Am 10. September 2026 eroberten laut Militärquellen mit dem Iran verbündete Huthi-Kämpfer die Kontrolle über die Hafenstadt Mokha (Mocha) im Jemen. Vier Quellen in der jemenitischen Regierung berichteten, dass die Huthis durch diesen Schritt „zusätzlichen Einfluss auf die Straße von Bab el-Mandeb“ erlangten – den südlichen Ausgang aus dem Roten Meer und eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Der Fall des Hafens stelle, so die Einschätzung von Beobachtern, eine zusätzliche Bedrohung für die globale Energieversorgung dar und verschärfe die Spannungen in der Region erheblich.

Eroberung Mokhas und Zugang zur Meerenge

Der Hafen Mokha liegt an der Südwestküste des Jemens, unmittelbar in der Zone, die an die Straße von Bab el-Mandeb grenzt. Laut Militärquellen verlagern die jemenitischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten daraufhin ihre Positionen entlang der Küste des Roten Meeres nach Süden in die Stadt Dubab, die direkt an der Meerenge gegenüber der Insel Perim liegt. Genau die Kontrolle über Dubab und diese Insel sei, so die Quellen, der Schlüssel zur Eroberung der Meerenge. Parallel begannen die Huthis Angriffe auf die strategisch wichtigen Hanisch-Inseln und erhöhten damit den Druck auf die Seewege.

Strategische Bedeutung von Bab el-Mandeb

Bab el-Mandeb, auch „Tor der Tränen“ genannt – benannt nach den gefährlichen Navigationsbedingungen –, liegt zwischen dem Jemen auf der Arabischen Halbinsel und Dschibuti mit Eritrea an der afrikanischen Küste. Es ist der „Hauptpreis“ für die Huthis, die bewohnte Gebiete des Jemens und einen erheblichen Teil des Nordens kontrollieren. Durch die Meerenge fließt der Großteil der Lieferungen von Rohöl und Kraftstoffen aus dem Persischen Golf ins Mittelmeer – entweder über den Sueskanal oder über die Sues-Mittelmeer-Pipeline an der jemenitischen Küste des Roten Meeres. Auf derselben Route werden auch Waren nach Asien transportiert, darunter russisches Öl.

Reaktion Saudi-Arabiens und Truppenverlagerungen

Angesichts der Eskalation riefen die saudi-arabischen Zivilschutzbehörden zum vierten Mal innerhalb von 24 Stunden den Notstand in der südwestlich gelegenen Stadt Hamis-Mushait wegen Huthi-Angriffen aus. Dies zeige, dass Kampfhandlungen und Raketen- sowie Drohnenangriffe bereits das Hoheitsgebiet des Königreichs betreffen und Riad dazu zwingen, auf eigenem Gebiet erhöhte Bereitschaftsstufen zu verhängen.

Kontext: Trumps Erklärung und der Krieg gegen den Iran

Bemerkenswert ist, dass US-Präsident Donald Trump nur wenige Stunden zuvor erklärt hatte, er erwarte das Ende des Krieges gegen den Iran nach den Zwischenwahlen. Zuvor hatte er bereits die Frage der freien Schifffahrt im Roten Meer aufgeworfen und versprochen, sich um die Huthis zu „kümmern“, sollten sie die Straße von Bab el-Mandeb blockieren. Bereits im Juli wurde berichtet, dass die Huthis die Einführung von Gebühren für Handelsschiffe, die durch den südlichen Teil des Roten Meeres fahren, in Betracht zogen. Der Fall Mokhas geschieht somit vor dem Hintergrund eines direkten Interessenkonflikts zwischen Washington und dem iranisch-huthistischen Block um die Kontrolle über die Seearterien.

Widersprüchliche Angaben

Bei der Darstellung der Ereignisse vom 10. September weichen die Angaben der Quellen hinsichtlich Art und Umfang der Kontrolle voneinander ab. Einige Meldungen (darunter solche, die sich auf Reuters berufen) charakterisieren das Ereignis als vollständige „Eroberung“ des Hafens Mokha durch die Huthis. Andere Quellen, insbesondere Anadolu, betonen, dass der Hafen al-Moha von ballistischen Raketen beschossen wurde, ohne eine eindeutige Bestätigung einer dauerhaften Kontrolle über die Stadt zu geben. Weitere Medien sprechen von einer „etablierten Kontrolle“ oder einem „Annähern an die Kontrolle“ über die Meerenge, was eine vorsichtigere Formulierung darstellt. Darüber hinaus hat die Behauptung, der Fall Mokhas „eröffne den Weg“ zur Kontrolle über Bab el-Mandeb, analytischen und keinen faktisch bestätigten Charakter: Die tatsächliche Kontrolle über die Meerenge hänge, so Militärquellen, von der Eroberung Dubabs und der Insel Perim ab, was bislang nicht geschehen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fall des Hafens Mokha von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt wird und eine erhebliche Eskalation darstellt, während der endgültige Status der Kontrolle über die Straße von Bab el-Mandeb jedoch Gegenstand anhaltender Kampfhandlungen und widersprüchlicher Einschätzungen der beteiligten Seiten bleibt.