Die Abteilung für Bildung und Wissenschaft der Stadtstaatlichen Verwaltung Kiews (KGA) hat die empfohlene Struktur des Schuljahres 2026–2027 für die Schulen, Gymnasien und Lyzeen der Hauptstadt veröffentlicht. Laut einer Meldung, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, beginnt der Unterricht in den meisten Bildungseinrichtungen Kiews am 1. September 2026. Das Dokument legt nicht nur den Kalender der Schulaktivitäten fest, sondern auch Mechanismen zur Kompensation von Bildungsverlusten sowie besondere Bedingungen für Kinder, die sich gezwungenermaßen außerhalb der Ukraine befinden.
Semesterstruktur und wichtige Daten
Die meisten Schulen in Kiew arbeiten nach einem Semestersystem, auf das die genehmigte Struktur ausgerichtet ist. Das erste Semester wird empfohlen, vom 1. September bis zum 23. Dezember 2026 durchzuführen, das zweite vom 11. Januar bis zum 28. Mai 2027. Somit ist zwischen den Semestern eine Winterpause vom 24. Dezember bis zum 10. Januar vorgesehen. Der Ministerrat der Ukraine hat zuvor den allgemeinen Rahmenzeitraum des Schuljahres festgelegt – vom 1. September 2026 bis zum 30. Juni 2027 –, was durch Daten von Interfax-Ukraine und Ukrinform bestätigt wird. Die konkreten Daten für das Ende des Unterrichts, die Durchführung des „Letzten Schulklingelns“ und den Beginn der Sommerferien werden von jeder Schule unabhängig festgelegt, wobei die operative Lage berücksichtigt wird.
Zusätzliche Ferien und der „Letzte Schulklingel“
Für Erstklässler, die erstmals mit einem vollwertigen Lernprozess konfrontiert werden, sind im Kalender zusätzliche Ferien vom 15. bis 21. Februar 2027 vorgesehen. Diese Entscheidung zielt darauf ab, die Belastung der jüngsten Schüler in der Mitte des zweiten Semesters zu verringern. Der „Letzte Schulklingel“ in den Schulen der Hauptstadt wird empfohlen, am 28. Mai 2027 – am letzten Tag des zweiten Semesters – durchzuführen. Die KGA betont jedoch, dass das Schuljahr für die Schulen nach diesem Datum nicht unbedingt sofort endet: Für die Bildungseinrichtungen öffnet sich ein zusätzlicher Kompensationszeitraum.
Kompensationszeitraum: vom 31. Mai bis 30. Juni
Vom 31. Mai bis zum 30. Juni 2027 können die Schulen Kiews Unterricht und andere Veranstaltungen durchführen, die in erster Linie darauf abzielen, die während des umfassenden Krieges angesammelten Bildungsverluste zu überwinden. Die KGA erklärt, dass in diesem Zeitraum zusätzliche und kompensatorische Veranstaltungen, individuelle und Gruppenberatungen, Lernausflüge, Projektarbeit und die Arbeit sogenannter „Bildungskreise“ zulässig sind. Laut Vertretern der Abteilung sollen solche Kreize den Schülern helfen, verpassten Stoff nachzuholen, ihr Wissen zu vertiefen und ihre Forschungsfähigkeiten zu entwickeln. Das Arbeitsformat in diesem Zeitraum bleibt flexibel und wird von jeder Bildungseinrichtung individuell bestimmt.
Sicherheit und Flexibilität des Unterrichtsformats
Die KGA weist direkt darauf hin, dass das endgültige Unterrichtsformat von der Sicherheitssituation abhängen wird. Die Struktur des Schuljahres und die Form des Unterrichts – persönlich oder fernmündlich – können je nach operativer Lage angepasst werden. Das bedeutet, dass der genehmigte Kalender empfehlend und nicht verpflichtend ist: Bei Einführung oder Aufhebung von Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Kriegsrecht erhalten die Schulen das Recht, den Zeitplan und die Arbeitsmethoden anzupassen. Ein ähnliches Prinzip ist auch auf Ebene des Ministerrates verankert, der die Rahmendaten festgelegt hat, aber die konkreten Entscheidungen den Bildungseinrichtungen überlassen hat.
Kinder im Ausland und psychologische Unterstützung für Lehrer
Besondere Aufmerksamkeit wird im neuen Schuljahr Kindern gewidmet, die sich aufgrund des umfassenden Krieges außerhalb der Ukraine befinden. Für sie ist in den Schulen der Hauptstadt ein ukrainistischer Bestandteil vorgesehen, der dazu beitragen soll, die Verbindung zur ukrainischen Sprache, Kultur und Geschichte zu erhalten. Darüber hinaus empfiehlt die KGA den Schulen, der psychologischen Unterstützung und der psychischen Gesundheit der Lehrer besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die seit mehreren Jahren unter erhöhter Belastung und Stress arbeiten. Somit ist die Struktur des Schuljahres 2026–2027 in Kiew sowohl unter akademischen als auch unter humanitären Gesichtspunkten aufgebaut, wobei nicht nur die Aneignung des Lehrplans, sondern auch die Wiederherstellung des durch den Krieg beeinträchtigten Bildungspotenzials an erster Stelle steht.