Die ukrainische Marke GUNIA Project hat gemeinsam mit dem kultigen französischen Verlag Assouline das Buch Naïve My Love vorgestellt, das dem Phänomen der ukrainischen Naiven Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Das in der charakteristischen Sammler-Ausgabe-Manier von Assouline gestaltete Werk führt ein künstlerisches Phänomen einem internationalen Publikum vor, das sich in der Ukraine Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts formte und lange Zeit im Schatten der akademischen Kunstgeschichte blieb. Das in der Stilistik der Naiven Malerei gestaltete Buchcover ist bereits an sich eine Demonstration der Ästhetik, über die im Text die Rede ist.

Autodidakte Künstler und ihre Sprache

Im Zentrum des Werkes steht das Schaffen von Meistern, die keine professionelle kunsthandwerkliche Ausbildung hatten und sich von der akademischen Kunstszene distanzierten. Sie erlernten ihr Handwerk durch Praxis, das Lernen bei anderen Meistern und persönliche Erfahrung, und ihre Arbeiten zeichneten sich durch Unmittelbarkeit, Emotionalität und Freiheit der Fantasie aus. Gerade diese Qualitäten machten die Naive Kunst erkennbar und gefragt: Ein Teil der Werke wird heute in Museen in Kiew und anderen Städten der Welt aufbewahrt, während einzelne Arbeiten lange Zeit als verloren galten und erst nach dem Tod ihrer Urheber wiederentdeckt wurden.

Von der Wand des Bauernhauses bis zum modernen Design

Das Besondere an der ukrainischen Naiven Kunst ist, dass einige ihrer Beispiele nicht auf Leinwänden, sondern an den Wänden ländlicher Häuser, auf Möbeln und Alltagsgegenständen erhalten geblieben sind – also genau in der Umgebung, in der sie geschaffen wurden. Das Buch zeigt nicht nur die wichtigsten Vertreter der Naiven Malerei des 20. Jahrhunderts, sondern verfolgt auch, wie diese Kunst den Avantgarde der 1910er- und 1920er-Jahre beeinflusste und weiterhin das moderne Design prägt, indem sie die lokale Tradition mit globalen künstlerischen Prozessen verbindet.

Team und internationaler Verlag

Ideenstifterinnen und kreative Direktorinnen des Werkes sind die Gründerinnen von GUNIA Project, Maria Hawryluk und Natalja Kamenskaja. Die Auswahl der Künstler und Werke sowie die konzeptionelle Grundlage des Buches formte die Kieler Kunstverlegerin, Kuratorin und Forscherin der ukrainischen Naiven Kunst Lidija Lysschak. Die Texte verfasste die ukrainische Journalistin und Forscherin Anna Lodygina, Gründerin des Projekts Back to the Roots. Partner war der Pariser Verlag Assouline, gegründet 1994 von Prosper und Martin Assouline, der im Laufe seiner Tätigkeit mehr als zweitausend Ausgaben über Kunst, Mode, Design, Architektur und Kultur veröffentlichte.

Unterstützung und Verfügbarkeit

Die Erstellung der ukrainischen Ausgabe wurde von Nova Ukraine, Bilokin Initiative, Sushko Philanthropy, Jorge & Maria Romo Foundation, Tokarev Foundation, ALIPH Foundation und xpate unterstützt. Die Veröffentlichung in Partnerschaft mit Assouline macht das Buch einem internationalen Publikum zugänglich, was der Strategie von GUNIA Project zur Förderung der ukrainischen Kultur im Ausland entspricht.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Materialien ist eine geringfügige Unstimmigkeit im Untertitel des Buches festzustellen: Im beschreibenden Text der Ausgabe erscheint die Formulierung „Ukrainian Art of the 20th Century“, während auf dem Cover und in einer der Schlagzeilen der Pressemitteilung „Ukrainian Folk Art of the 20th Century“ verwendet wird. Der Unterschied ist für den Inhalt unbedeutend, aber bei der Zitierung des exakten Titels empfiehlt es sich, sich auf das Cover der Ausgabe zu stützen – „Ukrainian Folk Art of the 20th Century“.