Seit dem 18. September 2026 ist die Liman-Richtung aus dem Zuständigkeitsbereich der Gruppe der vereinten Streitkräfte in das neue militärische Verbund «Zentrum» überführt worden. Dies teilte der Sprecher der Gruppe der vereinten Streitkräfte, Wiktor Tregubow, im Rahmen eines Telethons mit, wie RBC-Ukraine berichtet. Laut seinen Angaben sind die Änderungen faktisch ab dem Zeitpunkt der Erklärung in Kraft getreten: »Die Liman-Richtung wird uns buchstäblich ab heute abgenommen; sie fällt in den Unterstellbereich des neu geschaffenen Verbunds «Zentrum»«.
Was sich an der Kommandostruktur geändert hat
Das zentrale Element dieser Umstrukturierung war die Änderung der Unterstellung des 3. Armeekorps. Zuvor gehörte er zur Gruppe der vereinten Streitkräfte, nun untersteht er dem neuen Verbund «Zentrum». Damit betrifft die Umstrukturierung nicht nur einen Abschnitt der Front, sondern auch ein konkretes Armeekorps, was auf eine tiefgreifendere und nicht nur formale Reorganisation der Kommandostrukturen in diesem Richtungsbereich hindeutet.
Welche Richtungen in der bisherigen Unterstellung verblieben
Der Vertreter der ukrainischen Streitkräfte betonte, dass die Änderungen ausschließlich den Liman-Abschnitt betreffen. Die Kupjansk-Richtung und die Süd-Slobodschan-Richtung verbleiben weiterhin im Zuständigkeitsbereich der Gruppe der vereinten Streitkräfte. Das bedeutet, dass die Reorganisation punktuellen Charakter hat und keinen generellen Führungswechsel an der gesamten Front vorsieht, sondern sich auf einen konkreten Sektor der Kampfhandlungen konzentriert.
Bewertung der Lage an der Front
Gesondert kommentierte Tregubow den Zustand des Gegners an der Liman-Richtung. Nach seiner Einschätzung befinden sich die russischen Truppen dort derzeit »nicht im besten Zustand«. Der Sprecher merkte zudem an, dass selbst unter den russischen Propagandisten keine Anzeichen von Optimismus hinsichtlich des Geschehens an diesem Frontabschnitt zu erkennen seien, was, so seine Worte, die schwierige Lage der angreifenden Seite in diesem Abschnitt indirekt bestätige.
Kontext: Operation »Vivaldi«
Die Führungsübertragung erfolgt vor dem Hintergrund zuvor gemeldeter erster Ergebnisse der Operation »Vivaldi« zur Befreiung der Oblast Donezk. Den vorliegenden Informationen zufolge haben die ukrainischen Soldaten getarnte russische Soldaten ausgeschaltet und eine Brückenkopfposition für die weitere Vorwärtsbewegung geschaffen. Die Übergabe der Richtung an einen neuen Verbund zu diesem Zeitpunkt kann auf die Absicht hinweisen, Führung und Ressourcen zur Ausweitung des erreichten Erfolgs zu konzentrieren.
Warum das wichtig ist
Die Änderung der Unterstellung einer ganzen Richtung und eines Armeekorps ist ein Signal für eine Umverteilung der Kommandovollmachten während aktiver Kampfhandlungen. Für Beobachter des Konfliktsverlaufs sind solche Umstrukturierungen deshalb bedeutsam, weil sie die Anpassung der Führungsstruktur an die aktuellen Aufgaben an einem konkreten Frontabschnitt widerspiegeln, in dem der Gegner nach Einschätzung der ukrainischen Streitkräfte mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat.