In Kiew wurde damit begonnen, die Schutzvorrichtungen, die in den ersten Monaten des russischen Großangriffs an städtischen Denkmälern angebracht wurden, teilweise zu demontieren. Wie RBK-Ukraina unter Berufung auf die Abteilung für den Schutz des kulturellen Erbes der Stadtverwaltung Kiew (KMDA) berichtet, haben Fachleute unter den Abdeckungen Risiken einer Beschädigung der Denkmalsubstanz selbst festgestellt. Die Entscheidung zum teilweisen Schutzabbau wurde getroffen, um eine umfassende Untersuchung der Sehenswürdigkeiten zu ermöglichen und zu bewerten, ob sie weiterhin abgedeckt werden müssen.

Warum die Denkmäler überhaupt verkleidet wurden

Schutzbauwerke an Kiewer Denkmälern wurden in den ersten Monaten der Invasion errichtet, um sie vor Druckwellen und Trümmern zu bewahren. Nach Angaben der KMDA haben städtische Dienste zusammen mit Freiwilligen und Wohltätern solche Konstruktionen an 18 Denkmälern errichtet. Ursprünglich wurde diese Maßnahme als Standardpraxis zum Schutz des kulturellen Erbes unter den Bedingungen regelmäßiger Luftangriffe angesehen.

Was unter den Abdeckungen gefunden wurde

Der langjährige Aufenthalt von Denkmälern unter luftdichten oder dichten Materialien bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen stört das natürliche Mikroklima und schafft Bedingungen für Materialabbau, Schimmelbildung und Korrosion. Bei Inspektionen stellten Fachleute eine Reihe konkreter Probleme fest. Am Marmormonument der Fürstin Olga wurde Schimmel entdeckt, der durch Feuchtigkeitsansammlungen in der Sandschutzabdeckung entstanden war. Unter den Schutzgerüsten des Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmals wuchs Vegetation, deren Wurzeln die Struktur des Sockels zerstörten. Darüber hinaus können aufgrund des sogenannten Treibhauseffekts Ausblühungen und Korrosionserscheinungen an Bronzeteilen auftreten.

Der Schutz funktioniert nach wie vor

Gleichzeitig betont die KMDA, dass Schutzvorrichtungen den Denkmälern tatsächlich helfen, Schäden durch Trümmer zu vermeiden. Als Beispiel nannte die Abteilung das Mychajlo-Hruschewskyj-Denkmal in der Wolodymyrska-Straße: Bei einem der Angriffe fing das Gerüst den Aufprall ab und schützte das Denkmal vor Beschädigungen. Daher gibt es keine pauschale Lösung – Experten wägen das Verhältnis zwischen der Schutzfunktion der Bauwerke und den potenziellen Risiken ihrer langfristigen Einwirkung ab und wenden bei jedem Objekt einen individuellen Ansatz an.

Individueller Ansatz und digitale Erfassung

Die Entscheidungen für jedes Monument werden individuell getroffen – abhängig von seinem technischen Zustand, den vorhandenen Risiken und der Sicherheitslage. Schutzkonstruktionen können demontiert, modernisiert oder neu installiert werden. Parallel dazu nutzt Kiew internationale Erfahrungen bei der digitalen Dokumentation des kulturellen Erbes: 3D-Scans, Photogrammetrie und detaillierte Vermessungen ermöglichen die Erstellung einer Dokumentation der Denkmäler, die im Falle einer Beschädigung als wissenschaftliche Grundlage für die Restaurierung oder Wiederherstellung dienen kann. Nach Angaben der KMDA stößt die Erfahrung der Hauptstadt beim Schutz von Denkmälern während regelmäßiger Luftangriffe auf das Interesse der internationalen Fachwelt.