Der Chef der Promoterfirma Matchroom Boxing, Eddie Hearn, bestätigte in einem Interview offiziell, dass der Vertrag für das Mega-Event zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua bereits von beiden Seiten unterzeichnet wurde. Laut dem Promoter hat keiner der Beteiligten eine rechtliche Grundlage für eine einseitige Absage des Kampfes. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund der jüngsten Aussagen Fureys selbst, der öffentlich erklärte, dass der Kampf «wohl nicht stattfinden werde», was um das bevorstehende Ereignis einen medialen Wirbel erzeugte.

«Niemand kann einfach so aus dem Vertrag aussteigen»

Hearn reagierte in scharfer Form auf die öffentlichen Aussagen des WBC-Champions. «Der Vertrag ist unterzeichnet, wir warten auf das Datum. Sie haben gesehen, wie Tyson Fury getobt und geschrien hat… Aber es gibt keinen Grund zum Schreien – der Kampf ist vereinbart. Niemand kann einfach so aus dem Vertrag aussteigen. Einzige Möglichkeit, den Kampf zu stoppen, ist ein direkter Verstoß gegen seine Bedingungen», betonte der Promoter. Damit machte Matchroom Boxing deutlich, dass jegliche Versuche Fureys oder seines Umfelds, den Kampf ohne objektive Gründe zu sabotieren, als Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen gewertet werden würden. Laut Quellen ist der Kampf der britischen Schwergewichtler für November 2026 geplant, ein genaues Datum wurde jedoch noch nicht bekanntgegeben.

Kampf um den Austragungsort: Großbritannien gegen Madison Square Garden

Der Hauptstreitpunkt bei der Organisation des Superfights wurde der Austragungsort. Joshua und Hearn hatten den Vertrag ursprünglich mit der Erwartung unterzeichnet, dass der Kampf auf dem Gebiet Großbritanniens stattfindet, wo beide Kämpfer eine starke Fangemeinde und ein vertrautes Umfeld haben. Die Organisatoren des saudischen Unternehmens Sela, die für Logistik und Übertragung zuständig sind, bestehen jedoch auf einem Verlegung des Events in die USA. Als prioritäre Arena wird die Madison Square Garden in New York betrachtet – die Wahl wird durch die Bequemlichkeit für die globale Übertragung auf der Plattform Netflix begründet, die die exklusiven Ausstrahlungsrechte erworben hat. Eine Änderung des Ortes zieht zusätzliche logistische und organisatorische Kosten nach sich, was, so Matchroom, das finale Honorar Joshuas verringert.

Finanzielle Forderungen von Matchroom

In Verbindung mit einer möglichen Verlegung des Kampfes nach Amerika fordert Matchroom Boxing offiziell eine Überarbeitung der finanziellen Bedingungen des Vertrags. Der Promoter besteht auf einer Erhöhung der Zahlungen an Joshua, falls der Kampf tatsächlich auf dem Gebiet der USA stattfindet, da zusätzliche Kosten für Flug, Unterkunft und Anpassung an den neuen Markt auf das Budget der Veranstaltung entfallen. Hearn hatte zuvor bereits ein hartes Ultimatum mit einer Liste von Bedingungen für die Durchführung des Kampfes mit Fury vorgelegt, und die Finanzfrage bleibt der Schlüssel in den aktuellen Verhandlungen zwischen den Parteien.

Dana White wird nicht Promoter

Besondere Aufmerksamkeit verdient Hernans Kommentar zu den Gerüchten über die Einbindung des UFC-Chefs Dana White (Zuffa Boxing) in die Organisation des Superfights. Der Promoter wies die Version kategorisch zurück, wonach White in der Rolle des Promoters des Events auftritt. Laut Hearn darf White ausschließlich als Vertreter oder Berater des Teams Fury anwesend sein, da die Promoterrechte am Kampf anderen Parteien – Matchroom Boxing und Sela – gehören. Diese Erklärung soll die Rollen der Beteiligten abgrenzen und die Spannung um einen möglichen Interessenkonflikt abbauen.

Widersprüchliche Angaben

Um den Status des Kampfes besteht ein direktes Auseinanderklaffen der Positionen der Parteien. Auf der einen Seite behauptet Eddie Hearn, dass der Vertrag unterzeichnet, der Kampf «vereinbart» und ohne Verletzung der Bedingungen nicht mehr rückholbar sei. Auf der anderen Seite erklärte Tyson Fury selbst in einer jüngsten öffentlichen Aussage, dass der Kampf «wohl nicht stattfinden werde», was faktisch die Tatsache der Unterzeichnung oder zumindest die Freiwilligkeit der Teilnahme in Frage stellt. Außerdem wurde, obwohl Hearn von einem unterzeichneten Vertrag spricht, ein genaues Datum des Kampfes bis heute nicht genannt, und die Frage des Austragungsorts (Großbritannien oder USA) bleibt ungelöst. Formell sind die vertraglichen Verpflichtungen also fixiert, aber die praktische Umsetzung des Kampfes hängt von der Beilegung des Streits um den Austragungsort und die Finanzbedingungen ab, was den Ausgang des Events nicht vollständig vorhersehbar macht.

Was als Nächstes

Auf den aktuellen Stand, den 23. August 2026, bleiben bis zur voraussichtlichen November-Frist etwa drei Monate. Die wichtigsten Meilensteine der kommenden Wochen werden sein: die Bekanntgabe des genauen Kampfdatums, die endgültige Entscheidung zum Austragungsort und die Unterzeichnung der finalen finanziellen Anlagen zum Vertrag. Falls die Verhandlungen zwischen Matchroom, Sela und dem Lager Fureys nicht erfolgreich verlaufen, könnte die Sache vor einen Schiedsgericht ziehen, was den Kampf wiederum auf unbestimmte Zeit verschieben würde. Hernans Position bleibt dennoch unverändert: Der Vertrag ist gültig, und der Kampf wird stattfinden.