Das Hauptamt für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat Informationen über russische Wissenschaftler und Entwickler veröffentlicht, die an militärischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beteiligt sind. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine offizielle Mitteilung des GUR des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Laut Angaben der Behörde arbeiten in Russland Hochschulen und Forschungseinrichtungen direkt mit dem russischen Verteidigungsministerium und Betrieben des militärisch-industriellen Komplexes zusammen und führen Arbeiten im Rahmen staatlicher Programme zur Entwicklung modernster Waffensysteme und zugehöriger Technologien aus.

Wer in den veröffentlichten Daten genannt wird

Zu den Personen, die laut GUR mit dem russischen Rüstungskomplex zusammenarbeiten und an der Entwicklung von Technologien für militärische und zivile Doppelzwecke beteiligt sind, zählt ein breiter Kreis von Fachleuten aus einschlägigen Instituten und Hochschulen. Die Behörde betont, dass ein erheblicher Teil dieser Wissenschaftler trotz seiner Bindung an Verteidigungsprogramme eine aktive internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit pflegt: Sie führen gemeinsame Forschungen mit Kollegen aus anderen Ländern durch, sind Mitautoren von Veröffentlichungen in führenden internationalen Fachzeitschriften und nehmen an internationalen Konferenzen und Veranstaltungen teil.

Wissenschaft als Kanal zur Bildung eines strategischen Vorsprungs

Wie der ukrainische Auslandsnachrichtendienst anmerkt, wird die bei dieser internationalen Zusammenarbeit gewonnene Erfahrung anschließend in russische Forschungseinrichtungen übertragen. Dort wird sie laut GUR nicht nur zur Entwicklung und Modernisierung von Waffen genutzt, sondern auch zur Bildung eines strategischen Vorsprungs Russlands im modernen technologischen Wettrüsten. Damit werden öffentliche wissenschaftliche Verbindungen nach Einschätzung der Behörde zu einem der Kanäle zur Stärkung des Verteidigungspotenzials Russlands.

Militärischer Kontext: Angriffe auf die Luftwaffe und Luftabwehrsysteme Russlands

Die Veröffentlichung von Daten zur wissenschaftlichen Unterstützung des Rüstungskomplexes erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Angriffe auf die militärische Infrastruktur Russlands. Kürzlich zerstörten ukrainische Streitkräfte einen russischen Jagdflugzeug MiG-29 direkt auf einem Flugplatz in der Region Kursk und trafen zudem das luftgestützte Raketen- und Geschützsystem „Pantsir-S1“. Außerdem wurde ein Bomber Su-24M getroffen, der auf dem Militärflugplatz „Saki“ in der vorübergehend besetzten Krim von Kräften des Spezialkommandos des Zentrums für Spezialaufgaben der Nationalgarde „Omega“ zerstört wurde.

Die Gesamtheit dieser Fakten zeigt nach Logik der ukrainischen Seite, dass der wissenschaftlich-technologische Bereich der Verteidigungsbranche Russlands zum Gegenstand einer genaueren Beobachtung durch den Auslandsnachrichtendienst wird, und die veröffentlichten Daten über konkrete Entwickler könnten zur Bewertung von Schwachstellen und Prioritäten des russischen Rüstungskomplexes genutzt werden.