Das Kabinett der Ukraine hat am 26. August den Rücktritt von Hennadij Nowikow von der Position des Chefs der staatlichen Agentur „PlayCity“ – dem zentralen Regulierer der Branche für Glücksspiele und Lotterien – angenommen. Die entsprechende Entscheidung ist in der Regierungsverordnung Nr. 842 festgehalten, wie RBC-Ukraine berichtet. Formal hatte Nowikow bereits Mitte Juli, einen Tag nach dem Rücktritt der Regierung, sein Kündigungsverlangen aus persönlichen Gründen eingereicht; das Kabinett nahm es jedoch erst mehr als einen Monat später offiziell an.
Wer führt den Regulierer vorübergehend
Gemäß einer separaten Anordnung wurde Oleksij Tomaschuk zum vorübergehenden Amtsvollstrecker des Chefs von „PlayCity“ ernannt. Derzeit bekleidet er die Position des stellvertretenden Vorsitzenden der Agentur für digitale Entwicklung, digitale Transformation und Digitalisierung. Damit geriet der Schlüsselregulierer des Glücksspielmarktes vorübergehend in die Hände eines Vertreters der digitalen Vertikale, was auf die Absicht der Regierung hinweisen könnte, den technologischen und kontrollierenden Rahmen der Branche zu verstärken.
Geschichte der Gründung von „PlayCity“
Die staatliche Agentur „PlayCity“ wurde im März 2025 als zentrale Exekutivbehörde gegründet, die für die Gestaltung und Umsetzung der staatlichen Politik im Bereich der Organisation und Durchführung von Glücksspielen sowie im Lotteriewesen zuständig ist. Sie trat an die Stelle der aufgelösten Kommission zur Regulierung von Glücksspielen und Lotterien (KRAIL). Im April 2025 ernannte das Kabinett Hennadij Nowikow zum Chef der Agentur; laut Quellenangaben bekleidete er die Position etwa 16 Monate.
Widersprüchliche Angaben
In der öffentlichen Debatte bestehen Unterschiede in der Bewertung der Personalentscheidung. Bereits im Juli hatte der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik, Danylo Hetmanzew, vorgeschlagen, einen offenen Wettbewerb für die Position des Chefs von „PlayCity“ durchzuführen, an dem seiner Vorstellung nach Vertreter des Nationalen Antikorruptionsbüros und internationale Experten beteiligt werden sollten. Die Regierung umging diese Verfahren jedoch faktisch, indem sie einen vorübergehenden Amtsvollstrecker ohne Wettbewerbsauswahl ernannte. Zudem enthält die Berichterstattung eine Diskrepanz in der Chronologie: Nowikow reichte sein Verlangen Mitte Juli ein, während das Kabinett es erst am 26. August annahm, was die Frage aufwirft, welche Regierungszusammensetzung (unter Berücksichtigung des Juli-Rücktritts) die Verordnung Nr. 842 unterzeichnete.
So vollzieht sich der Führungswechsel bei „PlayCity“ vor dem Hintergrund des laufenden Umbaus des institutionellen Rahmens der Regulierung des Glücksspielgeschäfts in der Ukraine und bleibt Gegenstand der Debatte über die Transparenz von Personalentscheidungen in einer für Korruptionsrisiken anfälligen Branche.