Im Zentrum von Lemberg wurden Schäden an zwei historischen Skulpturen festgestellt, die die Brunnen auf dem Rynok-Platz schmücken. Die Untersuchung wurde von Vertretern des Büros für den Schutz des kulturellen Erbes des Lemberger Stadtrats gemeinsam mit den eingeladenen Restauratoren Олег Рыбчинский (Oleg Rybtschynskyj), Андрій Почеква (Andrij Potschechwa) und Юрій Кочмар (Jurij Kotschmar) durchgeführt. Die vorherige Überprüfung des Zustands dieser Denkmäler fand vor zwei Jahren statt, weshalb diese neue Bestandsaufnahme entscheidend für die Bewertung der Dynamik des Gesteinsverfalls ist.
Was die Experten genau festgestellt haben
Während der Besichtigung dokumentierten die Restauratoren die Vertiefung eines Risses an der Hand Neptuns, die den Dreizack hält. Ihrer Einschätzung nach birgt diese Beschädigung die Gefahr einer weiteren Spaltung des Steinfragments. Nicht minder auffällige Probleme wurden bei der Adonis-Skulptur festgestellt: Die Hand, die den Speer hielt, hatte sich bereits früher von der Figur gelöst. Das beschädigte Element samt Speer wurde demontiert und bis zum Beginn der Restaurierung eingelagert. Gleichzeitig betonten die Fachleute, dass sie insgesamt keine kritischen Veränderungen im Zustand der Denkmäler im Vergleich zur vorherigen Untersuchung festgestellt haben.
Die Hauptursache — Fehler vergangener Restaurierungen
Nach Ansicht der Experten hängt die Hauptursache der Schäden mit früheren Restaurierungen zusammen. Insbesondere wurde bei der Wiederherstellung der Skulpturen im Jahr 1982 Portlandzement verwendet, der sich negativ auf Kalkstein auswirkt — das Material, aus dem die Figuren gefertigt sind. Der Doktor der Architektur und Professor der Polytechnischen Universität Lemberg Oleg Rybtschynskyj erklärte, dass die Verwendung von Zement zu einer Feuchtigkeitsansammlung im Stein führte: Durch Temperaturschwankungen dehnte sich das Wasser aus und zerstörte schrittweise seine Struktur. Zusätzliche Faktoren waren die natürliche Einwirkung von Feuchtigkeit und die Vibrationen durch die Straßenbahnen, die den Rynok-Platz passieren.
Schutzvorrichtungen haben damit nichts zu tun
Die Restauratoren wiesen separat darauf hin, dass die festgestellten Schäden nicht mit den Schutzkonstruktionen zusammenhängen, mit denen die Skulpturen nach Beginn der großangelegten russischen Invasion abgedeckt wurden. Darüber hinaus wiesen Experten darauf hin, dass die Hand des Adonis, sein Speer und sein Kopf keine Originalteile der Skulptur sind: Diese Elemente gingen früher verloren und wurden später bei Restaurierungen rekonstruiert.
Wie es weitergeht: Winterkonservierung und Restaurierung im Jahr 2027
Vollständige Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten sind für das Jahr 2027 geplant, da die aktuelle Saison bereits zu Ende geht. Für die nächste Zeit besteht die Hauptaufgabe darin, die Skulpturen über den Winter zu erhalten und einen detaillierten Wiederherstellungsplan auszuarbeiten. Nach der Untersuchung wurden Neptun und Adonis wieder mit Schutzvorrichtungen verschlossen. Für jedes Denkmal soll ein eigenes Restaurierungsprogramm entwickelt, vorrangige Arbeiten festgelegt und ein Kostenvoranschlag erstellt werden; die Stadt wird zudem die Möglichkeit der Einwerbung außerbudgetärer Finanzmittel prüfen. Fachleute des Iwan-Trusch-Kollegs für dekorative und angewandte Kunst in Lemberg sind bereit, sich an der Projektvorbereitung zu beteiligen.