Der Industriekonzern „Interpipe“ hat eine systematische Politik zur Erhöhung des Frauenanteils im Personalbestand verkündet, einschließlich der Einbindung von Frauen in Produktionsstellen, die zuvor praktisch ausschließlich von Männern besetzt waren. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Facebook-Seite des Unternehmens. Bei „Interpipe“ wird erklärt, dass die Initiative durch einen akuten Fachkräftemangel bedingt ist, der nicht nur das Unternehmen, sondern die gesamte ukrainische Industrie vor dem Hintergrund demografischer Herausforderungen und des Abflusses von Arbeitskräften betrifft.
Jede dritte Stelle ist mit einer Frau besetzt: aktuelle Struktur
Laut eigenen Angaben des Unternehmens ist bereits heute jede dritte Position bei „Interpipe“ von einer Frau besetzt. Das weibliche Personal ist traditionell in den Bereichen Qualitätskontrolle, im Betrieb von Krananlagen, Pumpstationen und Umspannwerken sowie in den Logistikabteilungen, die den Versand der Produkte abwickeln, vertreten. Darüber hinaus führen Frauen erfolgreich Produktionsmannschaften, Arbeitsbereiche und Schichten: In einigen Bereichen sind zwei von vier Schichtleitern Frauen. Dies zeigt, dass die Geschlechtervielfalt im Unternehmen bereits über die „traditionellen“ weiblichen Rollen hinausgeht und unmittelbar den Führungsbereich der Produktion betrifft.
CNC-Bedienpersonal und neue Produktionsrollen
Um den Personalmangel zu überwinden, erhöht „Interpipe“ gezielt den Frauenanteil direkt an den Produktionslinien. Im Personalbestand gibt es bereits Frauen, die Maschinen mit numerischer Steuerungsprogrammierung (CNC) bedienen. Das Unternehmen betont, dass an diesen Stellen die körperliche Stärke nicht der entscheidende Faktor ist: Entscheidend sind vielmehr die Fähigkeiten in der Metallbearbeitung, das Verständnis der technologischen Prozesse und die Beherrschung der industriellen Software. Damit überdenkt das Unternehmen de facto die etablierten Vorstellungen von „männlichen“ und „weiblichen“ Produktionsrollen und stützt sich auf Kompetenzen statt auf geschlechtsspezifische Stereotype.
Das Beispiel von Maria Trozentsenko und das Ökosystem der technischen Bildung
Als anschauliches Beispiel führt „Interpipe“ die Geschichte von Maria Trozentsenko an, die noch als Studentin einer Berufsfachschule (Berufsschule) zur Ablegung eines Produktionspraktikums in den Maschinenbaukomplex des Unternehmens kam. Sie blieb im Unternehmen und wuchs mit der Zeit bis zu einer Position auf, an der sie neu eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst ausbildet. Parallel dazu realisiert das Unternehmen zusammen mit Partnern in Dnipro ein Ökosystem der technischen Bildung, das es ermöglicht, einen Personalstamm – auch weiblichen – bereits in der Phase der Fachkräfteausbildung aufzubauen.
Kontext: Produktionsdynamik und Engagement für den ukrainischen Markt
Die Entscheidung, die Präsenz von Frauen in der Produktion zu erweitern, fällt vor dem Hintergrund eines moderaten Rückgangs der Produktionsmengen: Laut Delo.ua hat „Interpipe NTsS“ die Produktion von Stahlrohren im April 2026 um 0,2 % und im Juni um 3,9 % reduziert. Gleichzeitig hatte der Generaldirektor des Unternehmens zuvor öffentlich erklärt, dass „Interpipe“ nicht beabsichtige, die Produktion in der Ukraine zugunsten einer neuen Fabrik in Rumänien zu verlegen oder zu verringern (Meldung von Unian). Damit wird die Personalpolitik, die auf die Gewinnung neuer Arbeitnehmergruppen – einschließlich von Frauen in den Produktionsbereichen – abzielt, zu einem der Instrumente zur Erhaltung und Entwicklung des ukrainischen Produktionspotenzials des Konzerns.