Als Reaktion auf den Vorfall mit einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle, für den Berlin Russland offiziell verantwortlich macht, bereitet Deutschland ein neues Paket militärischer Hilfe für die Ukraine vor. Laut Informationen von t-online, die aus Regierungskreisen der Bundesrepublik stammen und von RBC-Ukraine überprüft wurden, erhält Kiew bereits im September zusätzliche Luftabwehrraketen für die IRIS-T-Systeme, in Kürze mehrere tausend Kampfdrohnen. Neben den Waffen beabsichtigt Berlin, die Aufklärungszusammenarbeit mit der Ukraine zu verstärken.
Militärische Hilfe: Raketen und Drohnen
Wie die deutsche Regierung erklärte, habe die Ukraine „in den letzten Monaten dank der deutschen Hilfe in erheblichem Maße große militärische Erfolge erzielt“. In Berlin betonte man, dass Russland „keine strategische Antwort“ auf diese Erfolge habe, weshalb der Kreml – so die Einschätzung der Bundesrepublik – zur Eskalation greife, sowohl durch militärische Schläge auf das Territorium der Ukraine als auch durch verstärkte hybride Angriffe. Genau mit dieser Logik begründet die Regierung die Entscheidung über die Lieferung zusätzlicher IRIS-T-Luftabwehrraketen und Kampfdrohnen: Die Unterstützung diene dem Schutz kritischer Infrastruktur und der Stärkung des Schlagpotenzials Kiews.
Position Kiews und Koordination zum „Schattenflotte“
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Alexej Makajew, begrüßte die „entschlossene Antwort Berlins“ auf den russischen Angriff in Leipzig. Seinen Worten zufolge stehe Kiew in enger Abstimmung mit Berlin in drei Bereichen: dem Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnen, koordinierten Maßnahmen gegen die russische „Schattenflotte“ und der Vorbereitung nachfolgender Sanktionen gegen Russland. Damit wurde der Drohnenvorfall in Leipzig nicht nur Anlass für eine militärische, sondern auch für eine diplomatische und sanktionspolitische Reaktion.
Chronologie des Vorfalls und die Zuschreibung der Verantwortung an Russland
In der Nacht zum 5. August wurde am ukrainischen Frachtflugzeug An-124 am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt, woraufhin der Flughafen seinen Betrieb vorübergehend einstellte. Später berichtete die Zeitung Die Zeit, dass eine FPV-Drohne in den am verletzlichsten Teil des Flugzeugrumpfes – in den Bereich der Treibstofftanks – gelangt sei, was laut dem Blatt auf einen gezielten Angriff hindeute. Am 25. August stellten deutsche Behörden eine weitere Drohne mit Sprengstoff fest, die vermutlich ebenfalls bei dem Angriff auf die An-124 zum Einsatz gekommen war. Deutschland machte Russland offiziell für den Vorfall verantwortlich: Berlin schloss das russische Konsulat in Bonn, kündigte den Vertrag über das „Russische Haus“ auf und initiierte neue Sanktionen in der EU.
Widersprüchliche Angaben
In offenen Quellen weichen die Einschätzungen zum Umfang der zu liefernden Drohnen voneinander ab. In Regierungserklärungen, die über t-online verbreitet wurden, ist die Rede von „mehreren tausend Kampfdrohnen“ in Kürze. Andere Medien (insbesondere Korrespondent unter Verweis auf Medienberichte) nennen eine deutlich höhere Zahl – rund 50.000 Drohnen, die Deutschland angeblich für die Ukraine bezahlen werde, wobei Nachrichtenagenturen dies als eine der größten Drohnenbestellungen beschreiben. Der Unterschied in den Zahlen lässt sich dadurch erklären, dass „mehrere tausend“ sich auf die unmittelbarste Lieferung als Reaktion auf den Vorfall in Leipzig bezieht, während 50.000 den kumulativen/Rahmenauftrag im Rahmen des Lieferprogramms betrifft. Bis zu einer offiziellen Abgleichung dieser Angaben in Regierungspressemitteilungen ist der genaue Umfang der Hilfe als nicht endgültig festgelegt zu betrachten.