Der Sprecher der Gruppierung der vereinten Streitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, Wiktor Tregubow, kommentierte im Rahmen des TV-Marathons die operative Lage auf der Nord-Slobidschan-Richtung, zu der ein Teil der Oblast Sumy gehört. Seinen Worten zufolge bleibt die Lage in diesem Gebiet insgesamt stabil, doch die russischen Besatzer haben entlang der Staatsgrenze einen Kontrollstreifen mit einer Tiefe von 2 bis 4 Kilometern „abgezeichnet“. Tregubow betonte, dass dieser Streifen „nicht tief“ sei, sein Vorhandensein entlang der Grenze jedoch ein erhebliches taktisches Unbehagen für die ukrainischen Verteidiger darstelle.
Versuche, den Streifen zu erweitern, waren erfolglos
Wie der Sprecher hervorhob, versuchten russische Einheiten wiederholt, die Tiefe des eroberten Grenzabschnitts zu vergrößern, doch gelang ihnen dies nicht. „Ihn zu erweitern gelingt ihnen nicht, aber schlecht ist, dass sie genau entlang der Grenze einen solchen Streifen „abgezeichnet“ haben“, stellte Tregubow fest. Demnach hat sich der Gegner nach Einschätzung des Kommandos auf dem Erreichten festgefahren und konnte den lokalen Erfolg nicht in eine großflächigere Vorwärtsbewegung in das Innere der Oblast Sumy überführen.
Aktivierung auf der Welykoburluk- und Süd-Slobidschan-Richtung
Neben dem relativ stabilen Grenzabschnitt wies Tregubow auf die Dynamik auf den angrenzenden Achsen hin. Auf der Welykoburluk-Richtung hätten sich die russischen Truppen, seinen Worten zufolge, aktiviert und begannen, zusätzlichen Druck auf die Stellungen der ukrainischen Verteidiger auszuüben. Auf der Süd-Slobidschan-Richtung habe der Gegner im Gegenteil „sein offensives Potenzial ein wenig erschöpft“ Ende des Sommers, dennoch unterlasse er es nicht, Versuche zu unternehmen, nach Süden vorzudringen. Der Sprecher fügte hinzu, dass zwischen den Aussagen der russischen Seite und ihren tatsächlichen Erfolgen auf dem Boden ein bemerkenswerter Widerspruch bestehe, den er als „lustige „Schizophrenie““ charakterisierte.
Widersprüchliche Daten
In den verfügbaren Erklärungen der beteiligten Seiten und Behörden finden sich Nuancen, die es gilt, klar zu trennen. Einerseits beschreibt Tregubow die Aktivierung und den Druck des Gegners auf der Welykoburluk-Richtung sowie die anhaltenden Vorstoßversuche im Süden, was als Zunahme der Intensität der Kampfhandlungen interpretiert werden kann. Andererseits hatten die Grenzschutzbehörde (DPSU) zuvor mitgeteilt, dass derzeit keine Anzeichen für eine Verstärkung der Kräfte für aktive Stürme ukrainischer Stellungen festgestellt würden; es gehe vor allem um eine mögliche Aktivierung der Sabotagetätigkeit in den Oblasten Sumy und Tschernihiw. Außerdem entsprachen die öffentlichen russischen Aussagen über „Erfolge“ in diesem Abschnitt nach Einschätzung Tregubows selbst nicht der tatsächlichen Tiefe des eroberten Streifens (2–4 km). Diese Diskrepanzen – zwischen der behaupteten und der faktischen Dynamik sowie zwischen dem „Druck“ auf einzelnen Achsen und dem Fehlen von Anzeichen eines massiven Sturms – erfordern eine vorsichtige Interpretation.
Sabotagehintergrund und mögliche Rotation von Einheiten
Neben der Frontlinie bleibt in der Oblast Sumy der Sabotagehintergrund bestehen: Die DPSU wies darauf hin, dass Russland die Sabotagetätigkeit in den Oblasten Sumy und Tschernihiw verstärken könnte. Separat wurde berichtet, dass auf einzelnen Frontabschnitten, vermutlich im Norden der Ukraine in der Oblast Sumy, russische Einheiten durch nordkoreanische Soldaten ersetzt werden könnten. Eine solche Rotation würde Moskau nach vorliegenden Einschätzungen ermöglichen, die freigesetzten Kräfte in den taktischen Raum Lyman umzuleiten. Diese Angaben sind wahrscheinlicher Natur und werden nicht vollständig bestätigt.
Einschätzung der Lage
Zusammenfassend wird die Lage in der Region Sumy nach Angaben ukrainischer Kommandeure durch die Stabilität eines Grenzstreifens begrenzter Tiefe, eine lokale Aktivierung des Gegners auf einzelnen Richtungen und den anhaltenden Sabotagehintergrund gekennzeichnet. Der entscheidende Faktor bleibt die Unfähigkeit der russischen Truppen, den eroberten Abschnitt zu erweitern, sowie die Unstimmigkeit zwischen ihren öffentlichen Aussagen und den tatsächlichen taktischen Ergebnissen. Die weitere Dynamik wird davon abhängen, ob der Gegner sein erschöpftes offensives Potenzial überwinden und welche Kräfte er auf die nördlichen Frontabschnitte verlegen kann.