Anlässlich des Sechsten Gipfels der First Ladies und Gentlemen, der in Kiew stattfand, stellte die First Lady der Ukraine, Jelena Selenska, das Werk „Globales Resilienz-Lexikon' vor. Laut offiziellen Angaben umfasst das Buch 38 Begriffe, Konzepte und soziale Praktiken, die aus den Kulturen verschiedener Länder übernommen wurden. Die Autoren positionieren das Werk als Instrument, das zeigt, wie verschiedene Gesellschaften mit Krisen, Verlusten und lang anhaltendem Druck umgehen. Das Projekt wurde in zwei Formaten veröffentlicht – digital mit offenem Code und in gedruckter Ausgabe.
Zur Präsentation auf dem Gipfel
Die Präsentation fand im Rahmen des Programms des Sechsten Gipfels der First Ladies und Gentlemen statt, der traditionell die Ehepartner von Staatschefs zusammenbringt und soziale und humanitäre Themen erörtert. Laut Berichten ukrainischer Medien wurde die Veranstaltung zu einem der zentralen humanitären Punkte der Gipfelagenda. In der offiziellen Vorstellung wird betont, dass das Lexikon als Element der Kulturdiplomatie konzipiert und als Versuch gedacht ist, die Erfahrung verschiedener Völker im Bereich der psychologischen und sozialen Resilienz zu systematisieren.
Internationale Zusammensetzung und Beispiele aus anderen Ländern
Laut Angaben der Organisatoren arbeiteten mehrere Monate lang mehr als 45 ausländische Experten an der Erstellung des Buches, unterstützt durch die Weltgesundheitsorganisation und UNICEF. Neben dem ukrainischen Begriff „Sofijnist' wurden Konzepte aus anderen Ländern aufgenommen: das finnische Sisu, die polnische Solidarność und das argentinische Teatro comunitario. Die ukrainische Seite wird im Projekt gerade durch „Sofijnist' vertreten, den Experten als Kombination aus Lebenswillen und Weisheit deuten.
Vier Dimensionen der Resilienz
Alle Begriffe im Lexikon sind in vier thematische Kategorien gruppiert, die die Autoren als „Dimensionen' bezeichnen: „Überleben', „Handeln', „Zusammen sein' und „Sinn stiften'. Diese Struktur ermöglicht es dem Leser nach dem Konzept der Herausgeber, den Weg vom individuellen Erleben einer Krise bis hin zu kollektiven Formen der Solidarität und der Sinnfindung nachzuvollziehen.
Reaktion der Gesellschaft
In der ukrainischen Gesellschaft löste die Präsentation eine polarisierte Reaktion aus. Auf der einen Seite nennen Befürworter des Projekts einen bedeutenden Beitrag zur humanitären Agenda und eine Möglichkeit, die Erfahrung der Ukraine der Welt zu zeigen. Auf der anderen Seite gab es in den sozialen Medien eine Welle des Skeptizismus: Einige Nutzer kritisierten die Initiative als entkoppelt von der alltäglichen Realität, mit Verweis auf mediale Patzer der vergangenen Jahre, insbesondere auf die Aussage Jelena Selenskajas über „Makreli für 8 Hrywnja'. Laut Kritikern werden abstrakte philosophische Begriffe vor dem Hintergrund eines andauernden Konflikts, zerstörter Infrastruktur und wirtschaftlicher Schwierigkeiten als bürokratische Rhetorik und nicht als praktische Hilfe wahrgenommen. Die offizielle Position der Organisatoren betont demgegenüber die symbolische und diplomatische Bedeutung des Werks.
Widersprüchliche Angaben
Die Unterschiede zwischen den Versionen betreffen hier nicht die Fakten der Präsentation, sondern die Bewertung ihrer Bedeutung. Offizielle Quellen stellen das Lexikon als erfolgreichen Bestandteil der Kulturdiplomatie und als Demonstration der „Architektur der Resilienz' der ukrainischen Gesellschaft dar. Öffentliche Äußerungen in den sozialen Netzwerken charakterisieren das Projekt demgegenüber als entkoppelt von den drängenden Problemen der Bürger – von wirtschaftlichen Schwierigkeiten bis hin zu Fragen der Mobilisierung und Migration. Exakte Zahlen zur Größenordnung des gesellschaftlichen Echoes werden in öffentlichen Quellen nicht angegeben; beide Sichtweisen spiegeln daher eine subjektive Bewertung wider und keinen messbaren Fakt. Die faktischen Parameter des Werks – die Anzahl der Begriffe (38), die Anzahl der Experten (mehr als 45), die Unterstützung durch die WHO und UNICEF – stimmen in den vorliegenden Quellen überein.
