Der ukrainische Filmproduzent Jewhen Taller ziert das neue Cover des Magazins Harper's Bazaar. Wie Wave RBC.UA berichtet, widmete er das Fotoshooting und das ausführliche Interview seinem 33. Geburtstag. Im Gespräch mit dem Magazin sprach Taller offen über Veränderungen in seinem Leben, die Arbeit an persönlichen Filmprojekten und ehrgeizige Pläne, eine Kultfigur der ukrainischen Animation — Petryk Pjatochkin — auf die großen Leinwände zurückzubringen. Das Fotoshooting ist in einer kinematografischen Ästhetik gehalten und zeigt den Produzenten von verschiedenen Seiten: selbstbewusst in seinem Handwerk, aber gleichzeitig offen für Emotionen und ehrliche Gespräche.

'Es ist permanente Kreativität'

Eines der Hauptthemen des Interviews war Tallers professionelles Selbstverständnis und die Suche nach einer Balance zwischen kreativen Ambitionen und geschäftlichen Aufgaben. Laut dem Produzenten bleibt das Kino der einzige Bereich, in dem er das Interesse an keiner Phase der Arbeit verliert. 'Es ist der einzige Bereich, in dem ich von keinem einzigen Prozess müde werde. In jedem anderen Geschäft gibt es immer etwas, das man nur tut, weil man muss. Aber beim Kino ist das nicht so. Es ist eine Art permanente Kreativität. Man verliebt sich darin und kann diese Abhängigkeit dann nicht mehr loswerden', gestand Taller im Gespräch mit Harper's Bazaar. Er wies auch darauf hin, dass er ständig einen inneren Konflikt zwischen einem Träumer und einem pragmatischen Produzenten spüre, und genau diese Spannung halte ihn auf Trab.

Der Film 'NU MAM' als Weg, das Andenken an die Mutter zu ehren

Einen besonderen Platz im Interview nahm der Film 'NU MAM' ein, der für Taller eine tief persönliche Bedeutung hat. Die Arbeit an dem Streifen gab dem Produzenten die Gelegenheit, zu Kindheitserinnerungen zurückzukehren und das Andenken an seine Mutter zu ehren, die 2021 verstorben ist. Eine der Novellen des Films schrieb Jewhen selbst, basierend auf der Geschichte seiner eigenen Eltern. Nach der Veröffentlichung des Films erhielt er Tausende von Nachrichten von Zuschauern, die ihre persönlichen Erfahrungen teilten. Laut Taller beschlossen einige von ihnen nach dem Ansehen des Films, den Kontakt zu ihren Verwandten wieder aufzunehmen, was seiner Meinung nach eine der wertvollsten Reaktionen auf seine Arbeit war.

Die Rückkehr von Petryk Pjatochkin: sechsmonatige Verhandlungen und ein neues filmisches Universum

Ein weiteres Großprojekt, über das Taller im Interview sprach, ist die Rückkehr von Petryk Pjatochkin, einer der bekanntesten Figuren der ukrainischen Animation, auf die Bildschirme. Der Produzent berichtete, dass er etwa sechs Monate lang mit der Autorin der Figur, Natalja Gusejewa, verhandelt und versucht habe, sie davon zu überzeugen, der Figur ein neues Leben zu schenken. Es gehe dabei, so Taller, nicht nur um das Wiederauftauchen einer bekannten Figur, sondern um die Schaffung eines modernen Märchen-Filmuniversums, das eine neue Generation von Kindern begeistern kann. Dieser Ansatz beinhaltet die Neuinterpretation der Geschichte unter Berücksichtigung der Anforderungen des modernen Publikums bei gleichzeitiger Wahrung der Verbindung zum kulturellen Erbe der ukrainischen Animation.

Kommerz und Emotionen: Die Formel des 33-jährigen Produzenten

Mit 33 Jahren verbindet Jewhen Taller weiterhin einen kommerziellen Ansatz in der Produktion mit dem Wunsch, Geschichten zu schaffen, die Anklang finden und den Zuschauern nahe bleiben. Das Interview für Harper's Bazaar war für ihn nicht nur ein Anlass, das Jahr Bilanz zu ziehen, sondern auch ein Raum für Reflexion darüber, wie persönliche Verluste und berufliche Ambitionen beim Filmemachen ineinandergreifen. Das Fotoshooting und der Text, gehalten in einem kinematografischen Stil, unterstreichen, dass für Taller die Grenze zwischen Leben und Leinwand bewusst verschwommen bleibt.