Unter Bedingungen eines echten Konflikts oder einer Notlage kann die Reaktionsgeschwindigkeit der entscheidende Faktor zwischen Leben und Tod sein. Aus diesem Grund fordern Experten für taktische Medizin eine strikte Trennung der Erste-Hilfe-Mittel: Eine Ausrüstung zur Stillung kritischer Blutungen muss von gewöhnlichen Haushaltsmedikamenten isoliert sein.
Dieses Prinzip wird in einem Artikel von RBK-Ukraine über die Grundlagen der präklinischen Versorgung ausführlich erläutert. Die Hauptidee der Experten ist einfach, aber kritisch wichtig: Bei massivem Blutverlust hat ein Mensch keine Zeit, im Rucksack nach einem Tourniquet zu suchen, das zwischen Pflastern, Erkältungstabletten oder Antiseptika versteckt ist.
Expertenmeinung: Die Zeit wartet nicht
Oleg Leljakyn, Ausbilder für taktische Medizin der ukrainischen Firma SICH (Hersteller von Tourniquets) und ehemaliger Kampfsanitäter, betont die Wichtigkeit der sofortigen Verfügbarkeit von Rettungsausrüstung. Laut ihm sollten kostbare Sekunden nicht für die Suche nach dem benötigten Gegenstand in einem Haufen verschiedener Medikamente verschwendet werden.
Für eine effektive präklinische Versorgung sollte der Rucksack mit einem spezifischen Set ausgestattet sein, das immer griffbereit ist und zur sofortigen Verwendung bereitsteht.
Was unbedingt in der persönlichen Erste-Hilfe-Ausrüstung sein muss
Laut Empfehlungen von Spezialisten sollte das Mindestset zur Blutstillung folgende Elemente enthalten:
- Tourniquets: Es ist ratsam, 1–2 Stück zu haben, die für den sofortigen Einsatz vorbereitet sind.
- Kompressionsverband: Vorzugsweise israelischen Typs.
- Hämostatische Mittel: Spezielle Verbände oder Pulver zur Blutstillung.
- Verband mit Z-Faltung: Der sogenannte Z-folded Verband, der ein schnelles Anlegen eines Verbandes ermöglicht.
- Oklusionsverband: Zum Abdichten von Wunden bei Pneumothorax.
- Verbandschere (atraumatisch): Zum schnellen Durchschneiden von Kleidung.
- Handschuhe: Zwei Paar Nitrilhandschuhe zum Schutz des Helfers und des Verletzten.
Die Experten legen besonderen Wert auf die Rettungsdecke (Thermodecke). Viele glauben fälschlicherweise, dass diese im Sommer nicht benötigt wird. Wie Mediziner jedoch feststellen, ist Hypothermie (Unterkühlung) eine direkte Folge von Blutverlust und kann selbst bei heißem Wetter auftreten. Daher sollte die Thermodecke unter keinen Umständen aus der Ausrüstung entfernt werden.
Autokoffer: Berechnung für eine Gruppe von Verletzten
Das Set im Auto sollte sich vom persönlichen Rucksack unterscheiden. Ein Fahrzeug wird oft zu einem Ort, an dem mehreren Personen gleichzeitig Hilfe geleistet wird, daher sollte die Ausstattung erweitert sein.
In der Autokoffer-Ausrüstung müssen folgende Dinge vorhanden sein:
- Mehrere Tourniquets in verschiedenen Größen.
- Kompressionsverbände.
- Hämostatische Mittel in ausreichender Menge.
- Oklusionsverbände.
- Mehrere Rettungsdecken.
- Schienen zur Immobilisierung von Frakturen.
- Ein erweitertes Set von Verbandsmaterialien.
Eine sorgfältige Vorbereitung und ein klares Verständnis der Prinzipien der präklinischen Versorgung ermöglichen es, in kritischen Situationen selbstbewusst zu handeln, wenn es auf Sekunden ankommt.