Reife Traubenbüschel können noch vor der Ernte zu faulen beginnen: Die Beeren dunkeln ein, reißen auf, werden weich oder bedecken sich mit einem Belag, und von der Traube geht manchmal ein charakteristischer säuerlicher Geruch aus. Laut Penn State Extension schaffen kühle Temperaturen und feuchte Bedingungen ein günstiges Milieu für die Entwicklung von Fäulnis, während einzelne beschädigte Beeren zu Punkten werden, von denen die Infektion auf die gesamte Traube übergreifen kann. Wir analysieren die fünf Hauptursachen und praktische Schritte, die helfen, das Problem mitten in der Erntesaison zu stoppen.
Botrytis-Fäulnis: der Hauptfeind feuchten Wetters
Eine der häufigsten Ursachen für den Verfall ist die Botrytis-Fäulnis, die durch den Pilz Botrytis cinerea verursacht wird. Laut Penn State Extension entwickelt sich das Problem bei feuchtem Wetter besonders aktiv, wenn Beeren und Büschel nach Regen oder Tau lange nicht abtrocknen. Einzelne Beeren beginnen, weich zu werden und zu faulen, und im weiteren Verlauf kann die Infektion die gesamte Traube erfassen. Agronomen empfehlen, beschädigte Beeren und Büschel rechtzeitig zu entfernen, damit sie nicht zur Quelle einer weiteren Ausbreitung der Infektion werden.
Risse und mechanische Beschädigungen
Risse in der Schale öffnen Pilzen und Mikroorganismen den Weg. Eine Beere kann durch einen plötzlichen Feuchtigkeitszufluss, durch Insekten, Vögel oder mechanische Verletzungen beschädigt werden. Experten des UC Agriculture and Natural Resources IPM weisen darauf hin, dass beschädigte Beeren besonders anfällig für verschiedene Fäulniserreger werden; Ursachen der Verletzung können Insekten, Vögel, Risse während des Beerenwachstums oder Schäden im Zusammenhang mit anderen Weinbergskrankheiten sein. Deshalb sollten gerissene Beeren nicht lange unter den gesunden Beeren bleiben.
Säurefäulnis und Essgeruch
Wenn die Beeren bräunlich werden, zerfallen, Saft austreten und von der Traube ein an Essig erinnernder Geruch ausgeht, kann die Ursache die sogenannte Säurefäulnis sein. Laut Penn State Extension können an der Entwicklung dieses Problems beschädigte Beeren, Hefen, Essigsäurebakterien und Fruchtfliegen beteiligt sein. Insekten werden vom Saft der beschädigten Beeren angezogen, und dies hilft dem Problem, sich weiter auf die Büschel auszubreiten. In diesem Fall ist es wichtig, faule Beeren nicht am Rebstock zu belassen und die benachbarten Trauben regelmäßig zu kontrollieren.
Verdichtung des Rebstocks und Luftzirkulation
Wenn die Büschel ständig in dichten Blättern hängen, zirkuliert die Luft zwischen ihnen schlechter. Nach Regen oder Tau bleibt die Feuchtigkeit länger an den Beeren, was günstige Bedingungen für die Entwicklung von Fäulnis schafft. Experten der Penn State Extension stellen fest, dass eine bessere Luftzirkulation und eine Verringerung der übermäßigen Beschattung das Risiko bestimmter Fäulnisarten senken. Dabei ist wichtig zu achten, dass der Rebstock nicht überdichtet ist und die Büschel nach Niederschlägen ausreichend schnell abtrocknen.
Überreife und Erntezeitpunkt
Überreifer Wein wird allmählich weicher und anfälliger für Beschädigungen. Wenn die Beeren bereits zu reißen begonnen haben oder an einzelnen Büscheln die ersten Anzeichen von Fäulnis auftreten, kann ein zu langes Warten riskant sein – insbesondere bei warmem und feuchtem Wetter, wenn Fäulnis schnell von einzelnen Beeren auf die gesamte Traube übergehen kann. Wenn der Großteil des Weins bereits reif ist, sollten die Büschel regelmäßig kontrolliert und die gesunde Ernte nicht neben der bereits verdirbenden belassen werden.
Widersprüchliche Daten
In den agrartechnischen Empfehlungen gibt es einen Nuance, der auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht. Einerseits raten Experten, die Luftzirkulation zu verbessern und die Beschattung der Büschel zu verringern, um das Fäulnisrisiko zu senken. Andererseits warnt dasselbe Material davor, die Büschel am Ende der Saison stark freizulegen: Lange im Schatten gehaltene Beeren können durch plötzliche Sonne geschädigt werden. Der Ansatz zur Belüftung der Kronen sollte daher moderat sein und die Reifephase berücksichtigen: Mitten in der Saison ist die Belüftung wichtig, am Ende der Saison der Schutz vor plötzlichen Lichtwechseln.
Was tun: praktische Schritte
Wenn der Wein bereits massenhaft zu faulen begonnen hat, ist es wichtig, zunächst die Art des Problems zu bestimmen: Ein grauer flaumiger Belag, Risse, eine Verdunkelung der Beeren oder ein deutlicher Essgeruch weisen auf verschiedene Ursachen hin, und dementsprechend unterscheidet sich auch der Ansatz zur zukünftigen Prävention. Universelle Maßnahmen sind das rechtzeitige Entfernen beschädigter Beeren und Büschel, die Kontrolle der Verdichtung des Rebstocks, die Verbesserung der Belüftung und die regelmäßige Kontrolle der benachbarten Büschel mitten in der Erntesaison. Diese Schritte helfen, die Ausbreitung der Fäulnis zu stoppen und den gesunden Teil der Ernte zu erhalten.