In Frankreich entbrennt ein schwerwiegender Skandal im Zusammenhang mit der Tätigkeit russischer Medien. Die Pariser Polizeipräfektur hat offiziell einen Ausweisungsbeschluss gegen Ksenia Fjodorowa, die ehemalige Geschäftsführerin von RT France, erlassen. Grund für diese harten Maßnahmen sind Vorwürfe der Verbreitung von Kreml-Propaganda und der Beteiligung an Desinformationskampagnen, die darauf abzielen, die öffentliche Ordnung zu destabilisieren.
Vorwürfe der Zusammenarbeit mit Geheimdiensten
Die Informationen über den Ausweisungsbeschluss wurden zuerst von der französischen Zeitung Libération veröffentlicht und anschließend vom französischen Innenministerium bestätigt. Dem am Dienstag unterzeichneten Dokument zufolge fungiert Fjodorowa als „Vermittlerin für von den russischen Behörden geleitete Desinformationskampagnen“.
Die französischen Behörden werfen der Journalistin vor, Narrative zu verbreiten, die darauf abzielen, die öffentliche Meinung zu manipulieren und die Stabilität im Land zu untergraben. Besonders die Kommentare von Fjodorowa, die die offiziellen Thesen Moskaus zu Fragen der Ukraine, der NATO und der europäischen Sicherheit wiederholten, sorgten bei französischen Gesetzgebern und Sicherheitsexperten für große Besorgnis. Die Situation hat sich vor dem Hintergrund der anstehenden Präsidentschaftswahlen 2027 verschärft.
Von RT France zu CNews
Ksenia Fjodorowa leitete die französische Sektion des Fernsehsenders RT bis zu dessen Schließung im Jahr 2023 infolge der von der Europäischen Union verhängten Sanktionen. Der Ausstieg aus dem Medienimperium beendete jedoch nicht ihre öffentliche Tätigkeit. Nach der Schließung des Senders wurde sie feste Moderatorin beim Fernsehsender CNews, arbeitete mit dem Radiosender Europe 1 zusammen und kooperierte mit der Zeitung Le Journal du Dimanche.
Gerade diese Auftritte wurden zum Anlass für eine Untersuchung. Wie Politico berichtet, erregte die Aktivität von Fjodorowa die Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden, die in ihrer Rhetorik eine Bedrohung der nationalen Sicherheit sahen.
Hausarrest und juristischer Kampf
Derzeit befindet sich Ksenia Fjodorowa unter Hausarrest. Es ist ihr strengstens untersagt, in Frankreich zu arbeiten. Die Journalistin selbst konnte bisher nicht zu der Situation Stellung nehmen, doch ihr Anwalt hat bereits eine Erklärung für die Agentur France-Presse abgegeben. Der Jurist teilte mit, dass die Ausweisungsentscheidung vor Gericht angefochten werden wird.
Schwierigkeiten bei der Ausweisung
Trotz des offiziellen Status des Beschlusses stößt seine Umsetzung auf erhebliche bürokratische und diplomatische Hindernisse. Wie Libération feststellt, macht das Fehlen diplomatischer Beziehungen zwischen Paris und Moskau die tatsächliche Ausweisung von Fjodorowa nach Russland zu einer äußerst schwierigen Aufgabe.
Dieser Fall ereignet sich vor dem Hintergrund einer allgemeinen Verschärfung der Aufmerksamkeit für den russischen Informationsfluss. Im Dezember 2025 wurde in Frankreich ein starker Anstieg von Desinformationskampagnen verzeichnet: Journalisten entdeckten mehr als 200 neue gefälschte Medienressourcen. Zuvor hatte die Regierungsagentur Viginum ein strukturiertes Netzwerk aufgedeckt, das gegen die Ukraine und die westlichen Länder gerichtet war.