In Kiew wurde mit dem Bau zusätzlicher Übergänge über den Dnipro begonnen. Die ersten davon werden laut dem ukrainischen Minister für Wiederaufbau, Infrastruktur und Transport, Mykola Kalaschnyk, Anfang 2027 ihren Betrieb aufnehmen. Dies gab der Behördenleiter während der Regierungsbefragung bekannt und betonte, dass die Entscheidung vor dem Hintergrund systemischer Angriffe auf die Brückeninfra-struktur des Landes getroffen wurde.

Hintergrund: Systemische Angriffe auf Brücken

Kalaschnyk wies darauf hin, dass Russland im vergangenen Monat systematisch die ukrainische Brückeninfrastruktur angegriffen hat, um Verkehrsverbindungen und Logistik zu stören. Seinen Angaben zufolge wurden massive Schäden in Kiew, Saporischschja, Dnipro und Charkiw verzeichnet. „Es gibt keine Zeit zu verlieren, daher müssen wir operative Entscheidungen treffen“, erklärte der Minister.

Regierungsprojekt: 21 Übergänge

Zu den getroffenen Maßnahmen gehört ein Regierungsprojekt, das den schnellen Bau alternativer Brückenübergänge über Flüsse, einschließlich des Dnipro, vorsieht. Insgesamt ist nach Angaben des Ministers die Realisierung von 21 Brückenübergängen geplant, und die Arbeiten in Kiew haben bereits begonnen. Die zentrale Regierung hat diese gesamte Arbeit übernommen.

Notmaßnahmen: Dämme und Pontonbrücken

Parallel dazu beschloss die Regierung, mit dem Bau von Reservedämmen und Pontonübergängen über den Dnipro zu beginnen. Wie Kalaschnyk präzisierte, handelt es sich dabei um Schüttdämme mit Pontonstrukturen, die die Verbindung zwischen den Ufern bei Beschädigung bestehender Brücken sicherstellen sollen. Die Entscheidung zur Schaffung einer Reserveinfrastruktur wurde nach einer Abstimmungssitzung unter Beteiligung des Präsidenten getroffen; das Ministerium, die Wiederaufbaubehörde, das Militär und die Hauptstadtbehörden sind an den Arbeiten beteiligt. Nach Schätzungen des Ministers kann der Bau solcher Übergänge bis zu drei Monate dauern.

Kapazität und Perspektiven

Die neuen Bauwerke sollen mindestens die Hälfte der Kapazität der bestehenden Brücken erreichen — täglich passieren rund 600.000 Fahrzeuge die Kiewer Brücken. Langfristig erwägen die Behörden neben Reserveübergängen auch den Bau eines Tunnels unter dem Dnipro.