Russische Angriffe auf die Verlags- und Druckinfrastruktur der Ukraine haben die rechtzeitige Vorbereitung der Schul-Lehrbücher für das neue Schuljahr gefährdet. Als Reaktion darauf hat die Regierung einen Notfallplan festgelegt: Falls es nicht möglich ist, die erforderliche Anzahl gedruckter Ausgaben innerhalb der festgelegten Fristen zu drucken und zu liefern, müssen die Schüler Zugang zu ihren elektronischen Versionen erhalten. Dies erklärte der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj in einem Facebook-Post, in dem er die Folgen der jüngsten Angriffe auf Lager und Druckereien kommentierte, wie RBC-Ukraine berichtete.

Auftrag des Ministerpräsidenten: Elektronische Lehrbücher als Reserveoption

Korezkyj gab dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium gemeinsam mit den lokalen Behörden die Aufgabe, die Schüler in den Fällen mit elektronischen Versionen der Lehrbücher zu versorgen, in denen diese aufgrund russischer Angriffe nicht rechtzeitig gedruckt oder in die Schulen geliefert werden können. Dabei, wie der Ministerpräsident betonte, muss die Entscheidung unter Berücksichtigung der Lage in jeder einzelnen Region getroffen werden – also ohne ein einheitliches „landesweites“ Format, sondern unter Berücksichtigung der lokalen Möglichkeiten und Risiken. Damit werden digitale Lehrbücher offiziell nicht als Standardersatz für gedruckte, sondern als Instrument der Bildungsgewährleistung unter Bedrohung durch den Krieg verankert.

Angriffe auf die Verlagsinfrastruktur

Für diese Entscheidung gab es konkrete Zerstörungen als Hintergrund. Laut den zugrunde liegenden Angaben vernichtete ein russischer Angriff am 28. August ein Lager in Swjatopetriwske in der Oblast Kiew, in dem Tausende Bücher der Verlage Vivat, Readeat und Book.ua gelagert wurden. Das Verlagshaus Vivat führt die Arbeit den Informationen zufolge fort, während Readeat die Versandbestellungen vorübergehend aussetzte, um die Folgen des Angriffs zu bewerten. In derselben Nacht, wie angegeben, zerstörten russische Truppen den Bestand des Verlags „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“: Die Räumlichkeiten brannten vollständig zusammen mit einer erheblichen Anzahl von Büchern nieder. Der Gesamteffekt dieser Angriffe – eine Störung in der Kette „gedruckt – geliefert – an den Schüler ausgehändigt“.

Widersprüchliche Angaben

Hier ist es wichtig, ehrlich die Diskrepanz in den Details zwischen den Quellen festzuhalten. Im ursprünglichen Text (unter Verweis auf RBC-Ukraine) wird der Angriff vom 28. August als die Zerstörung eines Lagers in Swjatopetriwske in der Oblast Kiew mit „Tausenden Büchern“ von Vivat, Readeat und Book.ua sowie dem abgebrannten Bestand von „A-ba-ba-ga-la-ma-ga“ beschrieben. Gleichzeitig berichtet die Quelle kp.ua (ID 2) über einen russischen Angriff auf die Druckerei „Konwi“ in Kiew, bei dem fast 250.000 Lehrbücher verbrannten. Das heißt, in Bezug auf das Ausmaß („Tausende“ gegenüber „fast 250.000“) und auf den genauen Standort/den Namen des Objekts (Lager in Swjatopetriwske gegenüber Druckerei „Konwi“ in Kiew) stimmen die Versionen nicht überein. Beide Versionen können richtig sein, wenn es sich um mehrere in einer Nacht in der Kiewer Agglomeration getroffene Objekte handelt; der ursprüngliche Text erwähnt jedoch weder „Konwi“ noch die Zahl von 250.000, und kp.ua nennt Swjatopetriwske und die aufgeführten Verlage nicht. Bis die genauen Zahlen und Adressen geklärt sind, sollte das Ausmaß der Lehrbuchverluste als Spanne und nicht als einzelne Zahl verstanden werden.

Ernährung der Schüler: Fertige Mahlzeiten bei Sicherheitsbedrohung

Separat nahm der Ministerpräsident die Frage der Kinderernährung auf. In den Schulen, in denen die Sicherheitsbedingungen keine vollständigen warmen Mittagessen ermöglichen, müssen die Schüler fertige, verzehrfertige Gerichte erhalten. „Die Frage der qualitativ hochwertigen Ernährung ist priorisiert“, betonte Korezkyj. Nach seinen Angaben muss das Bildungs- und Wissenschaftsministerium die Lage mit der Schülerernährung im Blick behalten und die erforderlichen Lösungen unter Berücksichtigung der Sicherheitslage in jeder Region sicherstellen.

Was das für die Regionen bedeutet

Der praktische Schluss aus dem Auftrag – der Übergang von einem zentralisierten Modell „eine Auflage für das ganze Land“ zu regionaler Flexibilität: Das Bildungsministerium und die lokalen Behörden müssen bewerten, wo eine gedruckte Auflage noch möglich ist und wo die einzige funktionierende Option der digitale Zugang ist. Dies erfordert nicht nur das Vorhandensein elektronischer Versionen der Lehrbücher, sondern auch die Infrastruktur für deren Lieferung in die Schulen und zu den Schülern (Geräte, Internet, Offline-Kopien). Unter Bedingungen fortgesetzter Angriffe auf die Logistik und die Druckerei wird dieses Szenario im Wesentlichen nicht zur Reserveoption, sondern zu einem der Hauptinstrumente zur Gewährleistung des Rechts auf Bildung in den kommenden Monaten.