Angesichts des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten hat Iran, wie die amerikanische Presse berichtet, einen Teil seines Raketenpotenzials wiederhergestellt. The Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf Quellen in Washington und im Nahen Osten, dass Teheran die Produktion von ballistischen Raketen in unterirdischen Anlagen nach massiven Angriffen der USA und Israels auf die industrielle Infrastruktur des Landes wieder aufgenommen hat. Die entsprechenden Informationen wurden auch von ukrainischen Medien verbreitet, insbesondere von RBC-Ukraine.
Wiederaufnahme der Produktion in unterirdischen Anlagen
Die vom Blatt zitierten Geheimnissdaten deuten auf die Wiederaufnahme der Munitionsproduktion in der unterirdischen Anlage Chodschir im Südosten Irans hin. Laut Quellen ermöglichten es genau solche geschützten Objekte Teheran, einen Teil der Produktionslinien trotz der Angriffe auf die oberirdische Infrastruktur zu erhalten und wiederherzustellen. Auf dem Foto ist eine Demonstration ballistischer Raketensysteme in Teheran zu sehen, was die öffentliche Rhetorik Irans über die Wahrung seines Raketenarsenals widerspiegelt.
Zwei Munitionstypen und Produktionsvolumen
Laut WSJ-Quellen produziert Iran derzeit aktiv zwei Haupttypen von Raketen: flüssigkeitsgetriebene Raketen, die unmittelbar vor dem Start betankt werden, und einsatzbereite Feststoffraketen. Ein Vertreter der amerikanischen Regierung erklärte, dass Teheran in der Lage ist, aus bereits vorhandenen Komponenten mindestens mehrere hundert ballistische Raketen herzustellen. Gleichzeitig bleiben die aktuellen Produktionsvolumen den Quellen zufolge unter dem Vorkriegsniveau.
Blockade und Lieferbeschränkungen
Ein Teil der iranischen Betriebe wurde infolge der Angriffe der USA und Israels außer Gefecht gesetzt. Darüber hinaus erschwert die Seeblockade die Lieferung von Komponenten und Rohstoffen, die für die Herstellung von Feststoff-Raketenkraftstoff benötigt werden, was die Wiederherstellung des vollständigen Produktionszyklus zusätzlich bremst.
Zusammenhang mit den Verhandlungen und Position Washingtons
Ein amerikanischer Beamter vermutete, dass Iran nach einer vorläufigen Vereinbarung mit dem US-Präsidenten Donald Trump über die Öffnung der Straße von Ormuz und Verhandlungen über das Ende des Krieges zu einer begrenzten Produktion übergegangen sein könnte. Zuvor hatte Trump erklärt, dass der Nahostkonflikt unmittelbar nach den Zwischenwahlen in den USA enden könnte, und äußerte die Zuversicht, dass die Benzinpreise nach Kriegsende stark sinken würden.
Widersprüchliche Daten
Hier liegt eine Diskrepanz der Versionen vor. Einerseits hatten die amerikanischen Behörden die iranische Raketensproduktion zuvor als faktisch durch die Angriffe zerstört bezeichnet. Andererseits sprechen die neuen Geheimnissdaten der WSJ von einer Wiederaufnahme der Produktion, wenn auch in kleinerem Umfang. Außerdem ist die Behauptung einer „vorläufigen Vereinbarung“ mit Trump lediglich eine Vermutung eines amerikanischen Beamten und wurde weder von Teheran noch durch offizielle Dokumente bestätigt. Auch die genauen Produktionszahlen weichen voneinander ab: von der Schätzung „mehrere hundert“ potenzieller Raketen bis zur allgemeinen Charakterisierung „unter dem Vorkriegsniveau“.
Regionaler Kontext: Öl und Huthi
Angesichts dieser Ereignisse steigen die Ölpreise weiter rasant an. Gleichzeitig haben die von Iran kontrollierten jemenitischen Huthi laut Berichten die strategische Insel Perim in der Bab-el-Mandeb-Straße erreicht, die eine Schlüsselrolle für den weltweiten Ölhandel spielt. Dies erhöht den Druck auf die Logistik und die Energieträgermärkte.