Die Frage der Kontrolle über die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Arterien des Welthandels, steht erneut im Fokus geopolitischer Beobachter. Laut neuesten Berichten könnte der Iran eine teilweise Kontrolle über Schiffe erlangen, die durch diesen strategischen Knotenpunkt in den Persischen Golf fahren. Das diskutierte Abkommen zwischen Teheran und Maskat könnte das Kräfteverhältnis in der Region grundlegend verändern.
Das Wesen der Verhandlungen: von 7 % bis zu freiwilligen Beiträgen
Im Zentrum der Diskussionen steht ein Vorschlag zur Erhebung von Gebühren für den Schiffsverkehr. Ein hochrangiger iranischer Beamter gab an, dass Teheran ursprünglich auf einer festen Gebühr von 5 bis 7 % des Warenwerts bestand. Oman, das den gegenüberliegenden Uferbereich der Meerenge kontrolliert, hatte jedoch niedrigere Sätze von etwa 3 % vorgeschlagen.
Die Situation wird dadurch verkompliziert, dass andere Staaten des Persischen Golfs auf eine Inspektion der Schiffe nach Nationalität bestehen und vorschlagen, alle Zahlungen als freiwillige Spenden zu gestalten. Ein solcher Kompromiss könnte eine Lösung darstellen, obwohl Experten anmerken: Die implizite Bedrohung durch iranische Angriffe lässt Frachtgeber kaum bereit sein, den Transit ohne Zahlung zu riskieren.
Position der USA und Reaktion der Märkte
Amerikanische Beamte haben wiederholt erklärt, dass Washington niemals eine Vereinbarung über die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus akzeptieren werde. Dennoch finden keine direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran statt – Teheran führt Dialoge mit Oman. Letzte Woche lehnte der Iran ein vorheriges Angebot Maskats als unzureichend ab.
Die Märkte reagierten auf die Nachrichten über mögliche Zugeständnisse an den Iran am 5. August mit steigenden Ölpreisen. Dies geschah nachdem huthi-Rebellen aus Jemen verkündeten, einen Tanker unter saudischer Flagge im Roten Meer beschossen zu haben. Zuvor waren die Weltmarktpreise für Rohöl auf das niedrigste Niveau seit Anfang Juli gefallen, nachdem Donald Trump neue Angriffe auf den Iran abgesagt hatte.
Schlüsseldetails des Abkommens
Laut Quellen von Reuters sieht der aktuelle Text des Abkommens eine Kontrolle des Iran über Schiffe vor, die über die Straße von Hormus in den Persischen Golf fahren. Es besteht jedoch keine Einigung über die Rolle Teherans bei Schiffen, die in die entgegengesetzte Richtung fahren.
Wichtig ist zu beachten, dass am 29. Juli zwei iranische Unternehmen und acht Tanker unter US-Wirtschaftssanktionen gerieten. Der US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor erklärt, dass Washington und Teheran einen Schritt von einer friedlichen Einigung entfernt seien, falls sie die Frage der Kontrolle in Hormus klären können.
Was kommt als nächstes?
Quellen haben die Aussage von US-Präsident Donald Trump widerlegt, dass ein „Abkommen zur Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Meerenge unvermeidlich sei“. Sie betonten, dass wichtige Details noch ausgehandelt werden müssen. Dennoch wurde bereits eines der größten Zugeständnisse an den Iran gemacht – hinsichtlich einer bestimmten Form der Kontrolle über die Straße von Hormus.
Die internationale Gemeinschaft erwartet angespannt die Ergebnisse der Verhandlungen, die nicht nur die regionale Sicherheit, sondern auch globale Lieferketten für Energieträger bestimmen könnten.