Die russische Propaganda hat eine Desinformationskampagne intensiviert, die darauf abzielt, das Bild der Streitkräfte der Ukraine als „Gräueltaten gegen Zivilisten“ im Donbas zu formen. Dies erklärte das Zentrum für Desinformationsabwehr (ZDA) beim Sekretariat des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine, wie von RBC-Ukraine berichtet. Laut Angaben des Gremiums haben russische Medienressourcen eine Reihe von Artikeln gestartet, in denen angeblich begangene Verbrechen ukrainischer Soldaten gegen die Zivilbevölkerung geschildert werden, wobei keine dieser Behauptungen durch unabhängige Beweise gestützt wird.
Typische Propaganda-Muster
Das ZDA betont, dass die verbreiteten Texte nach ausgereiften typischen Mustern der russischen Propaganda erstellt werden. Ihre Struktur ist vorhersehbar: Im Zentrum der Geschichte steht der Bericht eines „Augenzeugen“ – eines Bewohners eines vorübergehend besetzten Gebiets –, dessen emotionale, aber nicht überprüfbare Zeugnisse als Beweis für angebliche systematische Verbrechen der ukrainischen Streitkräfte präsentiert werden. Dieser Ansatz ermöglicht es den Propagandisten, gleichartige Narrative schnell zu vermehren, ohne auf eine dokumentarische Grundlage zurückzugreifen.
„Augenzeugen“ ohne Beweise
Zu den konkreten Beispielen, die das ZDA nannte, gehört die Geschichte einer Bewohnerin von Konstantinowka, die behauptet, ein ukrainisches unbemanntes Luftfahrzeug habe ihre Familie mit einem Säugling während der Evakuierung angeblich absichtlich angegriffen. In einem anderen Artikel wird eine Frau erzählt, die, so ihre Aussage, aufgrund eines „Angriffs der AFU“ gezwungen war, einen verwundeten Mann auf der Straße zurückzulassen. Das Zentrum betont: Die Glaubwürdigkeit dieser Geschichten lässt sich nicht überprüfen, und die russischen Ressourcen präsentieren die Erzählungen einzelner Personen als vollwertige Beweise, obwohl sie keine unabhängigen Bestätigungen haben.
Ziele der Kampagne
Laut Bewertung des ZDA ist das Hauptziel solcher Materialien, die Streitkräfte der Ukraine zu diskreditieren und im Bewusstsein des russischen Publikums sowie der Bewohner vorübergehend besetzter Gebiete das Bild der Ukraine als „Feind“ zu formen. Zusätzlich, so das Gremium, versucht der Kreml auf diese Weise, die Aufmerksamkeit von den tatsächlichen Zerstörungen und dem Tod von Zivilisten abzulenken, die Folge der russischen Aggression sind. Das bedeutet, dass die Desinformation über „Gräueltaten der AFU“ die Funktion der Ablenkung von den Fakten erfüllt, die auf von der Ukraine kontrollierten Gebieten festgehalten werden.
Widersprüchliche Daten
Hier ist es wichtig, die Diskrepanz der Versionen ehrlich zu benennen. Einerseits behaupten russische Propaganda-Ressourcen, dass ukrainische Soldaten absätzliche Angriffe auf Zivilisten im Donbas verüben, und führen als Argumente die Erzählungen einzelner „Augenzeugen“ an. Andererseits stellt das ZDA beim SNB der Ukraine kategorisch fest, dass diese Behauptungen keine unabhängigen Bestätigungen haben, ihre Glaubwürdigkeit nicht verifizierbar ist und die Materialien selbst das Produkt typischer Propaganda-Muster sind. Somit besteht zwischen der Version der russischen Medien und der Bewertung des ukrainischen Gremiums ein direktes Widerspruch: Was die eine Seite als bewiesene Fakten präsentiert, qualifiziert die andere als nicht überprüfbare Desinformation. Derzeit ist in offenen Quellen keine unabhängige Schiedsinstanz festgehalten, die konkrete Episoden eindeutig bestätigen oder widerlegen würde.
Kontext: andere Fakes und die Lage an der Front
Die Kampagne über „Gräueltaten“ ist nicht isoliert. Kürzlich verbreitete die RF auch einen anderen Fake – über den angeblichen Angriff auf das Dorf Chrapowschtschyna in der Region Sumy, was ebenfalls nicht den bestätigten Daten entspricht. Vor diesem Hintergrund halten die ukrainischen Streitkräfte, nach vorliegenden Informationen, weiterhin die Angriffe der Besatzer an den östlichen und nördlichen Grenzen stand und wehren Versuche des Gegners ab, in das Territorium der Ukraine vorzudringen. Die Gesamtheit dieser Faktoren zeigt, dass die Berichterstattung über die Kampfhandlungen ein Schlüsselinstrument bleibt, bei dem beide Seiten sowohl reale Ereignisse als auch offensichtlich unzuverlässige Narrative aktiv nutzen.