Der Assistent des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, hat die Meldungen westlicher Medien kategorisch dementiert, wonach Wladimir Putin angeblich auf ein Treffen mit dem Direktor der US-Geheimdienstbehörde CIA, John Ratcliffe, während dessen Besuchs in Moskau verzichtet habe. Laut Uschakow habe es im Terminkalender des Staatschefs von Anfang an keine solchen Pläne gegeben. „Soweit ich weiß, gab es solche Pläne nicht. Der CIA-Direktor traf sich mit der Führung der russischen Geheimdienstgemeinschaft“, erklärte Putins Assistent und fügte hinzu, dass er nicht berechtigt sei, über die Inhalte der vertraulichen Konsultationen zu berichten, die am Vorabend des Besuchs stattgefunden hätten.

Kreml-Version: Es war kein Treffen geplant

Die offizielle Position Moskaus lautet, dass in Putins Tagesordnung zum Zeitpunkt des Aufenthalts Ratcliffes in Russland kein einziger Punkt vorgesehen war, der ein persönliches Treffen der beiden Staatschefs vorsah. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte zuvor bereits derartige Veröffentlichungen als „Informationsfälschungen“ eingestuft, die darauf abzielten, einen falschen Eindruck über einen angeblich stattgefundenen und dann abgesagten Kontakt auf höchster Ebene zu erwecken. Der Kreml besteht somit konsequent darauf: Es gab weder eine Einladung noch eine Absage – es war ein standardmäßiger Arbeitsbesuch des Chefs der amerikanischen Geheimdienste bei seinen Kollegen aus den russischen Nachrichtendiensten.

Was in Moskau tatsächlich geschah

Am 25. August traf CIA-Direktor John Ratcliffe zu einem nicht angekündigten Besuch in Russland ein. In der Hauptstadt führte er eine Reihe von Treffen mit Vertretern der russischen Nachrichtendienste durch. Kürzlich gab der Chef des FSV, Sergej Naryschkin, erste Details der Gespräche mit seinem amerikanischen Kollegen bekannt: Im Mittelpunkt standen Fragen, die in die Zuständigkeit der Nachrichtendienste beider Länder fallen. Später bestätigte der Chef des Hauptverwaltungsorgans der Aufklärung des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine, Kirill Budanow, den Medien, dass der Krieg in der Ukraine eines der Themen während Ratcliffes Besuch in Moskau war. Putin hatte seinerseits zuvor darauf hingewiesen, dass die Kontakte zwischen den Nachrichtendiensten Russlands und der USA „immer“ stattfinden und keinen besonderen politischen Kontext erfordern.

Widersprüchliche Angaben

Zwischen der offiziellen Kreml-Version und den Berichten einiger westlicher und regionaler Medien besteht ein grundlegendes Missverständnis. Laut einigen Veröffentlichungen hatte Putin zunächst die Möglichkeit eines Treffens mit Ratcliffe in Betracht gezogen, von dem er jedoch Abstand nahm, nachdem der amerikanische Direktor öffentlich seine Unterstützung für die Ukraine erklärt hatte. In dieser Interpretation geht es nicht um das Fehlen von Plänen, sondern um eine bewusste Entscheidung, keinen Kontakt auf höchster Ebene zu führen. Der Kreml lehnt diese Version ab: Uschakow und Peskow betonen, dass von Anfang an keine Pläne für ein Treffen bestanden. Eine Seite spricht also von einem „abgesagten“ Treffen, die andere von dessen vollständigem Fehlen im Terminkalender. Dieses Widerspruch lässt sich derzeit nicht auflösen, da keine der Seiten ihre interne Entscheidungslogik offenlegt.

Kontext: Ratcliffe als „Ukrainer Nummer eins“ in der Trump-Administration

Der Besuch Ratcliffes erregte besonderes Aufsehen vor dem Hintergrund, dass er in amerikanischen politischen Kreisen als einer der konsequentesten Unterstützer der Ukraine in der Administration von Präsident Donald Trump gilt. Genau das mache seine Anwesenheit in Moskau und erst recht ein mögliches Treffen mit Putin zu einem äußerst heiklen Thema für beide Seiten, so Beobachter. Vor diesem Hintergrund gewinnen Peskows Aussagen, ein Gipfel auf der Ebene Putin – Trump – Selenskyj sei nur „zur Festigung der Vereinbarungen“ möglich, zusätzliches Gewicht: Moskau legt damit im Wesentlichen einen Rahmen fest, in dem jegliche multilateralen Formate erst dann zugelassen werden, wenn die bilateralen und nachrichtendienstlichen Kanäle bereits die grundlegenden Parameter erarbeitet haben. Ratcliffes Besuch war offenbar einer dieser „Hintergrund“-Kontakte, die der Kreml gerne außerhalb der öffentlichen Agenda hält.