt. Er fügte hinzu, dass Kinderherzen ziemlich selten transplantiert werden: Laut den von ihm genannten Daten wurden in der Ukraine zum Zeitpunkt des Interviews 22 solche Operationen durchgeführt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr transplantieren die Mediziner des Ochmatdet zum ersten Mal die Organe eines vierjährigen Mädchens, bei dem ein Hirntod festgestellt wurde, wodurch es gelang, das Leben von drei Kindern zu retten – aber das sind Einzelfälle, keine systematische Praxis.
Das Leben nach der Transplantation: lebenslange Medikamente und schrittweise Rückkehr zu Belastungen
Nach der Herztransplantation kehren die Patienten allmählich zu einem aktiveren Leben zurück. In den ersten Tagen überwachen die Ärzte ihren Zustand sorgfältig und verschreiben Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems, um eine Abstoßung des Spenderorgans zu verhindern. Diese müssen sie lebenslang einnehmen. „Bis zum 6.–7. Tag sehen wir bereits ungefähr das Bild. Dann können die Patienten mehr bewegen. Sie sehen, dass die Belastung, die sie vor der Operation nicht leisten konnten, nun leichter fällt“, erklärte Mohnatyj. In dieser Zeit werden die Patienten auf eine allgemeine Station verlegt: Sie sind von anderen Patienten isoliert, aber sie können sich in der Nähe ihrer Angehörigen aufhalten, mehr gehen und allmählich zu ihrem gewohnten Rhythmus zurückkehren. Laut dem Transplantologen leben Menschen mit transplantierten Herzen in der Regel 10 Jahre vollwertig, oft sogar deutlich länger.
Widersprüchliche Daten
In den bereitgestellten Materialien wurden keine wesentlichen Widersprüche zwischen den Versionen der Seiten festgestellt. Der einzige Hinweis: Mohnatyj gibt an, dass in der Ukraine 22 Herztransplantationen bei Kindern durchgeführt wurden, ohne den zeitlichen Rahmen der Zählung zu präzisieren (für die gesamte Zeit oder für einen bestimmten Zeitraum). Gleichzeitig wird erwähnt, dass Kinder das Organ „jahrelang“ warten können, was die extrem niedrige Häufigkeit solcher Operationen indirekt bestätigt. Die genaue Statistik zu kindlichen Herztransplantationen in der Ukraine für 2026 ist in offener Form nicht verfügbar, daher wird die Zahl „22“ als Daten zum Zeitpunkt des Interviews angegeben, ohne die Möglichkeit einer unabhängigen Verifizierung anhand aktueller staatlicher Register.