Die Situation mit dem Personal der russischen Streitkräfte hat einen kritischen Punkt erreicht. Der Kommandeur und Gründer des Russischen Freiwilligenkorps (RFK), Denis „White Rex“ Kapustin, äußerte die Überzeugung, dass Wladimir Putin in naher Zukunft eine allgemeine Mobilmachung verordnen wird. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf den Fernsehsender „24“.

Rekrutierungskrise und Erschöpfung der Ressourcen

Laut Kapustin kann der Kreml die Arithmetik der Verluste nicht länger ignorieren: Die letzten Monate zeigen, dass die Zahl der Getöteten und Verwundeten an der Front die Zahl der neu eingezogenen Soldaten bei weitem übersteigt. Das Vertragsmodell zur Truppenaufstellung, das lange Zeit die Grundlage für die Auffüllung der Reihen bildete, hat sich faktisch erschöpft.

Kapustin stellt fest, dass der Hauptzufluss von Vertragsleuten aus den Regionen kam, während die Bewohner von Megastädten wie Moskau und Sankt Petersburg eine extrem geringe Bereitschaft zur Teilnahme an Kampfhandlungen zeigten. Um das Problem des Personalmangels zu lösen, griff die Regierung zuvor auf finanzielle Anreize zurück. Während der ersten Rekrutierungskrise boten einige Regionen Zahlungen zwischen 2 und 4 Millionen Rubel an. Allerdings ist der Kreml laut dem Kommandeur des RFK nicht in der Lage, eine derart umfangreiche Kampagne dauerhaft zu finanzieren.

Öffentliche Besorgnis und Pläne des Kremls

Die Situation wird dadurch verschärft, dass die russische Führung keine Absicht zeigt, den Konflikt zu beenden. Wladimir Putin besteht weiterhin auf der Erreichung seiner militärischen Ziele, trotz der wachsenden Kriegsmüdigkeit der Gesellschaft. Unter diesen Bedingungen bleibt dem Diktator nach Ansicht von Experten nur ein Instrument, um den Krieg fortzusetzen: die Zwangsmobilmachung.

„Wenn die Leute nicht für Geld in den Krieg gehen, werden sie mobilisiert“, fasste Kapustin zusammen. Er betonte, dass die russische Gesellschaft bereits in Erwartung einer bevorstehenden Katastrophe lebt. Der Kommandeur des RFK ist überzeugt, dass eine neue Welle der totalen Mobilmachung unvermeidlich ist und höchstwahrscheinlich diesmal auch die Großstädte erfassen wird, was ein ernstes Problem für die innere Stabilität des Landes darstellen wird.

Reaktion der Bevölkerung

Die einfachen Bürger Russlands haben laut Kapustin bereits die Pläne der Führung durchschaut. Das Bewusstsein, dass das Prinzip der Freiwilligkeit und Verträge nicht mehr funktionieren, erzeugt eine Atmosphäre der Besorgnis. Während Putin weiterhin öffentlich seine maximalistischen Ziele wiederholt, diktiert die Realität vor Ort die Notwendigkeit radikaler Maßnahmen zur Mobilmachung menschlicher Ressourcen.