An der Donau hat sich eine kritische Situation entwickelt: Der Wasserstand ist auf ein Niveau gefallen, das Experten als historisches Minimum bezeichnen. Auf dem südlichen Abschnitt des Flusses musste der Schiffsverkehr aufgrund der starken Verlandung eingeschränkt werden. Das Wasser ist so stark zurückgegangen, dass im Bereich der ungarischen Stadt Mohács Wracks von Schiffen, die bereits während des Zweiten Weltkriegs gesunken waren, an die Oberfläche kamen.

Die Situation sorgt bei Fachleuten für ernsthafte Besorgnis. Wie das Medium euronews berichtet, ist das Problem seit langem bekannt, doch die Behörden verfügen derzeit weder über konkrete Ideen noch über die Mittel zu seiner Lösung. Der Ausmaß der Katastrophe ist visuell offensichtlich: Sandbänke sind im Fluss sichtbar geworden, und unter der Margit-Brücke in Budapest hat sich ein Durchgang geöffnet, der normalerweise unter Wasser liegt.

Ökologische Katastrophe in Baja

Die schwerwiegendste Lage herrscht in der Stadt Baja (Ungarn). Hier sind einzelne Arme des Flusses Sugovica fast vollständig ausgetrocknet, was zum Tod der Wasserlebewesen geführt hat. Im Höhepunkt der Dürre betrug die Wassertiefe nur 14 Zentimeter. Zum Vergleich: Dieser Wert liegt doppelt so niedrig wie der vorherige negative Rekord.

Gleichzeitig bleibt die Reaktion der Öffentlichkeit ambivalent. Einige Anwohner, die am freigelegten Flussbett vorbeigehen, sind der Ansicht, dass sich die Regierung auf die Rettung des venezianischen Sees konzentrieren sollte, anstatt auf die aktuelle Situation mit dem Fluss.

Der Trend ist gefährlicher als ein einmaliges Ereignis

Der Leiter der Abteilung für Hochwasserschutz und Flussmanagement des lokalen Wasserwirtschaftsamtes, Csaba Abonyi, erklärte, dass die größte Besorgnis nicht die aktuelle Dürre, sondern der Trend des Klimawandels selbst auslöse. Die Statistik bestätigt seine Befürchtungen:

  • In den letzten 125 Jahren sank der Wasserstand 21 Mal unter die Marke von 100 Zentimetern.
  • Dabei ereigneten sich 14 dieser Fälle allein in den letzten 25 Jahren.

Abonyi betonte, dass die Prognosen der Wissenschaftler bestätigt werden: An der Donau werden immer häufigere und längere Perioden mit niedrigem Wasserstand erwartet. Früher wurde der Niederschlagsmangel durch Schmelzwasser aus den Alpen ausgeglichen, doch aufgrund der globalen Erwärmung haben sich die Gletscher drastisch verkleinert, und die Wasservorräte sind praktisch aufgebraucht.

Experten stellen fest, dass es bei Flüssen nicht möglich ist, den Wasserstand künstlich zu erhöhen, wie es bei einem Teich der Fall wäre. Die Menschen sind vollständig von der Natur abhängig und müssen warten, bis die klimatischen Veränderungen weniger spürbar werden.