Kiew lebt bereits seit dem siebten Tag im Dauer-Luftalarmmodus: Der Gegner greift die Hauptstadt und ihr Umland systematisch mit Strahlendrohnen an. Vor dem Hintergrund der ununterbrochenen Angriffe bereiten die Stadt- und Zentralbehörden einen Plan zur Änderung des Betriebsmodus von Betrieben und Verkehr vor. Laut RBC-Ukraine wurde die endgültige Entscheidung darüber, wie die Stadt unter solchen Bedingungen funktionieren soll, noch nicht getroffen, doch die Grundzüge des diskutierten Szenarios sind bereits bekannt.

Verkehr im Alarmmodus: Das Problem der Stadtquerung

Das zentrale logistische Problem für Kiewer während des Alarms ist mit der U-Bahn verbunden: Im Warnmodus verkehren die Züge nur auf den unterirdischen Stationen, was eine Überfahrt vom linken auf das rechte Ufer und umgekehrt faktisch unmöglich macht. Deshalb wird in Kiew diskutiert, den Betrieb der U-Bahn auf der grünen Linie zu erlauben, um die Vernetzung der Stadt auch unter Einschränkungen zu erhalten. Parallel prüfen die Behörden, wie sie den Betrieb des Oberflächentransports und des Ride-Sharings mit den neuen Warnmodi synchronisieren können.

„Gelber“ und „roter“ Alarm: Wie die Modi aufgeteilt werden könnten

Bei einer Sitzung der Fraktion „Diener des Volkes“ mit der Teilnahme von Ministerpräsident Serhij Horytschuk wurde eine Variante diskutiert, die Alarmarten in zwei Stufen zu unterteilen. Der „gelbe“ Alarm würde einen Drohnangriff feststellen, bei dem das Unternehmen selbst über die Fortsetzung des Betriebs entscheidet, der „rote“ Alarm – eine Raketenbedrohung, bei der alle Betriebe schließen. Die Volksdeputierte Olha Wasyliwska-Smahljuk brachte zudem den Vorschlag ein, die Taxitarife während der Alarme zu begrenzen. So sind gleich mehrere Szenarien in der Diskussion, und keines von ihnen war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung endgültig.

Position von Uklon: Wie der Fahrpreis gebildet wird

Uklon erklärte gegenüber RBC-Ukraine, dass der Service nach einem System dynamischer Preisbildung arbeitet, bei dem der Preis auf der Grundlage des Angebots- und Nachfragegleichgewichts gebildet wird. Auf den Tarif können Tageszeit, Wetterbedingungen, der Zustand des öffentlichen Verkehrs, Straßenarbeiten, Störungen oder Spitzenlasten (auch nach einer vorübergehenden Einstellung des U-Bahn-Betriebs), Beschuss, Verbindungsprobleme und die Ausgangssperre einwirken. Das System passt den Preis automatisch an, wenn in einem bestimmten Stadtviertel zu Stoßzeiten oder bei schlechtem Wetter deutlich mehr Bestellungen als freie Fahrer in der Nähe vorhanden sind – dies geschieht, um die Fahrer zur Auftragsannahme zu motivieren.

Warum das Unternehmen gegen eine künstliche Preisobergrenze ist

Auf die Frage zur Idee, die Tarife während des Alarms zu begrenzen, betonte Uklon: Wenn der öffentliche Verkehr eingestellt oder eingeschränkt wird und Brücken gesperrt werden, steigt die Nachfrage nach Fahrten rasant, während die Zahl der Fahrer aufgrund von Sicherheitsrisiken und fehlerhafter GPS-Funktion sinkt. Das Unternehmen warnte, dass eine künstliche Einschränkung der Preisbildung mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen wird, dass Fahrer Bestellungen ablehnen und der Ride-Sharing-Markt bei Alarmen faktisch zum Stillstand kommt. Nach Einschätzung von Uklon wird die dynamische Preisbildung bei Verkehrskollapsen im Gegenteil zu einem notwendigen Instrument, um nach Hause zu kommen, wenn andere Optionen nicht verfügbar sind.