Der türkische Schauspieler Halit Ergenç, der durch seine Rolle als Sultan Süleyman in der Serie „Großartig Jahrhundert“ weltweite Bekanntheit erlangte, besuchte Russland und nahm am internationalen Jugendforum in Jekaterinburg teil. Im Gespräch mit Journalisten lobte er nicht nur die Atmosphäre der Veranstaltung, sondern ließ auch die Möglichkeit einer Teilnahme an russischen Filmprojekten zu und äußerte sich überraschend über Borschtsch – eine Suppe, um die in der Ukraine und in der Türkei regelmäßig kulturelle Streitigkeiten entbrennen.
Besuch des Forums in Jekaterinburg
Laut Medienberichten reiste Ergenç zu dem internationalen Jugendforum (JFM-2026) nach Jekaterinburg, das Mitte September 2026 stattfand. Der Schauspieler äußerte sich positiv über die Organisation und die Atmosphäre der Veranstaltung und bemerkte, dass er zum ersten Mal in dem Land gewesen sei. „Es ist sehr angenehm, hier auf diesem Jugendfestival zu sein, und die hier herrschende Energie ist einfach beeindruckend“, erklärte er den Journalisten. Besonders hob er stolz hervor, dass die Serie „Großartig Jahrhundert“ in Russland auch mehr als zehn Jahre nach der Premiere eine anhaltende Beliebtheit genießt.
Bereitschaft zur Arbeit im russischen Kino
Während seines Besuchs ließ Ergenç durchblicken, dass er in Zukunft möglicherweise an russischen Filmprojekten teilnehmen könnte. Diese Aussage kam vor dem Hintergrund, dass seine Hauptfigur – Sultan Süleyman – zu einer der bekanntesten Figuren im russischen Fernsehraum geworden war. Für das ukrainische Publikum wird jedoch der bloße факт des öffentlichen Besuchs und der positiven Bewertungen einer russischen Veranstaltung kritisch wahrgenommen: In ukrainischen Medien erscheint Russland konsequent als Aggressorstaat, und das Auftreten eines beliebten ausländischen Künstlers dort löste eine Welle der Unzufriedenheit aus.
Aussage über Borschtsch
Am meisten Aufsehen erregte die Aussage des Schauspielers über die Küche. Im Gespräch mit Journalisten erinnerte er sich an Borschtsch und erklärte: „Wir kochen Borschtsch in der Türkei. Ich liebe es. Es ist eine ausgezeichnete Suppe. Ich bin ein Fan von Suppen.“ Für die Ukraine hat dieses Thema eine besondere Bedeutung: 2022 wurde die Tradition der Zubereitung des ukrainischen Borschtschs von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, das dringendem Schutz bedarf. Deshalb wurden die Worte des türkischen Schauspielers, dass Borschtsch „in der Türkei“ gekocht werde, von einem Teil des Publikums als streitbare und provokante Aussage wahrgenommen.
Widersprüchliche Angaben
In den Berichten über den Besuch gibt es einige Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens ist dies der Streit über den Ursprung und die „Zugehörigkeit“ des Borschtschs: Einerseits hat die UNESCO 2022 den Borschtsch als Element des ukrainischen immateriellen Erbes anerkannt, andererseits behauptet Ergenç selbst, dass diese Suppe auch in der Türkei gekocht werde, wo sie, wie er sagt, beliebt sei. Beide Positionen existieren parallel, und eine öffentliche Beilegung dieses kulturellen Streits gibt es nicht. Zweitens gehen die Bewertungen des Besuchs auseinander: Russische und einige internationale Quellen beschreiben die Reise als erfolgreiche Teilnahme an einem Jugendforum mit positiven Rückmeldungen des Schauspielers, während ukrainische Medien den Fokus auf die Ablehnung der Anwesenheit des Stars in Russland und auf seine Worte über Borschtsch legen. Die Chronologie stimmt dabei überein: Das Forum und der Besuch werden auf den 13.–14. September 2026 datiert, was dem aktuellen Zeitpunkt entspricht.
Kontext: Karriere und Gerichtsverfahren
Halit Ergenç wurde durch seine Rolle in „Großartig Jahrhundert“ (2011–2014) bekannt, einer der erfolgreichsten türkischen Serien der Welt. In seiner Filmografie stehen außerdem die Projekte „Tausendundeine Nacht“, „Meine Familie“ und „Babel“. Ein eigener Teil der Informationen ist mit der Justizgeschichte des Schauspielers verbunden: 2025 sprach ein Strafgericht in Istanbul ihn wegen Falschaussage in einer Sache, die mit den Protesten im Gezi-Park 2013 zusammenhängt, schuldig. Ihm wurde eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, zehn Monaten und fünfzehn Tagen auferlegt, deren Vollstreckung jedoch ausgesetzt wurde – unter der Bedingung, dass er während der Bewährungszeit keine neue Rechtsverstöße begeht.