Das zentrale Servicezentrum des ukrainischen Innenministeriums hat Fahrern, die individuelle Kennzeichen (IKZ) nutzen, eine entscheidende Regel erläutert: Während der Fahrt muss man nicht nur das elektronische Zulassungszeugnis in der App „Diia“ bei sich haben, sondern auch das Original des Plastikkärtchens mit dem entsprechenden Eintrag in der Spalte „Besondere Vermerke“. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Stellungnahme des Ministeriums. Im Grunde wird für Inhaber von Namens-Kennzeichen das digitale Dokument nicht ausreichen, und die Missachtung dieser Anforderung kann bei einer Kontrolle durch die Strafverfolgungsbehörden zu verwaltungsrechtlichen Konsequenzen führen.

Was ist ein individuelles Kennzeichen und wie wird es einem Fahrzeug zugewiesen

Das individuelle Kennzeichen ist ein Zusatz zum Haupt-Kennzeichen des Staates. Es wird auf persönlichen Auftrag des Inhabers hergestellt und erst nach der offiziellen Zuordnung zu einem konkreten Fahrzeug verwendet. Das Verfahren beschränkt sich nicht auf den einfachen Kauf der Schilder: Nach Erhalt des IKZ muss der Inhaber innerhalb von 10 Tagen das örtliche Servicezentrum des Innenministeriums aufsuchen, um das Fahrzeug neu zu registrieren. Dabei werden die Angaben zum individuellen Kennzeichen in das Einheitliche staatliche Register der Fahrzeuge eingetragen, und im Zulassungszeugnis wird in der Spalte „Besondere Vermerke“ der entsprechende Eintrag vorgenommen. Dabei wird das Zeugnisselbst ausgetauscht – das alte Dokument wird annulliert, ein neues mit aktuellen Informationen ausgestellt.

Warum „Diia“ die Daten zum IKZ nicht anzeigt

Das zentrale Problem, auf das das Innenministerium hingewiesen hat, liegt in einer technischen Besonderheit des elektronischen Zeugnisses. In der App „Diia“ werden die Angaben zum individuellen Kennzeichen in der Spalte „Besondere Vermerke“ schlicht nicht angezeigt. Das bedeutet: Ein Inspektor, der das elektronische Dokument auf einem Tablet oder Smartphone prüft, sieht physisch keine Bestätigung dafür, dass das konkrete Fahrzeug berechtigt ist, ein Namens-Kennzeichen zu verwenden. Genau der Eintrag im Plastikkärtchen ist der einzige dokumentarische Nachweis für die Rechtmäßigkeit der Nutzung des IKZ. Deshalb empfiehlt das Ministerium Fahrern ausdrücklich, vor jeder Fahrt das Vorhandensein des Plastikkartens mit dem entsprechenden Vermerk zu prüfen.

Praktische Empfehlungen für Inhaber von Namens-Kennzeichen

Das Servicezentrum des Innenministeriums ruft Fahrer, die individuelle Kennzeichen verwenden, dazu auf, sich die Gewohnheit anzueignen, vor der Abfahrt die Vollständigkeit der Dokumente zu prüfen: das Plastikkärtchen des Zulassungszeugnisses mit dem Eintrag in der Spalte „Besondere Vermerke“, den Führerschein und, falls erforderlich, eine Vollmacht. Das Fehlen des Plastikkartens bei vorhandenem IKZ am Fahrzeug kann als Betrieb eines Fahrzeugs mit nicht registriertem Kennzeichen gewertet werden, was zu Geldstrafen führt. Im Ministerium wird betont, dass die elektronische Form des Dokuments in „Diia“ für Standard-Kennzeichen des Staates weiterhin gültig bleibt, aber für Namens-Kombinationen den (plastik-)materiellen Träger nicht ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen kostenpflichtigen Kombinationen und individuellen Kennzeichen

Zuvor hatte RBC-Ukraine den Unterschied zwischen den beiden Formen „schöner“ Kennzeichen ausführlich erläutert. Kostenpflichtige Kombinationen von Kennzeichen setzen die Auswahl einer bereits hergestellten und vorrätigen „schönen“ Ziffernfolge voraus – der Inhaber kauft faktisch eine fertige Variante aus dem Katalog. Individuelle Kennzeichen erlauben dagegen, eine einzigartige Aufschrift oder eine Kombination von Zeichen zu bestellen, die für einen konkreten Besteller hergestellt werden. Der entscheidende Unterschied in der dokumentarischen Abwicklung: Für kostenpflichtige Kombinationen ist das Standard-Registrierungsverfahren ausreichend, während für IKZ eine separate Neuregistrierung mit Eintrag ins Register und Austausch des Zeugnisses erforderlich ist. Außerdem gelten für die Ausfahrt ins Ausland mit individuellen Kennzeichen zusätzliche Regeln, die wir ebenfalls in früheren Beiträgen behandelt haben.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Quellen wurden keine wesentlichen Widersprüche in den Fakten festgestellt. Alle drei Hauptquellen (RBC-Ukraine, novosti.ua, 24tv.ua) bestätigen einstimmig die Position des Innenministeriums über die Notwendigkeit des Plastikkartens für Inhaber von IKZ und darüber, dass im elektronischen Dokument „Diia“ der entsprechende Eintrag fehlt. Einziger Aspekt, auf den man achten sollte: In einer der Quellen (24tv.ua) wird die Formulierung „incompatibel“ verwendet, was als vollständiges Fehlen eines Zusammenhangs zwischen „Diia“ und IKZ interpretiert werden kann, während RBC-Ukraine und novosti.ua auf eine konkrete technische Ursache hinweisen – die Nichtanzeige des Eintrags in der Spalte „Besondere Vermerke“. Im Grunde spiegeln beide Beschreibungen dieselbe Tatsache wider, aber mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad.