Die Behörden von Kherson warnen, dass die Stadt die bevorstehende Winterzeit voraussichtlich ohne die gewohnte Wärme- und Energieversorgung verbringen wird. Der Chef der Khersoner Regionalen Militärverwaltung, Alexander Prokudin, erklärte in seinem Telegram-Kanal, dass die Khersoner KWK und andere Objekte der kritischen Infrastruktur aufgrund systematischer russischer Beschussaktionen nicht im regulären Betrieb arbeiten können. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung des OVA-Leiters.

Angriffe auf das KWK: Chronologie der Zerstörungen

Laut Prokudin griffen die russischen Streitkräfte in der Nacht erneut die Khersoner KWK mit Luftbomben an, wodurch das Objekt sehr schwere Schäden erlitt. Wie der OVA-Chef erinnerte, trafen die Russen am 26. August 2026 einen Schlag mit einer gelenkten Luftbombe auf das Kraftwerk und verursachten erhebliche Schäden. Bereits am Folgetag, dem 27. August, griff der Gegner das Objekt erneut an und feuerte gleich vier KAB ab. Infolgedessen verlor die Khersoner KWK, die die Hauptwärmquelle der Stadt ist, ihre gesamte Ausrüstung und erlitt kritische Zerstörungen.

Winter ohne Strom und Wärme

Die Behörden warnen, dass die Stadt nicht stunden- oder tagelang, sondern über einen längeren Zeitraum ohne Strom und Heizung bleiben könnte. Die Sicherheitslage in Kherson ist nach Einschätzung der Regionalverwaltung weiterhin äußerst angespannt: Der Gegner verstärkt täglich die Angriffe auf die Infrastruktur. Prokudin betonte, dass es derzeit in keiner Region des Landes Mittel zur Zerstörung der entsprechenden Drohnenarten sowie der KAB gibt.

Aufruf zur Evakuierung und Unterstützung für Vertriebene

Angesichts dieser Lage werden die Einwohner von Kherson, vor allem Familien mit Kindern und ältere Menschen, aufgefordert, die Stadt nach Möglichkeit zu verlassen und in sicherere Regionen umzuziehen. Denjenigen, die sich zum Aufbruch entschließen, wird Hilfe bei Transport, Unterbringung und sozialer Unterstützung zugesichert. Die Behörden erarbeiten gemeinsam mit Kommunalbetrieben, Energieversorgern und der Regierung bereits alternative Wärme- und Energieversorgungskonzepte, raten den Bewohnern jedoch, kein Risiko einzugehen.

Widersprüchliche Angaben

Während die offizielle Erklärung der OVA und ukrainische Medien (RBC-Ukraine, „Korrespondent“) den Evakuierungsaufruf mit den Beschussaktionen der Infrastruktur und dem Risiko eines winterlichen Strom- und Wärmestaus in Verbindung bringen, behandeln einige ausländische Medien, insbesondere delfi.lv, das Thema der Evakuierung aus Kherson im Kontext einer Überschwemmung. Dies könnte ein früherer oder paralleler Vorfall widerspiegeln, doch in der aktuellen Erklärung Prokudins werden als Grund für den Aufbruch ausdrücklich die Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie das Fehlen von Luftabwehrmitteln gegen KAB und UAV genannt.

Das kommende Heizungsheizsaison in Kherson verläuft somit unter Bedingungen der Ungewissheit: Das Kraftwerk, das die Stadt mit Wärme versorgte, wurde durch eine Serie von Luftangriffen außer Gefecht gesetzt, und alternative Versorgungskonzepte werden erst noch ausgearbeitet. Die Regionalverwaltung setzt auf die Umsiedlung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen in sicherere Oblaste.