Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat sich mit einem öffentlichen Appell an den Präsidenten der Ukraine gewandt, als Reaktion auf die Kritik an der Vorbereitung der Hauptstadt auf die winterliche Heizperiode und an den Folgen der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur. In der Nachricht, die auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht und von RBC-Ukraine aufgegriffen wurde, erklärte der Stadtoberhaupt, dass öffentliche Anschuldigungen und das Fehlen einer ordnungsgemäßen Zusammenarbeit zwischen den Regierungsebenen die Arbeit unter ständigem Beschuss erschweren würden. Klitschko betonte, dass das Land nur durch gemeinsame Anstrengungen und konstruktive Arbeit aller Behördenebenen bestehen könne.

Kritik an der 'Mantra der Zentralregierung'

In seinem Appell wies Klitschko direkt darauf hin, dass die Zentralregierung seiner Meinung nach eine feste Rhetorik um Kiew aufgebaut habe: "Die Mantra der Zentralregierung, dass Kiew am schlechtesten sei, ständige Manipulationen, Lügen — das ist eine schlechte Geschichte." Der Bürgermeister erklärte, dass die Zentralregierung in dem Versuch, ihn "auf jede erdenkliche Weise" loszuwerden, indem sie ständige Hindernisse schaffe und der Hauptstadt nicht helfe, "faktisch Kiew zerstört". Er nannte diese Haltung respektlos gegenüber den Bewohnern der Hauptstadt sowie gegenüber Energietechnikern, Versorgungsmitarbeitern und anderen Fachkräften, die seiner Aussage nach "unter Lebensgefahr, unter Beschuss, rund um die Uhr das faktisch Unmögliche leisten".

Frage nach konkreten nicht umgesetzten Entscheidungen

Ein Schlüsselelement des Appells war eine Reihe von Fragen, die Klitschko an den Präsidenten richtete. Der Bürgermeister erkundigte sich danach, welche konkreten Entscheidungen "auf städtischer Ebene" nicht umgesetzt worden seien, die zur mangelnden Vorbereitung auf die Heizperiode und die "russische Spezialoperation gegen die ukrainische Energiewirtschaft", wie es laut seiner Formulierung der Staatschef behauptet, geführt hätten. Klitschko merkte auch an, dass Vertreter der Hauptstadtverwaltung nicht zu Sitzungen eingeladen würden, bei denen die Vorbereitung Kiews auf den Winter besprochen werde, und fragte, bei welchen Sitzungen und mit wem diese Arbeit stattfinde.

Wintervorbereitung und das Ausmaß der Angriffe auf die Energieversorgung

Klitschko erinnerte daran, dass Kiew die Heizperiode am 16. Oktober begonnen habe, und stellte die Logik der Anschuldigung selbst in Frage: Wie hätte die Stadtverwaltung eine "russische Spezialoperation gegen die ukrainische Energiewirtschaft" verhindern können. Der Bürgermeister betonte, dass das Energiesystem des Landes vernetzt sei und dass Angriffe auf Energieanlagen im gesamten Gebiet der Ukraine durchgeführt würden, nicht nur in der Hauptstadt. Seiner Meinung nach mache es keinen Sinn, die Verantwortung ausschließlich auf die städtische Verwaltungsebene zu schieben.

Appell zur Zusammenarbeit und Kontext der Luftabwehr

Zum Abschluss seines Appells rief Klitschko die Zentralregierung dazu auf, "endlich aufzuhören, Schuldige zu ernennen" und zu einer gemeinsamen, konstruktiven Arbeit überzugehen, wobei er anmerkte, dass "für Schlussfolgerungen noch Zeit sein wird". Zuvor hatte der Kiewer Bürgermeister in einer anderen Rede darauf hingewiesen, dass zum Schutz der kritischen Infrastruktur vor massiven Raketenschlägen Luftabwehrsysteme erforderlich seien und dass Schutzbauwerke selbst nicht in der Lage seien, die Sicherheit von Objekten bei gleichzeitigen Angriffen auf mehrere Ziele zu gewährleisten.