Am Morgen des 16. September 2026 griffen russische Truppen Kiew mit raketenangetriebenen unbemannten Luftfahrzeugen an. Infolge des Angriffs brach im Swjatoschynskyj-Bezirk der Hauptstadt ein Lagergebäude in Brand, das dem Studio „Kwartal 95“ gehörte. Laut der Staatlichen Dienst für Notfälle der Ukraine wurde bei dem Vorfall eine Person verletzt. Vor Ort waren Einheiten der Notdienstbehörde im Einsatz, die das Feuer löschten und das Gebiet erkundeten. Auf den Fotos vom Unfallort ist der vollständig ausgebrannte Innenraum des Lagers zu sehen: verkohlte Bauteile, geschmolzene und verformte Gegenstände sowie ein Feuerwehrschlauch, der über die mit Wasser bedeckte Bodenfläche verlegt ist.
Zwanzigjährige Geschichte in Asche
Wie das Studio in einer offiziellen Stellungnahme auf Instagram erklärte, wurden in dem zerstörten Raum Kulissen, Bühnenkostüme und andere Requisiten aufbewahrt, die über zwei Jahrzehnte in Konzerten, Fernsehsendungen, Filmen und Serien von „Kwartal 95“ verwendet wurden. „Zusammen mit ihm haben wir zahlreiche Kulissen, Kostüme und Gegenstände verloren, die zwanzig Jahre lang Teil unserer Konzerte, Fernsehsendungen, Filme und Serien waren“, betonen die Vertreter des Studios. Ihren Worten zufolge ist jeder zerstörte Gegenstand mit bestimmten Dreharbeiten, Proben und der Erstellung von Projekten verbunden, was den Verlusten nicht nur einen materiellen, sondern auch einen tiefen emotionalen Charakter für das Team verleiht.
„Russische Waffen können Eigentum zerstören, aber uns nicht aufhalten“
Trotz des Umfangs des materiellen Schadens versicherte „Kwartal 95“, dass die Arbeit des Studios nicht eingestellt wird. „Russische Waffen können Eigentum zerstören. Aber sie können uns nicht aufhalten. Wir arbeiten weiter, schreiben neue Witze und helfen den ukrainischen Verteidigern“, erklärte das Kollektiv. Das Studio bestätigte zudem, dass alle geplanten Konzerte nach dem festgelegten Zeitplan stattfinden werden. In der Stellungnahme wurde den Einheiten der Notdienstbehörde gedankt, die schnell auf den Alarm reagierten und am Ort des Notfalls arbeiteten.
Weiterer Umfang: Ein weiteres Objekt im Swjatoschynskyj-Bezirk
Laut Berichten mehrerer ukrainischer und internationaler Medien wurde infolge desselben Morgenangriffs am 16. September nicht nur das Lager von „Kwartal 95“ beschädigt. Nach Angaben, die sich auf lokale Quellen berufen, brannte auch im Swjatoschynskyj-Bezirk ein Lagergebäude aus, das mit dem Jelena Selenska-Fonds verbunden ist. Der Drohnenangriff traf somit mindestens zwei Objekte in einem Bezirk der Hauptstadt, was auf einen gezielten Charakter des Angriffs auf die Infrastruktur an diesem Standort hinweist.
Kontext des Angriffs und Folgen
Der Angriff vom 16. September war der nächste in einer Reihe von Drohnenangriffen der russischen Streitkräfte auf ukrainische Städte. Der Einsatz von raketenangetriebenen Suiziddrohnen, die eine Kampfladung über erhebliche Distanzen tragen können, bleibt ein zentrales Element der Luftkampagne. Für Kiew stellen solche Angriffe eine besondere Bedrohung dar, da in der Hauptstadt kulturelle, administrative und logistische Objekte konzentriert sind. Der Vorfall mit dem Lager von „Kwartal 95“ lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf die Verwundbarkeit der zivilen Infrastruktur, einschließlich von Objekten der Kultur- und Unterhaltungsindustrie, die in der Regel nicht so gut geschützt sind wie strategische militärische oder industrielle Objekte.