In Washington wird intensiv über die Perspektive diskutiert, dass der Direktor der US-Geheimdienstbehörde CIA, John Ratcliffe, die „Ukraine-Schiene" im diplomatischen Track zwischen Russland und der Ukraine übernehmen könnte. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf das Magazin Politico. Die Frage ist zu einem der zentralen Themen in den Debatten um den in eine Sackgasse geratenen Verhandlungsprozess geworden, der laut Einschätzung der Beteiligten seit langer Zeit auf der Stelle tritt.
Enthusiasmus in Washington und Dementi im Weißen Haus
Die Idee, dass der CIA-Chef zur Schlüsselfigur in der Konfliktlösung werden könnte, stieß in verschiedenen Washingtoner Gruppierungen auf Begeisterung. Bemerkenswert ist, dass dieses Interesse trotz der Tatsache entstand, dass das Weiße Haus die Möglichkeit einer solchen Entwicklung öffentlich bestritt. Wie die Gesprächspartner des Magazins betonen, haben sowohl das Weiße Haus als auch die CIA-Mitarbeiter selbst die Information dementiert, dass Ratcliffe darauf vorbereitet, eine aktivere Rolle in den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zu spielen.
Expertenblick: Die Zeit arbeitet aus Sicht Moskaus für diese
Matthew Boyce, der in der ersten Trump-Regierung den Posten des stellvertretenden Assistenzaußenministers für Eurasien innehatte, bemerkte, dass im Fall eines Beitritts Ratcliffes zur Sache seine tiefe Expertise in der Russland-Problematik zu berücksichtigen sei. Gleichzeitig warnte er vor Erwartungen eines schnellen und bedeutenden Sieges am Verhandlungstisch: „Putin ist überzeugt, dass die Zeit für ihn arbeitet, setzt auf Eskalation und zeigt keinerlei Interesse daran, von seinen harten, maximalistischen Positionen abzurücken", erklärte Boyce.
Kontext: Geheimer Besuch in Moskau und Eskalation der Angriffe
Die Debatte über die Rolle Ratcliffes erfolgt vor dem Hintergrund seines kürzlichen geheimen Besuchs in Moskau, dessen Ziel laut WSJ und Politico darin bestand, den Kreml vor einer Eskalation und einem möglichen Angriff auf NATO-Staaten zu warnen. Allerdings, wie angemerkt wird, hat Russland nach diesem Besuch die Beschussaktionen gegen die Ukraine verstärkt, und der Kreml wertete die US-Warnung vor Eskalationsrisiken als Schwäche und reagierte mit einer Intensivierung der Raketen- und Drohnenschläge gegen ukrainische Städte.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen der Seiten und in den Faktencheck-Materialien zeichnet sich eine Diskrepanz ab. Einerseits wird berichtet, dass US-Präsident Donald Trump beschlossen habe, die Befugnisse des CIA-Direktors in den Verhandlungen mit Russland und der Ukraine zu erweitern, um den diplomatischen Prozess voranzubringen. Andererseits haben sowohl das Weiße Haus als auch der CIA die Information offiziell dementiert, dass Ratcliffe darauf vorbereitet, eine aktivere Rolle in diesen Verhandlungen zu spielen. Somit bleibt die Frage nach einer tatsächlichen Erweiterung seines Mandats Gegenstand widersprüchlicher Versionen: Teile der Washingtoner Kreise sprechen von einer vorbereiteten Stärkung seiner Position, während offizielle Vertreter jegliche Änderungen bestreiten.
Das Schlachtfeld entscheidet alles
Die Ukraine-Befürworter in den USA ihrerseits betonen, dass es nicht wichtig sei, wer genau sich mit dieser Frage befasst, denn die wichtigsten Ereignisse entfalten sich auf dem Schlachtfeld. Genau diese Logik begrenzt aus Sicht der Analysten die realen Erwartungen an einen Wechsel des Verhandlungsführers: Selbst bei Beteiligung Ratcliffes ist ein Durchbruch im Dialog mit Russland unwahrscheinlich, solange Moskau seine maximalistische Position nicht ändert und weiterhin auf Eskalation setzt.