Laut Jerusalem Post erhielt die israelische Seite erstmals Informationen über den künftigen US-Kampfjet F-47 im Rahmen von Gesprächen, die mit dem Memorandum der gegenseitigen Verständigung mit dem Iran zusammenhängen. Dies kam für Tel Aviv überraschend: Das Programm ist von einem extrem hohen Maß an Geheimhaltung umgeben, und selbst unter den Verbündeten Washingtons wurden Informationen darüber nur fragmentarisch weitergegeben. Derzeit bereiten das israelische Verteidigungsministerium und die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) eine Anfrage an das Pentagon vor, um Informationen über die Fähigkeiten des F-47 zu erhalten und zugleich den Status der laufenden Lieferungen von F-35 und F-15 zu klären.

Kurswechsel in Washington: vom F-22 zum F-47

Während vieler Jahre hatten die USA konsequent abgelehnt, Kampfjets vom Typ F-22 Raptor an ausländische Staaten zu verkaufen, und damit ihre uneingeschränkte Luftüberlegenheit gewahrt. Doch trotz der Verschlossenheit des F-47-Programms hätten hochrangige Beamte des Weißen Hauses, wie es heißt, in Betracht gezogen, Japan die Teilnahme am Projekt zu gestatten. Israelische Vertreter des Verteidigungsressorts sind sich bislang nicht sicher, ob diese Signale vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit China als Demonstration gedacht waren oder einen echten Wandel in der Politik Washingtons widerspiegeln, der Verbündeten den Zugang zu Technologien der sechsten Generation eröffnet.

Technische Daten und Ambitionen der sechsten Generation

Der F-47 wird als Kampfjet der sechsten Generation mit einem weltweit einzigartigen Stealth-Profil und einem aerodynamischen Design positioniert. Das Flugzeug soll deutlich mehr Bewaffnung tragen als der F-35, mit fortschrittlichen künstlichen-Intelligenz-Systemen ausgestattet sein und robotertechnische Komplexe steuern, darunter unbemannte Luftfahrzeuge, die im Rumpf untergebracht sind. Westliche Experten halten es für möglich, dass der F-47 je nach Konfiguration ferngesteuert werden kann. Besonderer Wert wird auf die Integration mit Kampfsystemen in der Luft, auf See, an Land und im Weltraum sowie auf die Senkung der Wartungskosten im Vergleich zu F-22 und F-35 gelegt.

Probleme mit dem Triebwerk und Verzögerungen

Die entscheidende Engstelle des Programms ist die Entwicklung des Triebwerks. Eine der Anforderungen des Pentagons ist die Möglichkeit, Schub ohne Verwendung von Treibstoff zu erzeugen, was die Reichweite auf mindestens 2000 km erhöhen soll. Gerade die Spezifität dieser Anforderungen im Vergleich zu früheren Generationen führte zu einer Reihe von Schwierigkeiten. Laut amerikanischen Medien werden die ersten Testflüge des F-47 für das Jahr 2028 erwartet, und die endgültige Kosten pro Maschine werden vom Umfang der Bestellung des Pentagons und von der Politik Washingtons zur Beteiligung anderer Staaten abhängen.

Widersprüchliche Angaben

Erhebliche Unsicherheit besteht weiterhin über die Motive Washingtons. Einerseits werden die Andeutungen des Weißen Hauses über eine mögliche Teilnahme Japans als echte Überarbeitung der jahrelangen Politik der Verschlossenheit interpretiert, was auch für Israel die Türen öffnen würde. Andererseits weisen israelische Analysten darauf hin, dass diese Signale rein diplomatischen Charakter haben und Peking, nicht den Verbündeten, adressiert sein könnten. Zudem haben weder das Pentagon noch der Weiße Haus offiziell weder die Tatsache der Gespräche mit Israel über den F-47 noch die technischen Parameter bestätigt, die sich vor allem auf Angaben amerikanischer Medien und anonyme Quellen stützen. Somit sind die Version vom „echten Wandel“ und die vom „diplomatischen Signal“ bislang gleichwertig und von einander nicht widerlegt.

Was das für Israel bedeutet

Tel Aviv beabsichtigt, eine erste Bewertung der US-Politik in Bezug auf den F-47 vorzunehmen, um zu verstehen, ob der Ansatz Washingtons von den früheren Beschränkungen beim F-22 abweicht. Wenn der Zugang der Verbündeten zum Programm formalisiert wird, könnte dies das Gleichgewicht der Luftwaffen im Nahen Osten verändern und Israel die Möglichkeit geben, an der Gestaltung der Standards der sechsten Generation mitzuwirken. Bislang bleibt alles auf der Ebene von Anfragen und vorläufigen Bewertungen, und die entscheidenden Entscheidungen liegen bei Washington, das das Programm weiterhin im Modus maximaler Geheimhaltung hält.