Wenn die Nächte kühler werden, schaffen es die Tomaten im Beet oft nicht mehr, bis zum Ende der Saison richtig rot zu werden. In diesem Fall werden die grünen Früchte geerntet und in die Wohnung gebracht, wo sie allmählich nachreifen. Das Ergebnis hängt jedoch davon ab, wie weit entwickelt die Tomaten zum Zeitpunkt der Ernte waren. Wir erklären, wie man die Ernte richtig zu Hause nachreifen lässt, wo man sie aufbewahrt und was man tun kann, damit die Früchte schneller rot werden.

Welche Früchte eignen sich zum Nachreifen

Für das Nachreifen nimmt man gesunde, vollständig ausgebildete Früchte, die bereits die für ihre Sorte übliche Größe erreicht haben. Tomaten mit Fäule, Rissen oder starken Beschädigungen sollte man nicht zum Nachreifen aufbewahren. Wenn eine Frucht bereits heller wird und ihre grüne Farbe weniger gesättigt ist, hat sie bessere Chancen, nach der Ernte normal zu reifen. Die University of Minnesota Extension weist darauf hin, dass vollständig ausgebildete grüne Tomaten sich in Innenräumen erfolgreich nachreifen lassen, während ganz unreife Früchte oft keinen guten Geschmack entwickeln.

Wann die Ernte einbringen: vor dem Frost

Die Tomaten sollten geerntet werden, bevor sie durch Frost beschädigt werden: Niedrige Temperaturen können das weitere Reifen beeinträchtigen. Die Utah State University Extension empfiehlt, vor starkem Frost reife grüne oder leicht rötliche Tomaten zu ernten und in die Wohnung zu bringen, um die Ernte zu erhalten.

Wo und wie aufbewahren: Wärme ist wichtiger als Licht

Die einfachste Variante besteht darin, die Früchte in einer trockenen, beheizten Räumlichkeit in einer Schicht auszubringen. Die Tomaten sollten nicht dicht aneinander liegen: So fällt es leichter, rechtzeitig eine Frucht zu bemerken, die zu verderben beginnt. Für das Nachreifen ist direktes Sonnenlicht nicht erforderlich – viel wichtiger ist, dass es im Raum warm genug ist. Licht wird zum Reifen nicht benötigt, eine warme Raumtemperatur ist dagegen entscheidend. Die Früchte sollten in einer Schicht so ausgelegt werden, dass sie einander nicht berühren, und während des Nachreifens regelmäßig kontrolliert werden.

Karton mit Papier und die Rolle des Ethylens

Ein empfehlenswerter Ansatz besteht darin, die grünen Tomaten in einen Karton zu legen und mit Papier abzudecken. Diese Methode hilft, die Feuchtigkeit zu halten, und ermöglicht es, die Früchte in getrennten Schichten aufzubewahren; Experten empfehlen genau diese Variante. Während des Reifens produzieren Tomaten Ethylen – ein natürliches Gas, das am Reifeprozess beteiligt ist: Sobald eine Frucht in die Phase der Farbveränderung übergeht, ist sie in der Lage, auch nach der Ernte weiter zu reifen. Deshalb müssen die Tomaten nicht auf eine sonnige Fensterbank gestellt werden – besser ist es, stabile Bedingungen zu schaffen und die Früchte regelmäßig zu prüfen.

Reifezeit und was man nicht tun sollte

Eine genaue Zeitspanne gibt es nicht: Die Reifegeschwindigkeit hängt von der Sorte, der Temperatur und dem Reifegrad der Frucht zum Zeitpunkt der Ernte ab. Manche Tomaten beginnen recht schnell, ihre Farbe zu verändern, andere brauchen länger. Damit die Ernte allmählich reift, können bereits rot gewordene Früchte regelmäßig entfernt werden, während die grünen weiter nachreifen. Wichtig ist, grüne Tomaten nicht in den Kühlschrank zu stellen: Die niedrige Temperatur hilft ihnen nicht, normal zu reifen, und kann Geschmack und Textur verschlechtern. Wenn ein Teil der Früchte ganz klein, stark beschädigt oder anfällig für Fäule ist, sollte man von ihnen kein vollständiges Reifen erwarten – solche Tomaten sind besser auf andere Weise zu verwenden.