Die Publikation Styler hat einen Artikel veröffentlicht, in dem Künstler aufgeführt werden, die in der Ukraine geboren wurden, aber seit vielen Jahren ihre Karriere in Russland aufgebaut und nach dem 24. Februar 2022 dort weitergearbeitet haben. Zur Auswahl gehören Taisija Powalij, Ani Lorak, Regina Todorenko, Anna Asti, Juri Bardasch, Misha Marvin, Antonina Papterna, Natascha Korolewa, Lolita Miljawska und Anna Sedokowa. Gemeinsames Merkmal dieser Biografien ist laut den Autoren das Fehlen einer öffentlichen Verurteilung der russischen Invasion und die Aufrechterhaltung ihrer beruflichen Tätigkeit im russischen Medienraum.

Wer sind diese Künstler und wo wurden sie geboren

Alle aufgeführten Interpreten haben ukrainische Wurzeln: Powalij wurde in Schamrajewka in der Oblast Kiew geboren, Ani Lorak (Karolina Kjuk) – in Kitsman in der Oblast Tscherniwzi, Regina Todorenko – in Odessa, Anna Asti (Anna Dsjuba) – in Tscherkassy, Juri Bardasch – in Altschewsk in der Oblast Luhansk, Misha Marvin (Michail Reschetnjak) – in Tscherniwzi, Antonina Papterna – in Kiew, Natascha Korolewa (Natalja Porjwaj) – in Kiew, Lolita Miljawska – in Mukačevo in der Oblast Transkarpatien, Anna Sedokowa – in Kiew. Dabei wurde der Großteil ihrer beruflichen Karriere laut Styler genau in Russland geprägt.

Russische Staatsbürgerschaft und ukrainische Sanktionen

Laut dem Artikel haben einige Künstler nach Beginn der Vollinvasion die russische Staatsbürgerschaft erhalten: Taisija Powalij – im Jahr 2023, Anna Asti – laut Berichten russischer Medien im Jahr 2023, Juri Bardasch – im Jahr 2024, und Angaben zur russischen Staatsbürgerschaft von Regina Todorenko tauchten 2024 in russischen Registern auf. Die ukrainischen Behörden haben unter anderem Powalij auf die Sanktionslisten gesetzt, und im Jahr 2022 wurden auch Todorenko, Ani Lorak und Anna Sedokowa sanktioniert.

Position nach dem 24. Februar 2022

Laut Styler unterschieden sich die Reaktionen der Künstler nach Beginn des Krieges: Powalij wiederholte laut dem Blatt öffentlich kremlnahe Narrative und nahm an propagandistischen Veranstaltungen teil, Bardasch rief offen zur Kapitulation der Ukraine auf und zog nach Russland, Lolita Miljawska zeigte in ihren Äußerungen Loyalität gegenüber Russland. Ani Lorak erklärte dagegen 2023, die Lage zu „ignorieren“, und Papterna sowie eine Reihe anderer Interpreten äußerten sich öffentlich nicht. Dabei planen laut Plakaten im Jahr 2026 einige von ihnen (darunter Asti und Korolewa) weiterhin Konzerte in russischen Städten, wobei laut dem Blatt einige Auftritte von Lorak in Russland abgesagt wurden.

Widersprüchliche Angaben

In den Quellen gibt es Unstimmigkeiten bei der Charakterisierung der Positionen der Künstler und bei den Datierungen. Einerseits beschreibt Styler das Verhalten einiger Interpreten als aktive Unterstützung der russischen Politik (Powalij, Bardasch, Miljawska), andererseits registriert es Schweigen oder neutrale Formulierungen (Lorak, Papterna, Asti in den ersten Jahren). Die Jahre des Erwerbs der Staatsbürgerschaft reichen von 2023 (Powalij, Asti) bis 2024 (Bardasch, Todorenko), was sowohl echte chronologische Unterschiede als auch Unterschiede darin widerspiegeln kann, wann die Daten öffentlich zugänglich wurden. Außerdem stützt sich die Faktenprüfung überwiegend auf eine einzige Primärquelle (Styler); die zweite bereitgestellte Quelle (1prime.ru) befasst sich mit einem anderen Ereignis – einer Erklärung zum Zirkusfestival „Idol“ in Moskau mit der Beteiligung von Künstlern aus der Ukraine – und bestätigt die Zusammensetzung der aufgeführten Interpreten nicht direkt.

Kontext und Bewertung

Der Artikel hat einen redaktionellen Charakter: Formulierungen wie „arbeiten für die Steuern Russlands“ sind eine Bewertung des Blattes und kein neutraler Fakt. Gleichzeitig stimmen die grundlegenden biografischen Daten (Geburtsorte, Umzüge, Aufnahme in Sanktionslisten) mit öffentlich bekannten Informationen überein. Für den Leser ist es wichtig, bestätigte Fakten (Geburt in der Ukraine, Aufenthalt und Arbeit in Russland, Sanktionen) von der redaktionellen Interpretation ihrer öffentlichen Positionen zu trennen, die je nach Quelle variieren kann.