Eine Kopfbedeckung kann zum Hauptakzent eines Outfits werden, doch das Finden des richtigen Modells ist keine leichte Aufgabe. Was bei einer Person wirkungsvoll aussieht, kann die Züge einer anderen Person entweder betonen oder im Gegenteil verzerren. Die Stylistin Jelena Schevtchenko, deren Empfehlungen das Magazin Styler unter Verweis auf ihr Instagram-Profil veröffentlichte, schlug einen systematischen Ansatz vor: Zunächst die Gesichtsform bestimmen und dann die Kopfbedeckung aus einer konkreten Liste von Modellen auswählen, die die Proportionen optisch ausgleichen.
Wie man die Gesichtsform bestimmt: die Frontalfoto-Methode
Der erste und entscheidende Schritt besteht darin, das Haar vom Gesicht wegzubringen, damit es die Konturen nicht verdeckt. Anschließend sollte ein Frontalfoto gemacht werden, bei dem man direkt in die Kamera blickt. Laut Schevtchenko sollte die Kamera etwa auf Augenhöhe sein und der Kopf nicht geneigt werden. Auf dem entstandenen Foto sollte man vier Parameter beachten: die Gesichtslänge, die Breite der Wangenknochen, die Stirnbreite und die Breite des Unterkiefers. Zur Veranschaulichung rät die Stylistin, auf dem Foto eine Linie von der Haarlinie bis zum Kinn zu ziehen und die breitesten Punkte im Bereich der Wangenknochen und des Unterkiefers zu markieren. Genau diese Messungen ermöglichen es, das Gesicht einem der sieben Grundtypen zuzuordnen.
Ovale, quadratische und rechteckige Gesichter: Universalität gegenüber klaren Linien
Das ovale Gesicht gilt nach Einschätzung von Schevtchenko als das universellste: Die Länge übersteigt deutlich die Breite, die Stirn ist etwas breiter als der Unterkiefer, die Konturen sind weich, ohne scharfe Winkel. Trägerinnen dieser Form können mit verschiedenen Modellen experimentieren – von der Baseballkappe und der Mütze bis hin zum Birett, Fedora, Zylinderhut, Pilotenmütze, Jockey-Mütze, Baker-Boy-Cap und Kanotier. Das quadratische Gesicht ist hingegen durch etwa gleich große Länge und Breite, ähnliche Breite von Stirn, Wangenknochen und Kiefer sowie einen markanten Unterkiefer mit klaren Winkeln und einer geraden Haarlinie gekennzeichnet. Hier empfiehlt die Stylistin Fascinator, Birett, Achtel, Panama, Baseballkappe, Mütze, Zylinderhut und Turban. Das rechteckige und längliche Gesicht zeichnet sich dadurch aus, dass die Länge die Breite wesentlich übersteigt und die Winkel des Unterkiefers markant sind. Dafür eignen sich Birett, Kanotier, Pilotenmütze, Achtel, Baseballkappe, Mütze, Schirmmütze und Panama – Modelle, die Breite verleihen und keinen übermäßigen Akzent auf die Vertikale setzen.
Rhombische, herzförmige und birnenförmige Gesichter: das Spiel der Proportionen
Das rhombische Gesicht zeichnet sich durch hohe, klar ausgeprägte Wangenknochen als breitesten Teil, eine schmale oder nach oben verjüngende Stirn und ein spitzes Kinn aus. Schevtchenko empfiehlt die Spitzmütze, das Kanotier, den Zylinderhut, die Schirmmütze, das Fedora und das harte Birett – Modelle, die helfen, die markanten Wangenknochen zu betonen und die oberen und unteren Gesichtshälften auszubalancieren. Das herzförmige Gesicht hat seinerseits die breiteste Stirn (manchmal mit einer charakteristischen „Herz“-Form an der Haarlinie), während das Kinn klein und schmal ist. Dafür eignen sich Fedora, Birett, Dreispitz, Baseballkappe, Trilby und Spitzmütze. Das birnenförmige Gesicht ist im Grunde das Spiegelbild des herzförmigen: der breiste und massivste Bereich ist der Unterkiefer, während die Stirn deutlich schmaler ist. Hier liegt der Schwerpunkt auf Modellen mit einer markanten oberen Hälfte: Fedora, Kanotier, Achtel, Birett und Schirmmütze helfen, den Blick auf die obere Hälfte des Outfits zu lenken und die Proportionen optisch auszubalancieren.
Rundes Gesicht und Mischtypen: die Vertikale als Werkzeug
Das runde Gesicht ist durch nahezu gleiche Länge und Breite, den breitesten Bereich im Bereich der Wangen und Wangenknochen, das Fehlen ausgeprägter scharfer Winkel, eine runde Haarlinie und ein weiches Kinn gekennzeichnet. Schevtchenko betont, dass hier besonders gut Modelle funktionieren, die dem Look Vertikale verleihen und die Silhouette optisch „strecken“: eine gelungene Wahl ist das Fedora, sowie Hüte mit klarer Form und strukturierten Schirmen. Die Stylistin merkt außerdem an, dass das Gesicht in der Realität selten einem Typ ideal entspricht – die Züge kombinieren oft Eigenschaften mehrerer Formen. In diesem Fall sollte man sich, ihrer Empfehlung zufolge, nicht auf den Typennamen, sondern auf konkrete Züge stützen: Stirnbreite, Form der Wangenknochen, Kinnwinkel – und eine Kopfbedeckung auswählen, die genau die Bereiche ausgleicht, die als disproportioniert erscheinen.
Widersprüchliche Daten
Im Rahmen der Überprüfung des Materials wurden keine wesentlichen Abweichungen in den Empfehlungen zwischen den Quellen festgestellt. Dabei ist zu beachten, dass verwandte Publikationen von Stylisten (darunter Beiträge zum Tragen von Kopfbedeckungen im Frühling und Herbst sowie zum Erhalt der Frisur) den Fokus auf andere Aspekte legen – Saisonalität, Materialtextur, Befestigungsart – und widersprechen nicht der Methode von Schevtchenko zur Bestimmung der Gesichtsform. Die Unterschiede betreffen lediglich den Blickwinkel: Während Schevtchenko sich auf die Geometrie des Gesichts konzentriert, ergänzen andere Fachleute das Bild um praktische Details des Tragens. Für den Leser bedeutet das, dass die Auswahl des Modells nach Gesichtsform ein notwendiger, aber nicht der einzige Schritt ist: Saison und Frisurentyp beeinflussen ebenfalls das Endergebnis.