Im iranischen Staatsfernsehen wurde ein dreiminütiger Videoclip ausgestrahlt, in dem ein möglicher Verschwörungsplan zur Ermordung des 20-jährigen Barron Trumps – des jüngeren Sohnes des US-Präsidenten Donald Trump – thematisiert wurde. Laut Berichten der Agentur Reuters wurde im Sendebetrieb behauptet, dass der junge Mann überwacht werde und für seine Ermordung eine Geldprämie in Höhe von 10 Millionen Dollar ausgesetzt sei. Über die Existenz der Videoaufnahme ist bereits der US-Secret Service informiert, der laut eigener Aussage alle Signale prüft, die als Bedrohung für zu schützende Personen wahrgenommen werden könnten.
Was genau im Sendebetrieb gezeigt wurde
Wie Reuters berichtete, strahlte das iranische Staatsfernsehen einen kurzen, rund dreiminütigen Clip aus. Darin wurde nicht nur über den angeblichen Verschwörungsplan gegen Barron Trump gesprochen, sondern auch behauptet, gegen ihn werde ermittelt bzw. er werde überwacht, und es wurde eine Prämie in Höhe von 10 Millionen Dollar für seine Ermordung ausgesetzt. Wichtig ist, dass im Beitrag ausdrücklich von einem „möglichen“ Verschwörungsplan und von Absichten die Rede war, nicht aber von einem bestätigten Faktum der Vorbereitung eines Anschlags: Eine unabhängige Bestätigung des Bestehens einer realen Operation oder der Auszahlung der Prämie fehlt in den vorliegenden Quellen.
Offizielle Reaktion des US-Secret Service
Der Sprecher des US-Secret Service, Nate Herring, erklärte in einer E-Mail, dass die Behörde über die Videoaufnahme informiert sei und „alles prüfe, was als Bedrohung für unsere Schützlinge wahrgenommen werden könnte“. Dabei betonte er, dass aus Gründen der operativen Sicherheit keine Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz und damit verbundener Geheimhaltungsinformationen erörtert würden. Die Formulierung der Erklärung ist äußerst vorsichtig: Bestätigt wird lediglich der Sachverhalt der Kenntnisnahme des Clips und der Prüfung der Signale, nicht aber das Vorliegen einer bestätigten Bedrohung oder eines vorbereiteten Attentats.
Kontext: Fast sechseinhalbjähriges – nein, fast sechsmenlanger – Konflikt zwischen den USA und dem Iran
Laut Einschätzung von Reuters ereignet sich der Vorfall vor dem Hintergrund einer feindseligen Rhetorik, die die USA und der Iran im Verlauf eines fast sechsmenlangen Krieges aufrechterhalten, der laut Agentur im Februar von den USA und Israel begonnen wurde. Bereits im selben Monat berichtete Reuters, dass die USA im vergangenen Jahr mehrfach von Israel gewarnt worden seien, dass der Iran Donald Trump töten wolle, darunter auch vor einer geheimen Operation unter Verwendung eines Air-Force-One-Flugzeugs in der Türkei. Der US-Präsident selbst bezeichnete sich öffentlich als „Nummer eins auf der Zielliste des Iran“. Es wird angemerkt, dass Trump nach dem NATO-Gipfel im Juli die Türkei nicht mit dem Präsidentenflugzeug, sondern mit einem Militärflugzeug verließ; der Transfer wurde Berichten zufolge geheim durchgeführt – unter Verwendung eines Lieferwagens.
Widersprüchliche Angaben
Den vorliegenden Materialien liegen mehrere Unstimmigkeiten zugrunde, die ehrlich wiedergegeben werden sollten. Erstens behauptet der iranische Clip einen Verschwörungsplan und eine Prämie in Höhe von 10 Millionen Dollar, weder der Secret Service noch andere unabhängige Quellen bestätigen jedoch das Bestehen eines realen Verschwörungsplans oder eines vorbereiteten Attentats – die Behörde spricht lediglich von der „Prüfung alles, was als Bedrohung wahrgenommen werden könnte“. Zwischen den lautstarken Behauptungen des iranischen Staatsfernsehens und der zurückhaltenden Position der US-Behörden besteht somit eine Lücke: Letztere erkennen den Sachverhalt der Vorbereitung eines Anschlags nicht an. Zweitens wird im Clip der Sohn des Präsidenten – Barron Trump – als Ziel genannt, während Donald Trump selbst zuvor öffentlich erklärt hatte, dass er selbst die „Nummer eins“ auf der iranischen Zielliste sei. Diese Diskrepanz darüber, auf wen laut den verschiedenen Versionen der Hauptfokus der Bedrohung gerichtet ist, deutet zusätzlich darauf hin, dass Teile der Behauptungen aus dem Sendebetrieb den Charakter eines propagandistischen Drucks tragen könnten, anstatt eine bestätigte nachrichtendienstliche Lage widerzuspiegeln.
Bedeutung des Vorfalls
Unabhängig davon, ob der Clip eine reale nachrichtendienstliche Aktivität widerspiegelt oder ein Element des Informationskriegs darstellt, verstärkt seine Ausstrahlung im iranischen Staatsfernsehen mitten im fast sechsmenlangen Konflikt die Bedrohungsrhetorik und verlagert den Fokus von der Person des Präsidenten auf Mitglieder seiner Familie. Für den US-Secret Service bedeutet dies die Notwendigkeit, die Schutzmaßnahmen nicht nur für den Staatsoberhaupt selbst, sondern auch für seine Angehörigen zu überprüfen; für die öffentliche Agenda ist es ein neues Eskalationsereignis, in dem Worte aus einem feindseligen Sendebetrieb zum Gegenstand einer operativen Prüfung durch die US-Spezialdienste werden.